Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Magazin
19.11.2020
19.11.2020 16:09 Uhr

Keine Direktzahlungen für Hanf-Ernte im Linthgebiet

Im Linthgebiet kann auf eine erfolgreiche Ernte von CBD Hanf zurückgeblickt werden.
Mit den letzten sonnigen Tagen ging die Hanf-Ernte im Linthgebiet zu Ende. Die warmen und trockenen Tage bedeuteten eine erfolgreiche „legale“ Ernte.

Auch im Linthgebiet wird CBD-Hanf für Zwecke angebaut, die lange in Vergessenheit gerieten. Bauern sorgen für eine Wiederbelebung dieser zu Unrecht verteufelten Pflanze. Für Anbau und Ernte müssen nebst gutem Boden noch viele andere Faktoren stimmen. Viel Handarbeit, wie z.B. Unkrautbekämpfung, ist nicht zu unterschätzen. Hanf benötigt am Schluss der Reife niederschlagsfreie, sonnige, warme Tage wie in diesem Jahr. Passt das Wetter nicht, verschimmelt das ganze Erntegut.

In der Schweiz ist der Anbau legal, wenn die Pflanze zu jedem Zeitpunkt einen THC-Gehalt von 1% nicht überschreitet. So ist die Pflanze nicht als Rauschmittel geeignet. Im Vergleich hat eine illegale Pflanze normalerweise einen THC-Gehalt von >20%. Je nach Sorte nutzt man Hanf als Faserlieferant für Kleider, Auto-Interieur, Tierfutter, Einstreu, Brennstoff und vieles mehr. Hanf für kosmetische oder medizinische Zwecke ist von höchster Qualität, die Kulturen sind vergleichbar mit dem Anbau von Kräutern.

Heiss begehrt, aber nicht zum Rauchen oder als Cookies bestimmt.

JEPS-Herbs AG

Den Schwierigkeiten bei Ernte und Trocknung hat sich ein junges Team mit einer massgeschneiderten Lösung angenommen. Das im Sommer gegründete Start-Up «JEPS-Herbs AG» hat eigens dafür eine spezielle Erntemaschine und Trocknungsanlage entwickelt. JEPS, das sind Jan Müller, Erwin Kündig, Peter Fröhlich und Simon Lässer.

Einkommen der Bauern sichern

JEPS nutzen ihr Know-How aus Feldbearbeitung, Logistik, Anbaumethoden und Marketing, um den Bauern ihr Einkommen zu sichern. Bei der Durchfahrt der Erntemaschinen werden nur Blätter und Blüten unter ständiger Belüftung geerntet, damit sie nicht braun werden. Auf dem speziellen Bandtrockner herrschen niedrige Temperaturen und viel Luft. Genau das Gegenteil der Grastrocknung, in welcher man Hanf wegen der viel zu hohen Temperaturen nicht verarbeiten kann.

  • Die umgebaute Maschine zupft nur Blätter und Blüten ab.
    1 / 2
  • In der eigens dafür angefertigten Bandanlage wird der Hanf getrocknet.
    2 / 2

Keine Direktzahlungen

Für Hanf werden kurioserweise keine Direktzahlungen bezahlt, mit der Begründung, dass er nicht zur Ernährungssicherheit beitrage. Das gleiche könnte man von Tabak oder Hopfen, Gerste und Weizen für die Bierbrauer behaupten, welche aber Subventionen und weitere Zuschüsse erhalten.

Seit Corona-Beginn ist die Nachfrage nach CBD-Tropfen massiv gestiegen, weil eine kanadische Studie mit CBD die Hemmung viraler Infekte aufzeigt und deshalb deren Verlauf milder ist. Trotzdem bleibt Hanf ein Risikogeschäft in einem volatilen und dynamischen Markt und ist nur profitabel, wenn man als Vollblut-Unternehmer einen kühlen Kopf bewahren kann.

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24