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Kolumne
30.10.2020
30.10.2020 06:00 Uhr

Genuss mit Dietiker: Ausgezeichneter Schmerkner Wein

Auf Sandsteinboden im Bürgital gedeihen die Reben in Seenähe über dem Dorf, mit wunderbarem Blick in die Glarner Berge. Bild: Linth24
Am sonnenverwöhnten Hang über dem Seedorf pflegen Helen und Kurt Baumer einen Rebberg mit 2000 Stöcken Blauburgunder- und Chardonnay-Trauben.

Vor 23 Jahren besuchte Kurt Baumer einen Weibaukurs beim bekannten Rebbauer Püntner in Stäfa. Er vermochte seine Gemahlin Helen Baumer überzeugen, einen Rebberg auf ihrem Hang im Bürgital anzulegen. Sie packten gemeinsam an, terrassierten, kauften 2000 Stöcke und pflanzten. Während ihre Jungreben gediehen, absolvierte Helen die Weinbauschule des kantonalen Landwirtschaftszentrums in Salez.

Nach vier Jahren zu eigenständigen Weinen

Nach vier Jahren konnten die ersten Ernten zu eigenständigen Blauburgunder- und Chardonnay-Weinen verarbeitet werden. Neben den Erfolgen musste das Rebbau-Paar auch die Launen der Natur zu ertragen lernen. Mal zerstörte Hagel einen Teil der Ernte, mal beeinträchtigte Frost die Erträge, wie im Jahr 2017, als nur etwa 30% einer durchschnittlichen Ernte gelesen werden konnten. Auch die Kirschessigfliege vernichtete einen Teil der reifenden Trauben. Inzwischen bekämpfen die Baumers diese Plage im Frühsommer mit Fallen und fangen die erste Generation bevor sie sich vermehren kann.

Kurt und Helen Baumer pflegen einen Rebberg mit 2000 Stöcken Blauburgunder- und Chardonnay-Trauben. Bild: Linth24

Silbermedaille für den Rosé

Zur grossen Freude der Baumers wurde ihr erstmals gekelterte Rosé auf Anhieb mit der Silbermedaille des internationalen Wettbewerbes «Mondial des Pinots» ausgezeichnet. Degustationsnotiz: Ein feiner Sommerwein, der auch Freude macht zum Apéro.

Ihren Schmerknerwii verkaufen sie direkt ab Hof für 18 Franken die Flasche, den im Barrique ausgebauten Blauburgunder für 24 Franken. Erhältlich sind die Weine auch in Dorfläden und lokalen Restaurants.

Diese Silbermedaille erhielt das Ehepaar Baumer letztes Jahr für ihren Rosé. Bild: Linth24

Gute Ernte mit guten Öchslegrad

Dieses Jahr gestaltete sich die Lese komplizierter, da sich Helen ausgerechnet vor der Traubenreife einen doppelten Armbruch zuzog. Aber die Familie und Freunde halfen unter ihrer Regie tatkräftig mit, sodass eine gesunde Ernte mit beachtlichen 94 Öchslegrad für den Blauburgunder und 88 für den Chardonnay eingebracht werden konnte.

Im und vor dem Hof gibt es idyllische Degustationsmöglichkeiten der vier Sorten des Schmerknerwii. Bild: Linth24

Bei welcher Temperatur serviere ich den Weiss-/Rotwein?

Richtwerte: Weisswein und Rosé bei 10 bis 12 Grad ausschenken, fruchtige Rotweine wie Blauburgunder bei 14 bis 16 Grad.

Hansjörg Dietiker, Linth24