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Eishockey
22.12.2020
22.12.2020 12:42 Uhr

Lakers und Co.: Schachpartie neben dem Eis

Die beiden Hauptakteure in der «Eishockey-Schachpartie der Veränderungen»: ZSC-Boss Peter Zahner (l.) und CEO SC Bern Marc Lüthi.
Grosse Clubbosse der Schweizer Eishockeyszene kämpfen momentan um grundlegende Veränderungen, die das Schweizer Eishockey schon ab der Saison 2022/2023 revolutionieren sollen.

Wer sich in letzter Zeit auf seine Couch zurückfallen liess und Netflix durchstöberte, hat sicherlich die neue Serie «The Queen’s Gambit» angetroffen. Ein brillantes Werk, welches sich innert kürzester Zeit als erfolgreichste Miniserie aus der Netflix-Schmiede entpuppte. Das Schachdrama hat nun weltweit zum erneuten Aufblühen des «königlichen Spiels» geführt.

Im Schach geht es um Konzentration, Druck, Fantasie, Vorstellungsvermögen und dem flexiblen Planen seiner Spielzüge. Der amtierende Schachweltmeister Magnus Carlsen denkt in gewissen Situationen 15 bis 20 Züge voraus! 

Grundlegende Veränderungen

Verfolgt man seit geraumer Zeit das Schweizer Eishockey auch neben dem Eis, hat man wohl nicht verpasst, dass momentan eine fesselnde «Schachpartie» am Laufen ist. Die grossen Clubbosse denken auch wie der Schachweltmeister mehrere Züge voraus und kämpfen um grundlegende Veränderungen, die das Schweizer Eishockey schon ab der Saison 2022/2023 revolutionieren sollen. Die heikelsten Dossiers sind sicherlich die Aufstockung von vier auf zehn Ausländer pro Mannschaft (inkl. Lizenz-Schweizer) und die Abschaffung des sportlichen Auf- und Abstiegs.

Fans schätzen dies als Fehler ein

Beäugt man Fanumfragen auf Watson und MySports erkennt man klar und deutlich, dass circa 90% der Fans diese Schachzüge als grössten Fehler der Schweizer Eishockeygeschichte einschätzen. Ex-Rapperswiler Tanner Richard betitelt den Vorstoss auf Instagram gar als «Riesen Frechheit».

Erster «Schachzug» kam von Marc Lüthi

Die Eröffnung, wie es in der Schachsprache genannt wird, hat SC Bern CEO Marc Lüthi in Sachen Ausländerfrage schon vor längerer Zeit gemacht. Doch darf auch Lüthi’s Gegenspieler auf keinen Fall unterschätz werden. Denn in Form von «Team Schwarz» trat ihm schon bald kein geringerer als Grandmaster, ZSC CEO Peter Zahner gegenüber. Im Mittelspiel, welches sich in der Corona Zeit zuspitzte, zeichnete sich jedoch immer mehr ein Sieg von Team Weiss ab.

Fanszenen aus der ganzen Schweiz

Doch jetzt schalten sich die Fanszenen aus der ganzen Schweiz ein. Bekannte Gruppierungen wie «Sektor 1921 Davos», «Stehplätz Schluefweg», die «45er-Bewegig» aus Rapperswil-Jona und 15 weitere Fanclubs haben sich mit einem Communiqué an die Vereine gewandt. Genug, um die Partie noch zu drehen?

Auf Twitter und anderen Plattformen schalten sich Fanszenen der ganzen Schweiz ein, um ihre Ablehnung gegenüber den geplanten Ligareformen zum Ausdruck zu bringen.

Nun die grosse Frage: Wendet sich das Blatt in dieser Partie noch? Fakt ist: Ganz egal, wie stark das Mittelspiel war. Ist Lüthi & Co im Endspiel nicht in der Lage, den König Matt zu setzen, ist ihr verfrühter Sieg passé und die tapferen Bauern jubeln wieder.

Ich schliesse mit dem letzten Satz des Fan-Briefes: «Wir fordern alle Eishockeyfans dazu auf, sich uns anzuschliessen und unsere Werte und Vorstellungen einer attraktiven Eishockey-Schweiz zu vertreten.»

Thierry Hunziker, Linth24