Immer mehr nutzen KI
Künstliche Intelligenz ist in der Schweiz breit angekommen. Laut einer repräsentativen Umfrage von Comparis nutzen inzwischen 76,1 Prozent der Bevölkerung KI-Tools wie Chatbots. Im Jahr 2024 lag dieser Anteil noch bei 49,7 Prozent, 2025 bereits bei 62,4 Prozent.
«Die Nutzung von KI-Tools wird immer selbstverständlicher. Durch KI-Funktionen in der Google-Suche kommt heute praktisch jede Internetnutzerin und jeder Internetnutzer automatisch mit künstlicher Intelligenz in Kontakt», sagt Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick.
Unterschiede je nach Alter und Einkommen
Die Nutzung unterscheidet sich deutlich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Besonders verbreitet ist sie bei jungen Erwachsenen: In der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen nutzen über 90 Prozent KI-Anwendungen. Bei den über 56-Jährigen liegt der Anteil hingegen bei gut der Hälfte.
Auch Bildung und Einkommen spielen eine Rolle. Personen mit höherem Bildungsniveau sowie Haushalte mit höherem Einkommen greifen häufiger auf KI-Tools zurück. Zudem zeigen sich regionale Unterschiede: In der französischsprachigen Schweiz ist die Nutzung stärker verbreitet als in der Deutschschweiz.
Chatbots als Suchhilfe
KI wird immer häufiger zur Informationssuche eingesetzt. Über 40 Prozent der Befragten nutzen Chatbots bereits anstelle klassischer Suchmaschinen. Auch im Arbeitsalltag gewinnen die Tools an Bedeutung, etwa beim Verfassen von Texten oder beim Zusammenfassen von Inhalten.
«Die Informationsbeschaffung mit einem Chatbot ist einfach und bequem. Klassische Suchmaschinen, die nur Links ausspucken, stehen unter Druck und werden verschwinden», so Frick.
Schreiben wichtigste Form
Am häufigsten erfolgt die Nutzung über schriftliche Eingaben. Die Kommunikation per Textfeld in Apps oder auf Webseiten ist klar bevorzugt, während Sprach- oder Videoanwendungen deutlich weniger genutzt werden. «Mit einer KI zu chatten, fühlt sich so normal an wie mit Freundinnen und Freunden eine WhatsApp-Nachricht auszutauschen», erklärt Frick.
Erwartungen und Skepsis
Gleichzeitig sind die Erwartungen an die Technologie hoch. Rund zwei Drittel der Befragten akzeptieren Fehler bei Chatbots nicht eher als bei Menschen. «Die Erwartungen an KI sind hoch: Sie soll möglichst fehlerfrei funktionieren. Gleichzeitig bleiben Halluzinationen ein reales Risiko», sagt Frick.
Sensible Daten
Besonders vorsichtig sind viele Menschen beim Umgang mit persönlichen Daten. Mehr als die Hälfte der Befragten würde keine Informationen zu psychischen Problemen mit einem Chatbot teilen. Auch bei anderen Gesundheitsdaten ist die Zurückhaltung gross. «Die Zurückhaltung beim Teilen persönlicher Daten ist berechtigt – und sollte nicht nur bei Gesundheitsinformationen beherzigt werden», so Frick.
Akzeptanz in Alltagssituationen
In bestimmten Bereichen werden Chatbots hingegen klar akzeptiert. So bevorzugen viele Befragte KI etwa bei Anfragen zum Lieferstatus oder bei einfachen Produktfragen. Auch bei Registrierungen greifen viele lieber auf automatisierte Lösungen zurück.
Wie Comparis schreibt, basiert die Umfrage auf einer Befragung von 1’035 Personen in der Schweiz, die im März 2026 durchgeführt wurde.