Rapperswil-Jona
06.12.2019
06.12.2019 01:30 Uhr

Jonas Grossinvestor Nef – ein Riese verstarb

Der verstorbene Grossinvestor Hans Nef, der in Jona rund 200 Millionen Franken investieren wollte, war in jeder Beziehung ein Schwergewicht. Ein Nachruf.

Gestern hat Linth24 berichtet, dass der 75-jährige Immobilien-Tycoon Hans Nef auf den Kapverdischen Inseln bei einem Badeunfall verstorben ist.

In Rapperswil-Jona war Nef vor allem wegen des geplanten Jona Centers bekannt. Auf dem Gelände der Autowaschstrasse Reiser und des Shoppincenters Ex Möbel Ferrari plante er auf 9‘000 Quadratmetern Grundfläche drei Baukörper zu erstellen. Nef wollte hier für 100 Millionen Franken rund 30‘000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbeflächen entstehen lassen.

Zudem kaufte Nef vor 3 Jahren für 20 Millionen Franken das alte Swisscom-Gebäude an der Eichwiesstrasse in Jona. Hier schwebte Nef vor, ein Techno-Park mit Hotel zu erstellen, das heute teilweise in der Realisationsphase steht. Das Investitionsvolumen beträgt auch hier gegen 100 Millionen Franken.

Weit verzweigtes Firmenreich

Hans Nef kontrollierte ein weit verzweigtes Unternehmens-Geflecht, zusammengefasst in seiner Primag Management AG. Zum seinem Immobilienreich gehören über 500 Wohnungen und gegen 100‘000 Quadratmeter Büroflächen.

Daneben kontrollierte er ein rundes Dutzend weiterer Unternehmen in verschiedenen Branchen: von Gesundheit, Ingeneering, Hotels, Energie bis zur Bauentwicklung.

Zudem gehört zum Nef-Konglomerat das Weingut Vina Robles in Kalifornien. Auf 450 Hektaren Anbaufläche werden dort jährlich über 400‘000 Flaschen Wein produziert. Im Zentrum des Weinguts unterhielt der Grossunternehmer ein Hotel mit Amphitheater für 3‘000 Zuschauer, in dem Showgrössen wie Brian Adams, B. B. King, Sammy Haggar oder Ziggy Marley auftraten.

Nef war ein Energie-Pionier

Nef war seiner Zeit in vielem oft voraus. So baute er als erster in der Schweiz Energiepanels. Wo immer es möglich war, erstellte er Sonnen-Energieanlagen und trieb als Hauptaktionär auch die Firma Edisunpower AG voran, welche europaweit Sonnenenergie produziert – mit einem Aktienkapital von 17 Millionen Franken. Zudem produzierte Nef auch als Privatperson Energie. Rund um seinen Heimatort Neerach hatte er verschiedene Fabrikdächer gemietet und darauf Solaranlagen zur Stromproduktion erstellt.

Nef kannte auch keine Grenzen. Im afrikanischen Ghana besass er riesige Cacao-Plantagen, und in jüngster Zeit begann er auch auf Kuba zu investieren.

Die Familie von Hans Nef – er hinterlässt zwei erwachsene Kinder – hat mitgeteilt, das Lebenswerk des Verstorbenen in seinem Sinne weiterzuführen.

Ich hatte die Gelegenheit, mit Hans Nef mehrere Gespräche zu führen. Beeindruckend waren seine Bescheidenheit und seine Gelassenheit – hinter denen man jedoch immer auch seinen unstillbaren Drang spürte, Neues zu schaffen.  

Bruno Hug, Linth24
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