Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Leserbrief
Rapperswil-Jona
20.11.2019
20.11.2019 06:56 Uhr

«Avenida»: Parlament nötig?

Braucht es als Konsequenz aus der Avenida Niederlage für den Stadtrat ein Stadtparlament, fragt sich Verena Bär-Deucher aus Rapperswil-Jona.

Zuerst möchte ich dem Stadtrat mein Beileid ausdrücken, so hoch zu verlieren gönne ich auch meinen ärgsten Feinden nicht. Die Thematik Verkehr RJ ist wahrlich eine Herkules Aufgabe. Das positive NEIN erfreut mich natürlich dennoch sehr.

Auf die Frage «was würden Sie im Rückblick anders machen» war die Antwort des Stadtpräsidenten unter anderem: «Es gab kein JA-Komitee.» Das scheint mir nun doch zu simpel. Da fehlt mir jede ehrliche Rückschau.

Denn bereits der Knoten Feldlistrasse wurde abgelehnt. Es hiess damals, es habe ein Gesamtkonzept für die ganze Strasse gefehlt. Kein Einbezug z.B. zum geplanten Tunnel. Jedoch: Schon damals wurden sehr ähnliche Gegenargumente vorgebracht wie bei der «Avenida»: Keine Verkehrsberuhigung, mehr Rückstau, Behinderung der Velospur durch den Bus, zuviel Laubbaumwald, mangelnde Information usw.

Für die Abstimmung «Avenida» wurde nun dieselbe, schon abgelehnte Baumallee aufgewärmt, mit denselben Verkehrsbehinderungen, einfach alles nur neu gezeichnet und verlängert. Nicht zu reden von den neu dazugekommenen, schlecht durchdachten Landenteignungen! Wo blieb da die Bürgernähe?

Resultat: Fast 70% der Stimmberechtigten wollen dieses Projekt nicht.

Eigentlich heisst das für den Stadtrat: «Wir waren nicht in der Lage, etwas zu verbessern. Oder anders gesagt: Sind wir überhaupt die geeigneten Stadtplaner? Sind wir in der Lage, die Stadtanliegen zu erkennen?» Oder: Wo sind die geeigneten Personen, welche ganzheitliche, komplizierte Verkehrs- und Stadtplanungserfahrung haben, welche neue Ideen zur Stadtentwicklung vorlegen können?

Da frage ich mich wirklich langsam, ob ev. ein Stadtparlament nicht doch professionellere Gesamtlösungsansätze suchen würde.

Verena Bär-Deucher, Rapperswil-Jona.