Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Gommiswald
20.11.2020
20.11.2020 13:39 Uhr

Gommiswald senkt Steuern

Peter Hüppi konnte 64 Stimmberechtigte zur Bürgerversammlung begrüssen (Bild: alter Gemeindesaal).
An der Gemeindeversammlung von Gommiswald wurde der Steuerfuss der Gemeinde um 3 Prozentpunkte gesenkt. 64 Einwohner versammelten sich am Donnerstagabend im neuen Gemeindesaal.

In Gommiswald fand die Bürgerversammlung am 19. November 2020 trotz Corona statt. «Wir verfügen über ein Schutzkonzept, welches gewährleistet, dass die Hygiene- und Abstandsvorschriften eingehalten werden können», sagte Gemeindepräsident Peter Hüppi.

Auf eine Begrüssung durch den Musikverein wurde dieses Jahr verzichtet und es galt Maskenpflicht. Peter Hüppi konnte trotzdem 64 Stimmberechtigte, oder 1.7 Prozent der Stimmbürger, im frisch renovierten Gemeindesaal zur Bürgerversammlung begrüssen. Eigentlich wurden mehr Anwesende erwartet, jedoch mangelte es den Stimmberechtigten nicht an Wortmeldungen, wodurch es zu regen Diskussionen kam.

Steuersenkung um 3 Prozent

Die grösste Diskussion ergab sich beim Thema Steuerfuss. Der Gemeinderat beantragte eine Senkung von 116 Prozentpunkten auf 113. Die Gemeinde stehe finanziell gut da und könne eine Senkung von 3 Prozent gut verkraften. Trotz geplanten Investitionen in den kommenden Jahren liessen Reserven eine Steuersenkung von 116 auf 113 Prozent zu. Langjährige Anstrengungen der Bürgerschaft und Behörden waren notwendig um den Steuerfuss in verträglichen Bahnen führen zu können... Es ist sowas wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, das sich die Gommiswaldner selbst gemacht haben.

«Erst wenn die Schulden abbezahlt sind»

Doch nicht alle Bürger waren damit einverstanden: Ein Dutzend wollten, dass der Steuerfuss belassen bleibt, bis der Schuldenberg auf einem Tiefpunkt angelangt ist. Ein Bürger meinte ganz energisch, dass ein Schuldenberg von rund 10 Millionen Franken kein Pappenstiel sei und die Steuerzahler auf eine falsche Fährte geführt werden. Schlussendlich stimmten jedoch nur 12 Personen dem Antrag, den Steuerfuss zu belassen, zu. Der Grossteil stimmte der Steuersenkung zu.

Budget 2021: Minus von 517‘900 Franken

Beim Budget 2021 beantragte ein Bürger die Ablehnung des Budgets. Dies vor allem, um den vorgesehenen Beitrag von 150'000 Franken für den Ersatz der Folie im Schwimmbecken der Badi zu streichen.

Letztlich sagten die Bürgerinnen und Bürger jedoch Ja zum Budget 2021. Dieses sieht ein Minus von 517'900 Franken vor: Der Betrag wird aus der Ausgleichsreserve bezogen.

Kredit für Wasserleitungen

Die Wasserleitung entlang der Poststrasse in Ernetschwil hat ihre Lebenserwartung erfüllt und muss erneuert werden. Die Transportleitung wird durch eine neue Gussleitung ersetzt. Von der Altbadstrasse bis Poststrasse wird eine neue Versorgungsleitung erstellt und die Wasserleitung wird saniert. Die Stimmbürger bewilligten einen Baukredit von  421 000.- Franken, ohne Diskussion.

Sanierung des Reservoir Risisberg

Das Reservoir Risisberg hat für die Wasserversorgung Gommiswald eine zentrale Bedeutung. Das Reservoir entspricht nun nicht mehr den heutigen Anforderungen hinsichtlich der Hygiene und Löschwasserreserven. Auch verschiedene Wasserleitungen müssen ersetzt werden und die Wasserkammer muss neu beschichtet werden. Auf dem neuen Dach wird eine Photovoltaikanlage montiert. Die Stimmbürger bewilligten einen Baukredit von 1‘200‘000.- Franken. Lediglich 2 Bürger lehnten die Sanierungsarbeiten ab.

Gemeindehaus und Feuerwehrdepot

Im Zusammenhang mit dem Neubau Gemeindehaus-Feuerwehrdepot ergaben die Bodenuntersuchungen durch das Amt für Umwelt, dass der Standort weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig ist.

Der betroffene Aushub muss allerdings gesondert entsorgt werden. Die Mehrkosten von rund 900‘000.- Franken wurden bereits im Jahr 2019 zugesprochen. Mit dem Neubau soll im Frühsommer 2021 begonnen werden.

Wanderwegsanierung

Die Zinkenbergbrücke zwischen Rieden und Kaltbrunn muss erneuert werden. Beide Gemeinden leisten je einen Betrag von 65‘000.- Franken.

Viele Fragen der Bürger

Die Bürgerversammlung gibt den Einwohner die Gelegenheit Fragen zu stellen, was alles im Gemeindehaus beschlossen wurde. Die Gemeinde leistet an die Badi einen Betriebsbeitrag von 150‘000.- Franken. Da tauchte die Frage auf, warum die Gemeinde nochmals 10‘000.- Franken zusätzlich schenken wolle.

Der Schwerverkehr von Wattwil über Ricken bis Eschenbach hat mit der Umfahrung Bütschwil stark zugenommen, demzufolge wünschte ein Bürger, dass der Personenschutz erhöht werde.

Die nächste Bürgerversammlung findet am 20. Mai 2021 in Ernetschwil statt.

Werner Hofstetter, freier Mitarbeiter bei Linth24