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09.01.2026
09.01.2026 14:37 Uhr

Plakat-Streit - Küsnacht stur

Muss sich den Platz auf der Plakatwand wohl mit Konkurrent(inn)en teilen: Hans-Peter Amrein.
Muss sich den Platz auf der Plakatwand wohl mit Konkurrent(inn)en teilen: Hans-Peter Amrein. Bild: zVg
Die Gemeinde Küsnacht hält trotz Kritik an ihrer Wahlplakat-Regelung fest. Die Forderung des parteilosen Gemeindepräsidentschaftskandidaten Hans-Peter Amrein nach einer eigenen Plakatfläche wird abgelehnt.

Die Gemeinde Küsnacht weist das Anliegen von Hans-Peter Amrein zurück, ihm im Wahlkampf vor den Erneuerungswahlen vom 8. März eine eigene Plakatfläche zur Verfügung zu stellen. Damit bleibt die umstrittene Praxis bestehen, wonach parteilose Kandidierende als eine einzige «Gruppierung» behandelt werden.

Ein Plakat für fünf Kandidaten

Konkret bedeutet dies: Fünf Parteilose müssen sich ein Plakat teilen, während Parteien unabhängig von ihrer Grösse eigene Standorte erhalten.

«Technische Gründe»

Zur Begründung verweist die Gemeinde auf technische Abläufe. Ein F4-Plakat könne in vier kleinere Sujets unterteilt werden, heisst es aus dem Gemeindehaus. Ob und wie die Parteilosen diese Fläche aufteilen, sei ihre Sache. Die Anzahl der Plakatstellen sei fix und könne nicht angepasst werden. 

Dass einzelne Parteien mit nur einem Kandidaten vier Plakatstellen erhalten, während fünf Parteilose gemeinsam auskommen müssen, liege «nicht im Einflussbereich der Gemeinde».

Mit diesen Plakaten sorgte Hans-Peter Amrein vor den Regierungsratswahlen 2023 für Aufsehen. Bild: gk24

Bekannte Kritik – ungelöste Schieflage

Die Kritik ist nicht neu: Bereits zuvor hatte Amrein die Regelung als «absurd» bezeichnet und darauf hingewiesen, dass er nicht gemeinsam mit politisch gegensätzlichen Konkurrenten auftreten wolle. Sein Vorschlag einer minimalen Lösung – je eine Plakatstelle für Parteilose vor dem Gemeindehaus – wurde nun definitiv verworfen.

Keine Stimmrechtsbeschwerde

Für Amrein ist der Fall damit nicht erledigt. Er spricht von einer formell korrekten, aber demokratiepolitisch fragwürdigen Praxis, die parteiunabhängige Kandidaturen systematisch benachteilige. Auf eine Stimmrechtsbeschwerde will er gleichwohl verzichten: «Ich konzentriere mich auf den Wahlkampf», sagt er gegenüber Linth24.

Thomas Renggli
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