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Rapperswil-Jona
06.11.2020

Mit Crowdfunding zum Unverpackt-Laden

v.l.n.r: Feride Dogum, Simone Berger, Martina Fischli und Yvonne Sutter. Auf dem Bild fehlt  Priska Gätzi
v.l.n.r: Feride Dogum, Simone Berger, Martina Fischli und Yvonne Sutter. Auf dem Bild fehlt Priska Gätzi Bild: L24
Fünf Frauen aus der Region wollen in Rapperswil-Jona einen Unverpackt-Laden mit Kafi eröffnen. Damit das gelingt, haben sie ein Crowdfunding gestartet.

Jetzt gilt es ernst. Etwas mehr als dreissig Tage bleiben den fünf Jungunternehmerinnen Martina Fischli, Feride Dogum, Priska Gätzi, Simone Berger und Yvonne Sutter, um auf der Crowdfundplattform Crowdify die angestrebten 70’000 Franken zu sammeln. 50'000 Franken müssen es aber mindestens sein, damit die Finanzierung überhaupt zustande kommt und sie ihr Projekt «Unverpackt-Laden in Rapperswil-Jona» wie geplant umsetzen können.

«Am ersten Wochenende kamen sage-und-schreibe über 20'000 Franken zusammen, verteilt auf 250 Investoren», freut sich Feride Dogum. Es wundert also nicht, dass der Blick während des Gesprächs mit Linth24 des öfteren auf das Smartphone wandert. «Hey, wir haben schon über die Hälfte», ruft sie erfreut aus – es wird von ihren Mitstreiterinnen mit erfreuten Blicken und breitem Lachen quittiert.

Herzblut, Engagement und ganz viel Arbeit
Die Anspannung ist verständlich, denn die fünf Frauen haben viel Herzblut, viel Engagement und ganz viel Arbeit in ihr Projekt gesteckt. Einen Unverpackt-Laden mit Kafi in Rapperswil-Jona, an dem arbeiten sie schon sehr lange – Businessplan, Kommunikationskonzept, Social-Media-Einbindung und Mund-zu-Mund-Propaganda inklusive.

Einen Teil des Startkapitals hat das Team der Abfülleraj bereits eigenfinanziert, der Erlös aus dem Crowdfunding soll vollumfänglich für den Ladenausbau und die Geschäftseinrichtung verwendet werden. Dazu gehören die für Unverpackt-Läden typischen Lebensmittelbehälter aus Glas, Regale, ein Kassensystem mit Waage sowie Kleinmaterial wie Schaufeln und Behälter. Für das Laden-Kafi werden eine Küche, eine Gastrokaffeemaschine sowie Tische und Stühle angeschafft.

Die fünf Unternehmerinnen haben die GmbH «Abfülleraj» ins Leben gerufen. Zusammen möchten sie einen «Unverpackt»-Laden in Rapperswil-Jona eröffnen. Bild: zv

Schon rund 100 Unverpackt Läden
Es gibt schon rund 100 Unverpackt Läden in der Schweiz. «Als wir uns sicher waren, dass wir einen solchen eröffnen, haben wir gezielt einige davon kontaktiert, um herauszufinden, wie sie es genau machen», weiss Martina Fischli zu berichten und fügt an: «wir gingen so zusagen «ins Coaching» und erhielten so viele Informationen, die uns beim Aufbau unseres Geschäftes weiter geholfen haben.» Wenn alles gut kommt und das Crowdfunding erfolgreich abgeschlossen werden kann, dann soll die Eröffnung im nächsten Mai oder Juni stattfinden. «Eine Lokalität, die uns ausgezeichnet passt, haben wir schon in Aussicht, aber unterschrieben ist noch nichts», verrät uns Yvonne Sutter.

Am Freitag wird das Team übrigens am Rapperswiler Freitagsmarkt einen Stand führen, um über ihren Unverpackt-Laden weiter zu informieren. Wer diesen nicht besuchen kann, der findet hier weitere spannende Informationen.

Was ist ein Unverpackt-Laden?

Beim Einkauf im Unverpackt-Laden bringt die Kundschaft eigene Beutel und Behälter von zu Hause mit. Vor Ort wird das Gewicht des Gefässes notiert. Die Lebensmittel werden aus Glasbins und weiteren Grossgebinden abgefüllt und das Nettogewicht an der Kasse bezahlt. Das Sortiment umfasst Grundnahrungsmittel, Hygiene- und Reinigungsprodukte sowie Produktalternativen, die den Zero Waste-Alltag vereinfachen. Die Abfallreduktion, auch bekannt unter dem Begriff Zero Waste, ist ein wesentlicher Aspekt des Unverpackt einkaufens. Es geht darum Einwegverpackungen, die direkt im Abfall landen, zu vermeiden. Oft geht diese Art des Einkaufs mit einem auch in anderen Bereichen umweltbewussten Lebensstil einher.

Rolf Lutz, Linth24