Kultur
10.08.2019
11.08.2019 11:13 Uhr

RJ: Ausstellung «Jessica Ammann: aufgehoben»

Jessica Ammann, Staubsammlung, 2019, Atelieraufnahme
Das KunstZeugHaus lädt parallel zur Ausstellung «Utopia Garden – Sehnsuchtsorte» der IG Halle die junge Künstlerin Jessica Ammann ein.

Jessica Ammann (*1990 in Basel, lebt und arbeitet in Basel und Bremen) realisiert mit einer ortsspezifischen und mit sorgsamer Recherche fundierten Arbeitsweise Werke mit poetischer und stupender Kraft, die sich in die jeweiligen Orte einschreiben. Anhand materieller Spuren wie Staub oder Farbschichten an Gemäuern nähert sie sich den geschichtlichen Begebenheiten und der Kultur verschiedener Räume an und hinterfragt, wie aktuelle Entwicklungen auf Bauten und Strukturen einwirken. Im Kunst(Zeug)Haus wird sie eine Arbeit präsentieren, die sie vor Ort entwickelt und die direkt Bezug auf die bevorstehende Entwicklung des Zeughausareals nimmt.

Die Künstlerin interessiert sich für den Wandel vor Ort

Der Stadtrat von Rapperswil-Jona hat mit einem Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzept die strategische Entwicklung des Zeughausareals für die nächsten Jahre in die Wege geleitet.

Innert der nächsten fünf Jahre sollen das Zeughausareal lebendiger gestaltet und bauliche Massnahmen an den Zeughäusern 3 und 4 vorgenommen werden. Erste Bestrebungen in diese Richtung sind mit dem „Zeughausgarten“, einem Engagement des dafür gebildeten Vereins Zeughausgarten, als auch mit dem am 29. Juni 2019 stattgefundenen Sommerfest mit Organisatoren vom gesamten Zeughausareal zu spüren. So befindet sich das Zeughausareal momentan im Umbruch.

Dieser ephemere Zustand des Zeughausareals interessiert die in Basel und Bremen lebende Künstlerin Jessica Ammann, die mit ihrer ortsspezifischen Arbeitsweise stets der Geschichte, dem Charakter oder dem Potential eines Orts nachspürt. Mit der Überlegung, dass sowohl Zeughäuser als auch Museen die Funktion tragen, etwas aufzubewahren und, so zumindest im Museum, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, trägt sie Bausubstanz der ehemaligen Werki im Zeughaus 4 schichtweise ab und sammelt die einzelnen Mauerschichten in Gläsern.

Während die von ihr als Staubsammlung bezeichneten Bausubstanzen als historisches Zeugnis der vergangenen über hundert Jahre in der Ausstellung im Kabinettraum des «Seitenwagens» zu sehen sein werden, werden auch die freigelegten Mauern der Werki öffentlich zugänglich sein. So schafft die Künstlerin mit ihrer Intervention zugleich ein Zeitzeugnis als auch eine Verbindung der ehemals als Zeughaus genutzten Gebäude und lädt dazu ein, beide im momentanen Zustand zu vergegenwärtigen.

Die Reihe «Seitenwagen» zeigt Nachwuchspositionen in den Kabinetträumen des Kunst(Zeug)Haus.

Céline Gaillard, KunstZeugHaus