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Eishockey
15.10.2020

Lakers wollen den gläsernen Spieler

Der Sensor wird im Brustpanzer des Spieler angebracht. Das Signal wird von verschiedenen Ankern (rechts) in der Arena aufgenommen.
Was in der US-Sportszene schon länger normal ist, kommt nun erstmals auch in die Schweiz. Die Lakers setzen in Zusammenarbeit mit der Firma Kinexon auf eine Echtzeit-Datenanalyse, die Vorteile bringen soll.

Wie lange steht ein Spieler genau auf dem Eis? Welcher Spieler macht die meisten Sprints? Wer kann seine Leistung am besten abrufen? Diese und andere Fragen können die SCRJ Lakers in Zukunft genauestens beantworten. Dank der Zusammenarbeit mit der deutschen Firma Kinexon.

Die Spielerperformance wird in der St.Galler Kantonalbank Arena dank einer zentimetergenauen Ultrabreitband-Technologie in Echtzeit registriert und verarbeitet. Dies passiert dank kleinen, rund 15 Gramm schweren Sensoren, die die Spieler in ihren Brustpanzern tragen. Diese sorgen dafür, dass die Daten dank 18 sogenannten Ankern in der Halle erfasst werden können.

Auch die Fans sollen von den neuen Möglichkeiten profitieren können. Zum Beispiel können bisher nicht gekannte Insights, wie der Spieler mit den längsten Laufwegen, meisten Bremsmanövern oder mit der schnellsten Beschleunigung, direkt live auf dem Videowürfel gezeigt werden.

Schweizweit einmalig

Kinexon registriert aber nicht nur Geschwindigkeit, Bremsmanöver und Laufwege, sondern auch Bereiche wie Zeit auf dem Eis, Energieverbrauch, Puls- und Herzfrequenzmessung sowie Bewegungsmuster. Die Daten werden auch in den Trainings erfasst. So kann nach einer Einheit jede Aktion eines einzelnen Spielers nachverfolgt, überprüft und analysiert werden. Das System ist ausserdem bis auf 10 Zentimeter genau. 

Mit der neuen Datenanalyse geht es primär darum, die richtige Balance zwischen Training auf und neben dem Eis zu finden. «Wie intensiv müssen oder dürfen wir auf und neben dem Eis trainieren, um im Spiel physisch parat zu sein? Da soll das System Antworten geben und helfen», so Steinmann weiter. Das System kommt überdies nicht nur in der 1. Mannschaft zur Anwendung, sondern auch im Nachwuchs. 

Mit dem neuen System stehen die Spieler nun auch unter elektronischer Beobachtung und können sich nicht mehr verstecken. Dennoch gibt es noch viele weitere Faktoren wie die Spielübersicht oder die taktischen Fähigkeiten, welche in einer Mannschaftssportart wichtig bleiben.

Lars Morger, Linth24/Höfe24