Rapperswil-Jona
13.08.2019
13.08.2019 15:39 Uhr

«Polen im Schloss» statt Polenmuseum

Mit einem Umbau und einer «Neuinszenierung» soll das Schloss Rapperswil «zu neuem Leben erweckt» werden. Heute stellten der Stadtpräsident und die Ortsgemeinde als Besitzerin des Schlosses das Konzept vor.

Das Schloss zu neuem Leben erwecken – das bezwecken Ortsverwaltungsrat und Stadtrat mit dem Projektierungskredit „Umbau und Neuinszenierung Schloss“. Die Bürgerschaften von Stadt und Ortsgemeinde befinden über den Projektierungskredit von je 0,85 Mio. Franken am 5. September 2019 (Stadt), respektive am 10. September (Ortsgemeinde). Das Schloss als Wahrzeichen von Rapperswil-Jona soll für die Bevölkerung und die Gäste unserer Stadt zugänglicher und attraktiver werden.

Die heutigen räumlichen Verhältnisse erlauben es kaum, das Schloss offener für kulturelle, gesellschaftliche und touristische Anlässe zu nutzen. Die Ortsgemeinde Rapperswil-Jona hat deshalb als Eigentümerin des Schlosses in Kooperation mit der Stadt Rapperswil-Jona in einem breit abgestützten Prozess ein neues Nutzungskonzept für das Schloss (Vision 2014) entwickelt. Diese Vision wurde zwischenzeitlich weiterbearbeitet und konkretisiert.

Mit dem Umbau und der Neuinszenierung soll das Schloss ein offenes Haus werden, eine hohe Attraktivität für Stadt und Region bieten und sich als Tourismusattraktion sowie Veranstaltungsort positionieren.

Architektur: Umsichtiger Umgang mit der historischen Bausubstanz

Damit diese Ziele erreicht werden können, sind bauliche Eingriffe an diesem zentralen Kulturgut erforderlich. Die Ortsgemeinde und die Stadt haben zu diesem Zweck unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Rahmenbedingungen einen Projektwettbewerb durchgeführt.

Das Projekt „Crepaccio e mulini“ (Gletscherspalte und Gletschermühle) der PARK dipl. Arch. ETH SIA BSG AG mit Philip Ursprung & raumfalter dipl. Architekten USI SIA, Zürich, vermochte die Jury zu überzeugen. Die Gletscherspalte und die Gletschermühlen stehen für den Dialog der Generationen.

Ein zentrales Anliegen des Gesamtprojektes ist es, die Zugänglichkeit des Schlosses zu erhalten resp. zu verbessern. Die heutigen organisatorischen Abläufe werden mit diesem Projekt optimiert. Eine neue Buvette vor dem Schloss mit einem Café mit eingeschränkten Öffnungszeiten und einer Übersicht über die verschiedenen Angebote bilden darüber hinaus eine neue Empfangssituation.

Das zweite Obergeschoss mit «Polen im Schloss»

Ausstellung: faszinierende Zeitreise durch ein halbes Jahrtausend

Das Schloss soll auch als Hort der Geschichte zu neuem Leben erwachen. Der heute durch das eigenständige Polenmuseum belegte Schlossrundgang soll geöffnet werden. Das von Steiner Sarnen Schweiz konzipierte Besuchererlebnis nimmt die Gäste mit auf eine faszinierende Zeitreise durch mehr als ein halbes Jahrtausend Schlossgeschichte.

Die Kombination von einprägender Geschichtsvermittlung und emotionalem Erlebnis macht das Schloss Rapperswil und seine historische Bedeutung sowohl für Kinder wie auch Erwachsene leicht verständlich. Die polnische Präsenz und deren Bedeutung für das Schloss soll zukünftig als integrierter Bestandteil im neuen Schlossmuseum sichtbar werden.

Künftiger Betrieb: Alles aus einer Hand

Heute sind für die verschiedenen Anspruchsgruppen im Schloss drei unterschiedliche Institutionen zuständig. Neu soll das Schloss „aus einer Hand“ bewirtschaftet werden und zwar als ortsgemeindeinterner Betrieb mit einem Betriebsleiter/einer Betriebsleiterin analog zum Stadtmuseum.

Der Betrieb erhält als strategische Führung einen Schlossrat, in dem Stadtrat und Ortsverwaltungsrat sowie Fachpersonen vertreten sein werden. In die Zuständigkeit des Betriebs fallen insbesondere die Bereiche Raummanagement, Kultur und Ausstellung.

Von links nach rechts: Martin Stöckling (Stadtpräsident Rapperswil-Jona), Matthias Mächler (Präsident Ortsgemeinde), Christoph Sigrist (Geschäftsführer Ortsgemeinde)

Kosten

Die Kosten für Projektierung, Bau und Szenographie belaufen sich auf rund 17 Mio. Franken. In einem ersten Schritt befinden die Bürgerinnen und Bürger von Ortsgemeinde und Stadt über einen Projektierungskredit von je 0,85 Mio. Franken, respektive gesamthaft 1,7 Millionen Franken.

Nach abgeschlossener Projektierung wird den Bürgerinnen und Bürgern von Stadt und Ortsgemeinde der Baukredit unterbreitet. Der städtische Anteil des Baukredits untersteht zudem dem obligatorischen Finanzreferendum. Die Abstimmung erfolgt voraussichtlich im Mai 2020.

Kultur als Verbundaufgabe

Kultur ist eine Verbundaufgabe zwischen der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona und der Stadt Rapperswil-Jona. Aus diesem Grund treten die Ortsgemeinde und die Stadt in diesem Projekt gemeinsam auf. Die Federführung liegt bei der Ortsgemeinde, welche auch in Zukunft Eigentümerin des Schlosses bleiben wird.

OM