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Uznach
06.09.2019
09.09.2019 06:36 Uhr

50 Jahre Domeisen Vermessung

Grosses Interesse an den Fachvorträgen: Geschäftsführer Lukas Domeisen (vorne am Rednerpult) freute sich über vollbesetzte Säle am Jubiläumsanlass.
Grosses Interesse an den Fachvorträgen: Geschäftsführer Lukas Domeisen (vorne am Rednerpult) freute sich über vollbesetzte Säle am Jubiläumsanlass.
Seit 50 Jahren ist die Lukas Domeisen AG aus Uznach eines der führenden Geometer-Unternehmen der Region.

An der Jubiläumsfeier in Uznach ging es weniger um die Vergangenheit als vielmehr um die neusten Entwicklungen im Bau- und Geometergeschäft.

3D-Laserscanning, Drohnen, satellitengestützte Messungen – keine Frage, die Vermessungsbranche ist am Puls der Zeit. Dies gilt insbesondere für das Ingenieur- und Geometerbüro Lukas Domeisen AG, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert und vorletzte Woche zahlreiche Kunden zum Jubiläumsanlass in seinen Hauptsitz in Uznach eingeladen hatte.

In der Ausstellung konnten sich die Gäste des Jubiläumsanlasses über die neusten Messtechnologien informieren.

Gemeindepräsidenten, Bauvorsteher, Architekten, Ingenieure und Baumeister sind der Einladung gefolgt. «Wir haben in den letzten 50 Jahren konsequent in neue Instrumente und Werkzeuge investiert – eine Strategie, die für uns immer aufgegangen ist», sagte Geschäftsführer Lukas Domeisen in seiner Jubiläumsansprache. Dies habe schon Mitte der 70er-Jahre begonnen, als sein Vater und Firmengründer Paul Domeisen einen Computer anschaffte – noch ohne Bildschirm und mit einer IBM-Kugelkopfmaschine als Ausgabegerät.

Auch bei der Anschaffung von Laserscannern gehörte die Lukas Domeisen AG im Jahr 2005 zu den Pionieren ihrer Zunft. Und weil die Geräte so richtig teuer waren, kaufte Domeisen die Geräte im Verbund mit anderen Geometerbüros. «Wenn wir etwas nicht selber bewerkstelligen können, gehen wir Partnerschaften ein, da haben wir keine Berührungsängste», erläuterte der Geschäftsführer seine Philosophie.

V.l.: Lukas Domeisen (Geschäftsführer), Andrea Pozzi (Gründer der Tochterfirma Niederer + Pozzi), Dionys Thalmann (nach 39 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet) und Bruno Rüdisüli (Mitglied der Geschäftsleitung).

Baugesuch per Mausklick

Getreu dem Firmenslogan «So misst man morgen» ging es an der Jubiläumsfeier nur kurz um die Vergangenheit und mehrheitlich um die Zukunft im Vermessungs- und Baugeschäft. In verschiedenen Fachreferaten präsentierten Experten die neusten Entwicklungen in ihren Bereichen.

Die Vertreter von Gemeindeverwaltungen dürften am Referat von Urs Gähwiler von der Firma Gemdat Informatik Gefallen gefunden haben. Er stellte das E-Baugesuch vor; «ein Werkzeug für Bauherren und Planer, um ihr Baugesuch einfacher zu erfassen und einzureichen.»

Für Verwaltungen und Fachstellen bedeute es wiederum weniger Erfassungsaufwand und die digitale Verfügbarkeit aller Daten.

Mark Baldwin von Mensch und Maschine Schweiz sprach über das Building Information Modeling oder kurz (BIM) – eine Methode, mit der ein Gebäude von der Planung über den Bau bis hin zur Bewirtschaftung von einer einzigen Software erfasst wird. «Viele Unternehmen sind aber noch unsicher oder geben an, für solche Veränderungen schlicht keine Zeit zu haben», erklärte Baldwin.

Ein Blick zurück: Der Ausstellungstisch mit den Messgeräten aus dem Jahr 1969.

Erst wenn alle mitziehen, macht Digitalisierung Sinn

Eine Zurückhaltung im Bereich Digitalisierung stellte auch Rolf Steiner, stv. Leiter Tiefbau der Gemeinde Küsnacht ZH, fest. Dabei wäre es wichtig, dass alle mitziehen: «Erst wenn die Wertschöpfungskette entlang aller Projektbeteiligten durchgehend digital ist, ergibt sich ein echter Mehrwert.» Sein Tipp an alle: «Pragmatisch und mit kleinenSchritten starten, Fehler und Risiken zulassen, gemeinsam lernen.» Küsnacht hat so bereits eine georeferenzierte 3DBilddatenbank seines Strassennetzes erstellt und ist nun dran, eine digitale Wissens- und Projektdatenbank aufzubauen.

Domeisen selbst sieht sich und seine Firma für die Zukunft gerüstet. «Wir werden weiterhin in neue Technologien investieren und dadurch noch effizienter arbeiten können.» Dazu trage auch sein Team bei: «Wir verfügen über viele langjährige Mitarbeitende und qualifizierte Fachkräfte. Zudem bilden wir stetig junge Leute aus und sorgen so für Nachwuchs in der Branche.»

Die Lukas Domeisen AG investiert seit Anbeginn in modernste Geräte.

Seit 50 Jahren in der Region

1969 gründete Paul Domeisen die gleichnamige Einzelfirma in Schmerikon. Elf Jahre später wurde er zum offiziellen Nachführungsgeometer von Rapperswil und Jona gewählt und eröffnete daraufhin die Zweigstelle in Jona.

Unerwartet früh starb Paul Domeisen im Jahr 1996; sein Sohn Lukas stieg in die Firma ein. Er wandelte sie zuerst in die Kollektivgesellschaft Lukas Domeisen & Co. um und 2007 dann in eine Aktiengesellschaft. 2012 expandierte die Firma mit der vollständigen Übernahme des Ingenieurbüros Niederer + Pozzi, bei der Lukas Domeisen schon vier Jahre zuvor die Geschäftsleitung übernommen hatte. Es folgte eine Standortbereinigung mit dem Umzug des Hauptsitzes ins «Planungszentrum Linth» im Uzner Burgerriet.

Heute ist die Lukas Domeisen AG offizieller Nachführungsgeometer in zahlreichen Gemeinden der Umgebung. Das traditionsreiche Familienunternehmen mit 24 Mitarbeitenden ist hauptsächlich im Linthgebiet, in den Kantonen Schwyz und Glarus sowie in den angrenzenden Regionen tätig – auch mit seinen Tochterfirmen Geodata Glarus AG in Ennenda und Geo Netz AG in Lachen SZ.

OM