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Gommiswald
22.11.2019

Bürger für neuen Gemeindesaal

Die Gemeindeversammlung von Gommiswald befürwortete einen neuen Gemeindesaal, eine neue Gemeindeordnung, das Budget 2020 und denselben Steuersatz.

«St. Gallen fragen; St.Gallen bestimmt; St. Gallen entscheidet: St.Gallen zahlt nichts». Harte Worte schleuderte Hans Gübeli in die Reinhalle in Rieden, anlässlich der Bürgerversammlung Gommiswald. Die 209 Stimmberechtigten, inklusive Gemeinderat, nahmen die Äusserungen gelassen entgegen.

Gemeindepräsident Peter Hüppi führte souverän durch die lebhaften zweistündigen Verhandlungen. Zwei erfreuliche Nachrichten gab es von ihm:

Der Projektverlauf für das neue Gemeindehaus mit Feuerwehrdepot kann eingehalten werden, so dass im 1. Quartal 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Und, die Sanierungsarbeiten bei der Mehrweckhalle Ernetschwil sind abgeschlossen und entsprechen den heutigen Notwendigkeiten,

Sanierung Gemeindesaal für 2.5 Mio.

Vor rund 40 Jahren wurde der Gemeindesaal mit Einfachturnhalle errichtet. Für die ganze Anlage werden nun Sanierungsarbeiten geplant. Der Saal wird vom Schulbetrieb, wie von Vereinen gut genutzt. Darum muss der Gebäudetrakt energetisch ausgerüstet werden.

Für Vorbereitungsarbeiten, Gebäudeanpassungen, Betriebseinrichtung und Umgebung beantragte der Gemeinderat einen Baukredit von 2‘490‘000.- Franken. Bemängelt wurde, dass der Bühnenaufgang nicht Rollstuhlgängig geplant wurde. Doch würde das dazukommen, müsste die Sanierung um Jahre verschoben werden. Dies aber wollten die Bürger nicht und bewilligten dem Gemeinderat den Baukredit mit nur sieben Gegenstimmen.

Schulhaus Gebertingen

Das ehemalige Schulhaus in Gebertingen wird seit der Einschulung in Ernetschwil nicht mehr für den Schulbetrieb benötigt. Nach Gemeindegesetz dient das Verwaltungsvermögen der Erfüllung von öffentlichen Aufgaben. Für das bestehende Gebäude trifft dies nicht mehr zu.  Konkrete Vorschläge über eine Verwendung der Liegenschaft sind keine vorhanden.

Der Gemeinderat beantragt, das alte Schulhaus vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen zu übertragen. Diesem Transfer konnte Hans Gübeli nicht folgen.  Er glaubt immer noch, dass die Gemeinde einen Nutzer findet. Nur sechs Stimmbürger waren gleicher Meinung, alle andern Anwesenden willigten dem Antrag des Gemeinderates zu.

Neue Gemeindeordnung

Der Gemeinderat beantragte eine Teilrevision der Gemeindeordnung. Darin enthalten ist die Verkleinerung des Gemeinderats von heute sieben auf fünf Mitglieder. Die Bürger fanden, dass die Kürzung keine gute Lösung ist. Damit werden Behördenmitglieder noch mehr belastet, eine Kostensenkung ist nicht zu erwarten. Es wird immer prekärer neue Mitbürger zu finden, die  ein öffentliches Amt übernehmen wollen. Eine personelle Kürzung wurde deshalb abgelehnt.

Neue Strukturen

Die Strukturen der Gemeinde wurden intensiv überarbeitet und die Führung der Schule überprüft. Eine recht intensive Diskussion entstand über die Einführung der Schulleiterfunktion. Viele operative Geschäfte werden durch die Schulleitung wahrgenommen. Die Diskussionen pendelten zwischen Rektoratsmodell und Geschäftsleitungsmodell. Ein Rektorat gewährleistet ein zukunftsorientierte und professionelle Schulführung. Da keine Ablehnungsvorschläge vorgelegt wurden, stimmten die Bürger der Teilrevision zu.

Budget 2020

Gommiswald verwaltet eine starke Steuerkraft und das hat weniger Subventionen des Kantons zur Folge. Die Versammlung stimmte dem Budget 2010 mit Mehraufwand von 593‘400.- Franken zu und beliess den Steuerfuss bei 116 Prozent.

Nach zwei Stunden konnte Gemeindepräsident Peter Hüppi die lebhafte Bürgerversammlung schliessen. Er bedankte sich bei der Musikgesellschaft Alpenrösli Gommiswald, die vor Versammlungs-beginn mit schmissigen Vorträgen die Mitbürger begrüsst hatte.

Werner Hofstetter, Linth24