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Leserbrief
Uznach
11.08.2020

Corona-Test - Wie es nicht ablaufen sollte

Ein Linth24-Leser schreibt von seinem Erlebnis mit dem Corona-Test und einer Verzögerung der Lieferung, die als unnötig angesehen werden kann.
«Wie kann es sein, dass sich ein Regionalspital es sich leisten kann, Corona-Proben 72 Stunden zurückzubehalten?», fragt sich ein Linth24-Leser bezüglich seines Corona-Test Erlebnis.

Am Freitagnachmittag, den 7. August, verspürte meine Frau leichte Grippesymptome (leichte Halsschmerzen und Schlappheit). Nach einem Telefonat um 14.50 Uhr mit dem Arzt wurde ihr empfohlen, zwecks schnelleren Abklärung auf Corona, die Notfallaufnahme des Regionalspitals Uznach aufzusuchen. Um 15.30 Uhr wurde der Abstrich dann vorgenommen. Mit der Aussage der behandelnden Krankenschwester, die Probe werde am Samstagmorgen ins Labor nach St. Gallen gesendet und sie werde das Resultat dann per SMS bekommen, wurde meine Frau in die Hausisolation entlassen.

Dann war es vorbei mit dem Muster-Vorgehen

Bis dahin war dieser Ablauf, so wie er sein sollte. Pflichtbewusster Anruf meiner Frau, sofortige Einweisung durch den Arzt in die Notfallaufnahme des Regionalspitals Uznach und der unverzügliche Corona-Abstrich. Aber dann war es vorbei mit dem mustergültigem Vorgehen in Sachen sofortigem und schnellem Corona-Testresultat.

Als ich am Samstagmorgen, den 8. August, im Regionalspital Uznach, nachfragte ob die entsprechende Probe bereits auf dem Weg sei und welches Testlabor die Prüfung der Probe vornimmt, bekam ich die Antwort die Probe sei weg und das Labor befinde sich in St. Gallen. Um mich zu vergewissern, ob die Probe meiner Frau auch im angegebenen Testlabor angekommen ist, habe ich dann dem Testlabor angerufen. Zu meinem Erstaunen wurde mir beschieden, dass keine solche Probe bei ihnen eingetroffen sei.

Kein Kurierdienst am Wochenende

Wiederum setzte ich mit dem Regionalspital Uznach in Kontakt, wo nun die Probe meiner Frau liegengeblieben sei, bekam ich folgende, für mich erstaunliche Antwort: Die Probe sei um 15.30 während der Spätschicht (!) entnommen worden und werde erst (!) am Montagmorgen von einem Kurier des Testlabors abgeholt. Am Wochenende existiere kein Kurierdienst zum Testlabor in St. Gallen. Dies entgegen den Aussagen vom Freitagnachmittag, der schnellen Resultatmeldung im Laufe des Samstags.

Als ich dann in einem weiteren Telefongespräch mit dem Testlabors in St. Gallen in Erfahrung bringen konnte, dass andere Spitäler einen selbständigen Fahrdienst für das Wochenende ins Testlabor unterhalten, verstand ich die Welt nicht mehr. Denn die Testlabore arbeiten auch an den Wochenenden rund um die Uhr.

Corona-Proben 72 Stunden zurückbehalten?

Ich frage mich nun, wie kann es sein, das sich ein Regionalspital es sich leisten kann, Corona-Proben 72 Stunden zurückzubehalten, nur weil es Wochenende ist und niemand vom Regionalspital Uznach in dieser so schwierigen Zeit es für nötig hält, die Corona-Proben sofort ins Testlabor nach St. Gallen zu bringen. Immer auch im Bewusstsein, dass die getesteten Personen unnötig lange auf das Testresultat warten müssen und sich somit auch unnötig lange in einer quälenden Situation in die Hausisolation begeben müssen.

Ist der Spardruck des Regionalspitals Uznach so gross, dass sie es sich nicht leisten können einen autorisierten Taxidienst für das Wochenende aufzuziehen. Und es lieber in Kauf nehmen, dass sich Personen, die am Freitagnachmittag Symptome zeigen, sich erst am Montag testen lassen weil die Proben ja sowieso erst am Montag in das Testlabor geschickt werden (und sich somit am Wochenende noch «frei» bewegen können).

So sollte es in den schwierigen Zeiten von Corona wahrlich nicht ablaufen!

Demetrio Ballabio aus Rufi