Leserbrief
Rapperswil-Jona
04.11.2019
05.11.2019 05:02 Uhr

Avenida = «Champs-Elysée»

Unter dem Titel:«Prestigeprojekt für Politiker – Champs-Elysée Rapperswil-Jona» schreibt der an der Neuen Jonastrasse praktizierende Zahnarzt Rolf B. Moser was er vom Projekt «Lebensader/Avenida» hält.

Für bis zu über 100 Millionen Steuergelder plant der Stadtrat ein Prestigeprojekt. Im Sinne einer Champs-Elysée auf einer Breite von 19 bis 21 Metern und einer zusätzlichen Fläche von 12'000 Quadratmetern Asphalt (entspricht 2 Fussballplätzen) plant der Stadtrat alles niederzuwalzen.

Bis zu 130 Grundeigentümer hätten dafür Land abzutreten bzw. würden enteignet. Dass dabei auch Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe betroffen wären und vernichtet würden, so wie beispielsweise meine Zahnarztpraxis, welche sämtliche Patientenparkplätze verlieren würde, scheint den Stadtrat nicht zu interessieren. Dass diese Praxis seit Jahrzehnten Steuern bezahlt, Arbeitsplätze geschaffen und Lehrlinge ausgebildet hat, ist für den Stadtrat offenbar von untergeordneter Bedeutung.

Vielmehr möchte sich der Stadtrat ein Denkmal setzen, Verdichtung fördern und Grossüberbauungen ermöglichen, ohne ein einheitliches Verkehrskonzept für die ganze Stadt in Händen zu halten. Ist es unser Bürgerwille, in Rapperswil-Jona in Zukunft mittels Verdichtung lediglich noch gesichtslose Fassadenwände hervorzubringen und nur noch renditegesteuerte Grossprojekte an einer gigantischen verkehrstechnisch konzeptlosen Strassenschneise zuzulassen? Oder sollte dieses Projekt von uns Bürgern zurückgewiesen und von den Behörden redimensioniert werden?

Rolf B. Moser, Neue Jonastr. 96, Rapperswil-Jona