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Rapperswil-Jona
13.12.2020
13.12.2020 10:31 Uhr

Mitten im Beizen-Ausbau ist um 19 Uhr Schluss: Guet Nacht!

Viele Beizen wie das «Dieci» investieren viel Zeit, Kapazitäten und Geld zum Schutz und Wohlbefinden ihrer Gäste. Bild: Linth24
Monatelange Planung und Investitionen zur Erfüllung des Schutzkonzepts: Die Rapperswiler Beizen rüsten auf für den Winter. Doch mitten im Ausbau ist mit der Schliessung um 19 Uhr bereits wieder alles anders. Was für ein Desaster!

Frühling, Sommer, Herbst und jetzt auch im Winter: Das Gastgewerbe ist geplagt mit dauerndem Auf und Ab, öffnen, zumachen, Schutzkonzepte erarbeiten, umsetzen, erneuern... Die steigenden Konkurs- und Arbeitslosenzahlen bei Hotellerie und Restaurants sprechen eine deutliche Sprache.

Um rentabel zu bleiben, haben viele lokale Gastronomen aufwändige Schutzkonzepte oder sogar auch bauliche Anpassungen getroffen für den Winter. Und jetzt ist um 19 Uhr Schluss! Linth24 hat Rapperswils-Jonas Gastronomen den Puls gefühlt und Meinungen zur aktuellen Lage eingeholt.

  • Dieci: Die Handwerker im Einsatz für die kommenden Gäste Bild: Linth24
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  • Dieci al Lago rüstet sich für den Winter. Bild: Linth24
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Dieci

Das «Dieci» al Lago in Rapperswil rüstet sich mit einem festen Umbau auf für die Winterzeit, um die für den wirtschaftlichen Betrieb notwendige Platzzahl für Gäste mit Schutzkonzept aufrecht halten zu können. Die Kosten dafür belaufen sich auf eine beträchtliche Summe – und jetzt fällt das Abendgeschäft plötzlich weg. Da kann man nur sagen: Guet Nacht!

  • Inan Gedik, Paragraph11: Dank unseren treuen Stammgästen mussten wir kein Personal entlassen. Bild: Linth24
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  • Paragraph11: Zelt für Drinks am Weihnachtsmarkt - mit der Schliessung nun auch vorbei. Bild: Linth24
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  • Paragraph11: Alle Reservationen wurden wieder storniert. Und das im wichtigsten Monat des Jahres. Bild: Linth24
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Paragraph 11

Inan Gedik, Paragraph11: „Unser Zelt haben wir nur für den Weihnachtsmarkt aufgestellt, der jetzt ja leider auch wieder zu ist. Der Betrieb für das Tagesgeschäft macht keinen Sinn. Der Umsatz ist durch die Verordnungen um mehr als die Hälfte eingebrochen. Besonderen Dank gebührt unseren Stammgästen. Ohne sie müssten wir schliessen. Dieses Jahr fallen alle Reservationen für Firmen- und Privatanlässe weg. Der Dezember ist unser umsatzwichtigster Monat. Zum Glück hat der Weihnachtsmarkt stattgefunden, der noch Gäste gebracht hat.“

  • Manolo Navarro, Chef im Zeughaus, kocht trotz Widrigkeiten mit Hingabe für seine Gäste. Bild: Linth24
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  • Zeughaus, Rapperswil: das Zelt für die Raucher. Es zu heizen wäre krasse Energieverschwendung. Bild: Linth24
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Zeughaus

Manolo Navarro, Restaurant Zeughaus: „Als die Massnahmen für Gastronomie am 28. Oktober festgelegt wurden, hatten wir am folgenden Abend noch gerade mal 2 Gäste. Wenn wir jetzt schon ab 19 Uhr schliessen müssen, fällt das vollkommen weg. Niemand wird mehr auswärts Nachtessen. Wir müssen abends wieder voll auf Take-away und Hauslieferungen umstellen. Der Stress und die Ungewissheit zehrt am ganzen Team.“

  • Martina & José Dos Santos vom La Fuente: Stammgäste kommen ganz bewusst um uns zu unterstützen. Bild: Linth24
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  • La Fuente: Schönes Zelt, aber die Gäste bleiben aus. Bild: Linth24
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La Fuente

Martina & José Dos Santos, La Fuente: „Wir sind immer in der Schwebe. Für unser Schutzkonzept haben wir draussen für mehrere tausend Franken ein Zelt aufgebaut, aber bei diesem Wetter möchte trotz Heizung fast niemand draussen essen. Die Umsatzeinbussen sind enorm, zum Glück haben uns bisher unsere Stammkunden gerettet. Bund und Kantone verstehen unsere Situation nicht. Die Stadt macht Versprechen, legt sich aber schriftlich nicht fest. Besonders befremdend war, dass die Rapperswiler Wirte auf dem Weihnachtsmarkt durch einen auswärtigen Restaurantbetreiber konkurriert worden sind.“

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24