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Eschenbach
31.10.2020
31.10.2020 06:43 Uhr

Gübeli im Video-Interview, Gubelmann taucht ab

Marcel Gübeli im Linth24-Interview über seinen Werdegang, seine Ansichten über das Schweizer Schulsystem und seine möglichen Aufgaben als neuer Schulpräsident.
Am 29. November wird in Eschenbach der neue Schulpräsident gewählt. Marcel Gübeli stellt sich dem Linth24-Video-Interview. Sein Kontrahent Reto Gubelmann tritt öffentlich nicht auf.
  • Von Bruno Hug

In Eschenbach kandidieren Marcel Gübeli und Reto Gubelmann für das Schulpräsidium. Wie folgender Bericht zeigt, ist das eine wegweisende Wahl.

Marcel Gübeli (52) bringt in Sachen Schule viel Erfahrung mit. Er ist seit 2007 Direktor der Interkantonalen Lehrmittelzentrale mit Sitz in Rapperswil-Jona. Zuvor war er Mitarbeiter in der Bildungsdirektion des Kantons Zürich und Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens für Schulen. Ausserdem amtete er als Lehrer in Wangen SZ und im Kanton Aargau. Zudem sass er mehrere Jahre in der Schulfernsehkommission des Schweizer Fernsehens. Wie sich Marcel Gübeli seine Arbeit als vollamtlicher Schulpräsident in Eschenbach vorstellt und warum er sich für dieses Amt bewirbt, erklärt er im Video-Interview mit Linth24-Verleger Bruno Hug.

Gubelmann dispensiert sich

Der zweite Kandidat fürs Schulamt ist Reto Gubelmann. Der 45-jährige Techniker TS und Betriebswirtschafter schreibt über sich, dass ihm als Vater von drei schulpflichtigen Kindern die Schule wichtig sei.

Reto Gubelmann ist Gemeinde-Vizepräsident von Eschenbach, stellvertretender Schulpräsident und somit in der Gemeinde bekannt. Ob dies der Grund ist, weshalb er sich der Öffentlichkeit nur schriftlich stellen will, ist unbekannt. Als nämlich das Familienforum Eschenbach, im Dorf und in der Schule eine wichtige Institution, Gubelmann zu einem Video-Interview einlud, sagte er ab. Er teilte den engagierten Eltern mit, er wolle die Fragen schriftlich beantworten. Sein Kontrahent Marcel Gübeli stand dagegen spontan Red’ und Antwort.

Auch die CVP liess Gubelmann hängen. Zwei Tage vor dem vereinbarten Kandidaten-Hearing sagte er seine Teilnahme ab. Er werde allfällige Fragen via E-Mail beantworten, schrieb er der Partei

Auch Linth24 ging es nicht besser. Auf die Einladung zum Video-Interview liess Gubelmann die Redaktion wissen, er habe «ähnliche Anfragen aus persönlichen Gründen im Zusammenhang mit den Tätigkeiten in öffentlichen Ämtern abgelehnt.» Er stehe aber für Rückfragen und Wahlinterviews zur Verfügung.

Fragen und Antworten nur schriftlich

Linth24 wurde aus der Antwort nicht schlau und hakte in einer Mail nach, ob er am Interview teilnehme oder nicht? Tags darauf antwortete Reto Gubelmann mit einem einzigen Satz:  «Interviews mit Fragen zu aktuellen Themen sind für mich neutraler.»

Damit war immer noch nicht klar, ob der Schulpräsidiums-Kandidat nun ein Video-Interview gewährt oder nicht. Die Redaktion schrieb ihm, Linth24 würde ihn in einem solchen Interview Fragen mit «allgemeiner Ausrichtung» und zu seinem Werdegang stellen. Ob er ein solches Gespräch nun befürworte?

Gubelmann schrieb zurück: «Für Video-Interviews sehe ich mich nicht und muss Ihnen dankend eine Absage erteilen. Im Zusammenhang mit den Tätigkeiten in öffentlichen Ämtern bevorzuge ich Fragen und Antworten auf dem schriftlichen Weg.»

Fazit: Eschenbach steht vor der Wahl, einen Schulpräsidenten zu wählen, der Fragen persönlich (Marcel Gübeli) oder nur «auf schriftlichem Weg» (Reto Gubelmann) beantwortet.

Bruno Hug, Linth24