Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Kanton
24.10.2019
24.10.2019 10:00 Uhr

Wahl 19 - Ständerat: Dobler verzichtet

Das offizielle Wahlkampf-Foto.
Marcel Dobler wird nicht für die FDP als Ständeratskandidat in einen zweiten Wahlgang steigen. Die Partei unterstützt nun Beni Würth (CVP) und Roland Rino Büchel (SVP).

Wie Linth24 bereits schrieb, kommt es zu einem «Wahlpäckli» zwischen St.Galler FDP und SVP.

Weil FDP-Kandidat Marcel Dobler aus Rapperswil-Jona weniger Stimmen als erwartet machte, wird er nicht zum zweiten Wahlgang für den Ständerat antreten. Er habe das so «mit seiner Familie, seinem Umfeld und der FDP» besprochen.  Das schreibt die FDP-Parteileitung in einem Brief an seine Mitglieder.

Und weiter: «Schon vor einigen Wochen», also lange vor den Wahlen, habe man sich mit der SVP auf eine gemeinsame Kandidatur für den zweiten Wahlgang verständigt. Ihren Mitgliedern schreibt die FDP-Führung, man werde Nationalrat Rino Büchel und Ständerat Beni Würth «zur Wahl empfehlen».

Einen Schritt weiter geht die SVP. Sie schreibt nicht von einer Empfehlung der FDP, sondern dass SVP und FDP «ihre Kräfte bündeln» und Roland Rino Büchel «gemeinsam portieren».

Zu Beni Würth ergänzt die SVP: «Beide Parteien empfehlen Regierungsrat Beni Würth als zweiten St.Galler Ständerat zur Wahl.» Pikantes Detail auch hier: Die FDP bezeichnet Würth als Ständerat, die SVP dagegen nur als Regierungsrat.

Mit Ständerat Beni Würth (CVP) und Nationalrat Roland Rino Büchel (SVP) soll also die erneute Wahl von Ständerat Pau Rechsteiner (SP) verhindert werden. Dieser zweite Wahlgang findet am 17. November statt.

Die Originalmitteilung der FDP an ihre Mitglieder

Sehr geehrte Freisinnige

30'755 Wählerinnen und Wähler haben FDP-Nationalrat Marcel Dobler am vergangenen Sonntag in den Ständerat gewählt. Damit durfte Marcel Dobler das Potential der FDP gut ausschöpfen. Exakt gleich viele Wählerinnen und Wähler haben ihn als bisherigen Nationalrat der FDP deutlich bestätigt. Er durfte damit einen massgeblichen Beitrag dazu leisten, dass die FDP Kantonalpartei entgegen des nationalen Trends und trotz des grünen Linksrutsches die Wahlen im Kanton St.Gallen gewann und mit einem Zugewinn von 0.7% Wählerprozenten den zweiten Sitz beinahe zum zweiten Vollmandat ausbaute.

Schon vor einigen Wochen haben sich die FDP und die SVP in Gesprächen dafür ausgesprochen, dass der Kanton St.Gallen eine ungeteilte bürgerliche Standesstimme braucht. Nach letztem Sonntag und der Schwächung der bürgerlichen Lagers im Nationalrat ist dies für den Ständerat umso wichtiger. In den letzten Tagen führte Marcel Dobler Gespräche mit seiner Familie, seinem Umfeld und mit der FDP. Gemeinsam mit seiner Partei ist er zum Schluss gekommen, dass er auf eine weitere Kandidatur verzichtet. Die Parteileitung der FDP des Kantons St.Gallen hat zudem entschieden, im zweiten Wahlgang vom 17. November 2019 SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel sowie den bisherigen CVP-Ständerat Beni Würth zur Wahl zu empfehlen.

Wir möchten zudem die Gelegenheit nutzen, uns bei Ihnen für Ihr grosses Engagement in den letzten Wochen und Monaten zu bedanken. Die FDP hat im Kanton St.Gallen bei allen nationalen und kantonalen Wahlen Wähleranteile dazu gewonnen und ist so stark wie lange nicht mehr. Letzten Sonntag durften wir unseren zweiten Sitz beinahe zum Vollmandat ausbauen – in vier Jahren gelingt uns das bestimmt. Möglich haben das starke 42 Kandidierende auf vier Listen gemacht – gerade auch unsere Partnerlisten von Jungfreisinnigen, Umweltfreisinnigen und FDP Frauen haben einen sehr beachtlichen und geschätzten Beitrag geleistet. Unsere herzliche Gratulation geht zudem an die neu gewählte Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher. Wir wünsch ihr in ihrem neuen Amt viel Erfolg und Befriedigung. Wir sind überzeugt, dass Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher die FDP Kanton St.Gallen sowie die gesamte Ostschweiz gemeinsam mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Nationalrat Marcel Dobler in Bern als starkes und wirksames Trio vertreten wird.

Die Original Medienmitteilung der SVP

Ungeteilte bürgerliche Standesstimme für den Kanton St.Gallen. Marcel Dobler verzichtet zu Gunsten von Roland Rino Büchel auf eigene Kandidatur.

SVP und FDP des Kantons St.Gallen haben in den letzten Tagen Gespräche betreffend 2. Wahlgang Ständeratswahlen vom 17. November 2019 geführt. Bereits vor einigen Monaten haben die beiden bürgerlichen Parteien diskutiert, dass im 2. Wahlgang der Kandidat mit dem grössten Potential antreten wird. Nationalrat Roland Rino Büchel konnte am 20. Oktober im 1. Wahlgang 45’941 Stimmen auf sich vereinen und hat damit ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Die Spitzen von SVP und FDP sind überzeugt, dass Roland Rino Büchel, der für eine klar bürgerliche Politik steht, eine sehr gute Wahl ist, um gegen Paul Rechsteiner zu gewinnen. Sie wollen im Hinblick auf eine ungeteilte Standesstimme für den Kanton St.Gallen ihre Kräfte bündeln und portieren für den 2. Wahlgang gemeinsam Nationalrat Roland Rino Büchel. Beide Parteien empfehlen zudem Regierungsrat Beni Würth als zweiten St.Galler Ständerat zur Wahl.

Derzeit verfügt der bürgerliche Kanton St.Gallen im Ständerat über eine Mitte-LinksVertretung. Die FDP und SVP wollen dies im 2. Wahlgang zusammen ändern. Als klar bürgerlicher Kanton brauchen die St.Gallerinnen und St.Galler im Ständerat neben Ständerat Beni Würth auch eine Stimme des ländlichen Raums und einen Vertreter des Gewerbes.

Nationalrat Roland Rino Büchel hat sich in fast 10 Jahren in seinem Amt in Bern mit seiner gradlinigen Politik in breiten Kreisen Respekt verschafft. Er ist unabhängig, konsequent und durchsetzungsstark. Zudem gilt der fünfsprachige Rheintaler als Brückenbauer über die Parteigrenzen hinweg.

FDP und SVP sind überzeugt, nur mit geeinten Kräften ans Ziel zu kommen und mit Nationalrat Roland Rino Büchel den richtigen Mann ins Rennen um einen der beiden Ständeratssitze zu schicken. Beide Parteien empfehlen zudem Regierungsrat Beni Würth zur Wahl als Ständerat.
Die FDP ihrerseits dankt Nationalrat Marcel Dobler für seine Kandidatur im ersten Wahlgang. Durch sein enormes Engagement hat er massgeblich zum Erfolg der FDP bei den Nationalratswahlen vom 20. Oktober beigetragen.

Mario Aldrovandi, Linth24