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Schmerikon
26.08.2020

«Schmerikon – ein kleines, unbesiegbares Dorf»

Félix Brunschwiler ist seit 11 Jahren Gemeindepräsident von Schmerikon.
Félix Brunschwiler ist seit 11 Jahren Gemeindepräsident von Schmerikon. Bild: Linth24
Seit 11 Jahren erfolgreich im Amt: Der Schmerkner Gemeindepräsident Félix Brunschwiler redet gerne Klartext – auch im Linth24-Wahl-Interview.

In Schmerikon gibt es 5 Gemeinderäte (inkl. Gemeindepräsident). Aufgrund einer Vakanz sind zurzeit allerdings nur 4 Sitze besetzt, und es gab einen weiteren Rücktritt. Für die Wahl am 27. September treten insgesamt 8 Kandidaten an. Wer das Rennen macht, dürfte entsprechend spannend werden. Zugleich stellt sich auch die Geschäftsprüfungskommission zur Wiederwahl.

Linth24: Mit welcher Metropole würden Sie Ihre Gemeinde vergleichen und wieso?

Félix Brunschwiler: Metropole? Wohl eher mit einem besonderen Ort, wie z.B. das kleine unbesiegbare Dorf aus dem Comic 'Asterix, der Gallier'; wunderschön am Wasser gelegen, voller Tatendrang, lustvoll, lebensfreudig und selbstbewusst. Nebenbei bemerkt, an der Formel des Zaubertranks sind wir wohl näher dran als alle Forschungslaboratorien der Welt mit dem COVID-Impfstoff!:)

Welches sind die wichtigsten Pendenzen Ihrer Gemeinde, die dringend angepackt werden müssen?

Gesellschaftliche Fragen (Familienentlastung, Gesundheitsversorgung im Alter, u.a.) bedürfen zunehmender Aufmerksamkeit. Konkret ist in Schmerikon das Thema KiTa und Tagesbetreuung zu stärken, die Aufstellung der Spitex zu prüfen und das Engagement beim Pflegezentrum Linthgebiet neu zu regeln. Zahlreiche anspruchsvolle Infrastrukturprojekte (Dorfplatzaufwertung, barrierefreie Erschliessung des Siedlungsgebiets südlich der Bahnlinie, Hochwasserschutzprojekte) sind nach jahrelanger Planung baureif. Deren Realisierungen müssen als wichtige Entwicklungsschritte eines selbstbewussten Dorfes in der nächsten Legislaturperiode sichergestellt werden.

Welche Schwierigkeiten bringt die Corona-Krise speziell für Ihre Gemeinde mit sich?

Die Gemeindeverwaltung hat lösbare Herausforderungen. Die Dorfgemeinschaft hingegen leidet unter den grossen Einschränkungen des sozialen Lebens.

Und Sie persönlich?

Der Kontakt zu meiner betagten Mutter ist eingeschränkt. Meine argentinische Frau ist im Kontakt mit Familie und Freunden auf elektronische Medien reduziert. Argentinien hat den strengsten und längsten Lockdown der Welt ausgerufen.

Unabhängig von Bund und Kanton: Welche Corona-Massnahmen würden Sie gerne für Ihre Gemeinde ändern?

Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, habe trotzdem den Verdacht, dass die Menschheit einem Irrtum aufgesessen ist. Ich bin ich mir jedoch meiner Rolle bewusst und setze das um, was Bund und Kanton vorgeben.

Welchen Kandidaten möchten Sie künftig unbedingt in Ihrem Gremium haben?

Ich freue mich vorbehaltlos auf die Zusammenarbeit mit jeder Kandidatin und jedem Kandidaten, unbesehen der politischen Linie. Eine andere Haltung steht mit auch nicht zu. Nötigt man mich, Farbe zu bekennen, dann wünschte ich in erster Linie, dass sich mehr Frauen zutrauen würden, politische Verantwortung zu übernehmen. Da wir nur eine Kandidatin haben, hoffe ich wenigstens auf die Solidarität der abstimmenden Frauen mit ihr am Wahlsonntag. Aus Gründen der Kontinuität wäre auch eine Zusammenarbeit mit den kandidierenden Bisherigen angenehm.

Was würden Sie machen, wenn Sie überraschend nicht wiedergewählt werden?

Ich würde meine berufliche und politische Erfahrung in Selbstständigkeit beratend einbringen.

Gemeinden kommen zunehmend unter Druck. An jeder Ecke und für jedes Projekt lauern Einsprachen und Gegner. Hat sich die Welt des Regierens verändert?

Die Welt verändert sich seit jeher. Die Mittel und Medien passen sich entsprechend dem technologischen und gesellschaftlichen Wandel stetig an. Unverändert zur Erfüllung der Regierungsaufgabe bleibt jedoch die persönliche Grundhaltung: Ehrlichkeit, Integrität, Neugier, Offenheit, eine Prise Humor und vor allem Freude im Umgang mit Menschen.

Gemeindewahlen im Linthgebiet

Alle Kandidatinnen und Kandidaten, die sich im Linthgebiet zur Wahl stellen, sehen Sie hier in der Übersicht von Linth24. Und die gesamte Wahlberichterstattung sowie Interviews mit den GemeindepräsidentInnen finden Sie im Linth-24-Wahlen-Dossier.

Sibylle Marti, Linth24