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Kultur
02.11.2019
04.11.2019 11:04 Uhr

Die jungen Sänger fehlen

Wie viele andere wird auch der Männerchor Kaltbrunn nicht von jungen Sängern überrannt. Zusammenhalt und Kameradschaft sind dafür umso wichtiger.

Männerchöre haben es am Schwierigsten genügend Nachwuchs zu finden. Es sind vor allem ältere Herren, die sich da engagieren und das hält jüngere ab, mitzumachen, was wiederum zu einer Überalterung führt: Ein Teufelskreis. Hinzu kommt, dass veraltetes Liedgut gesungen wird. Der MC Kaltbrunn hat früh Gegenteuer gegeben. Die Verstärkung mit Sängern aus Gommiswald hat zu einer guten Stimmung im Chor beigetragen. Zudem ist das Repertoire vielfältig und dem heutigen Trend angepasst. So kann der MC Kaltbrunn trotz langer Tradition mit der heutigen Zeit Schritt halten. Das bewies der Chor über das Wochenende im Kupfentreff mit Gesang und Theater.

Sofia hat die Männer im Griff

Nach dem Rücktritt von Dirigent Beda Müller brachten die zwei Nachfolger nicht den gewünschten «Pfupf». Seit Afang Jahr steht der Verein unter der Leitung von Sofia Goshadze. Die ausgebildete Pianistin erteilt seit über 25 Jahre Klavierunterricht. Sie nimmt auch erfolgreich an internationalen Wettbewerben teil. Die neue Dirigentin hat die 30 Sänger voll im Griff und bereitete sie mit grosser Hingabe auf den Konzertabend vor. Fünf Lieder hatte der Männerchor Kaltbrunn eingeübt.

Begrüsst wurden die Sängerfreunde mit «Grüss euch Gott» ein Arrangement von Claudio Gmür. Walter Amadeus Mozart war vertreten mit «Warnung». Jeweils grossen Anklang findet von Johann Strauss das Lied «An der schönen blauen Donau», welches von Goshadze am Flügel begleitet wurde. Ausserdem standen «Nacht über Moskau» und das russische Volkslied «Kalinka» auf dem Programm.

Chorleiterin Goshadze gab ein Debüt am Flügel mit «Gazapjuli», einem georgischen Volkslied und bewies damit ihr Spieltalent. Die Sänger nahmen Abschied vom langjährigen Sängerkamerad Beat Zahner. Das von ihm so gern gesungene «Bierlied» über den kühlen Gerstensaft soll ein bleibendes Andenken sein.

Geburts-Theater

Für einen Riesenwirbel um eine bevorstehende Geburt sorgte das sechsköpfige Theaterteam. Beat Hasler (Peter Lienhard) und sein Geschäftspartner (Armin Kälin) planten den minutiösen Ablauf der Niederkunft von Monika (Sarah Artho) bis ins letzte Detail. Für die Verfilmung wurde Erich Linsen (Patrik von Aarburg) engagiert. Für Turbulenzen sorgten die beiden Altersheim-Pensionärinnen Rösli Hösli (Petra Glarner) und Hulda Habatür (Bea Minder) als sie auf Diebestour im Hause Hasler aufkreuzten.
Bei Beginn der Geburt übernahm Rösli das Kommando und als nie praktizierende Hebamme setzte sie sich ein für eine Hausgeburt. Das mit dem erwarteten Knaben war nur eine Vorstellung, denn es wurden schlussendlich drei Mädchen. Die schauspielerische Leistung des Teams wurde mit lang anhaltendem Applaus verdankt, der auch der Regie von Ursi von Aaburg und Souffleuse Irina Schneck galt.

Werner Hofstetter, Linth24