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Uznach
23.06.2019
23.06.2019 06:11 Uhr

RUNDGANG IN LUFTIGER HÖHE ÜBER UZNACH

In Uznach bestaunte man die grossen, schweren Glocken in den Kirchtürmen in Uznach und stellte fest, dass Kirchtürme nicht nur Wahrzeichen sind.

Der vom Verkehrsverein Uznach angebotene «Tag der offenen Kirchtürme» stiess auf gute Resonanz, trotz des unstabilen Wetters.

Der Turm ist ein typisches Wahrzeichen der Kirche. Es ist ein Markstein in der Gegend und dient der Nutzung der Kirchenglocken zur Mittags-, Vesper- und Abendzeit. Früher spielten Kirchtürme auch eine wichtige Rolle bei der Warnung vor Feuerausbruch, Gewitter mit Hagelschlag und Überschwemmungen. Heute machen die Glocken nur noch aufmerksam für Gottesdienste, Beerdigungen, Hochzeiten und spezielle Anlässe.

Dies und mehr erfuhren die Interessierten bei der Führung der Türme der Stadtkirche, evangelische Kirche, Kreuzkirche und Klosterkirche auf Otmarsberg, hier allerdings nur von einer Plattform aus.

Nach der Bewältigung der vielen Stufen zum Glockenstuhl kommt man leicht etwas ausser Atem. Dafür wurden die Kirchturmbesucher mit einem tollen Panorama belohnt Die ungewohnte Sicht auf das Städtchen, welches man so gut zu kennen meint, auf die grosse weite Linthebene, den Zürichsee und die alles umrahmende Bergkette beeindruckten. Die Führer erzählten kompetent über Kirche, Glockenstuhl und Uhrwerk.

Doch als die Uhr zur Stunde anschlug, hielten die Turmbesucher die Luft an oder bedeckten ihre Ohren.

In der evangelischen Kirche hängen seit 1961 fünf Glocken, jede einzelne zwischen 300 und 2100 Kilo schwer. Hinzu kommt der Hammerschlag für die Uhrzeit.

Als das älteste Gotteshaus wird Kreuzkirche erstmals im Jahr 856 urkundlich erwähnt. Im Turm hängen drei Glocken, die nur läuten, wenn eine Messe oder Beerdigung zeremoniert wird.

In der Stadtkirche sind alle Glockenschläge und Geläute elektronisch von der Sakristei aus steuerbar. Morgen, Mittag und Abendgeläute können bis 30 Tage im Voraus programmiert werden. Nach der Renovation 1938-1940 wurde auch die Dekorationsmalerei rund um das Zifferblatt angebracht.

Die Kirche auf St. Otmarsberg wurde 1988 errichtet. Der Turm ist nicht begehbar. Wer den Turm weniger interessant fand, erfreute sich dafür umso an der einmaligen Aus- und Weitsicht über das ganze Linthgebiet von der Plattform aus.

In allen vier Kirchtürmen sind die Turmöffnungen vergittert. So wird das Einnisten von Vögeln, Fledermäusen und Ungeziefer im Glockenstuhl verhindert.

In der kleinen Festwirtschat, geführt vom Verkehrsverein Uznach, wurde über den Besuch diskutiert, das Gesehene und Gehörte verarbeitet. Bereits das Glockenspiel um 16.00 Uhr wurde auf ganz andere Art aufgenommen.

Werner Hofstetter