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Kanton
30.07.2020
31.07.2020 08:43 Uhr

Sieben Coronafälle an der HSG – und keiner weiss davon

Bei den Semesterprüfungen an der Universität St.Gallen haben sich sieben Prüfungsaufseher mit dem Coronavirus infiziert. Die Uni verzichtete aber darauf, öffentlich über die Vorfälle zu informieren.

Die HSG hatte die Ansteckungen nicht aktiv kommuniziert. Das kritisiert Thomas Amman, Mediziner und FDP-Fraktionschef im St.Galler Kantonsparlament. In einer einfachen Anfrage an die Regierung will er wissen, warum diese Information zurückgehalten wurde. «Heime, Schulen, Fussballvereine und andere Institutionen informieren offen über Coronainfektionen. Dass die Universität dies nicht macht, stört mich», sagte Amman zum «St.Galler Tagblatt».

Amman hinterfragt auch, dass die Universität ihre Prüfungen trotz bekannter Gefahren mit Präsenzpflicht durchführen liess. «War sich die Leitung der Universität bewusst, dass sie mit der Durchführung von Präsenzprüfungen eine Gefährdung der Risikogruppen und auch der Bevölkerung in Kauf nahm?»

Diesen Vorwurf wolle die HSG nicht auf sich sitzenlassen, weiss der «Blick». Intern seien Studenten und Mitarbeiter sehr wohl über die Vorkommnisse informiert worden. Während der zentralen schriftlichen Prüfungen habe das Kantonsarztamt die HSG über sieben Corona-Fälle informiert. Der erste Fall sei Ende Juni aufgetreten, die weiteren Fälle Anfang Juli.

Als Reaktion auf die Ansteckungen habe man dazu aufgerufen, die Schutz- und Hygienemassnahmen konsequent einzuhalten. Den Prüfungskandidaten wurde zudem empfohlen, Schutzmasken zu tragen, schreibt die HSG-Kommunikationsstelle.

Weiter schreibt die Universität gemäss «Blick», dass das Contact-Tracing in den sieben Fällen «umgehend und problemlos» verlaufen sei. Weitere Ansteckungen oder Quarantänefälle seien nicht bekannt. Tausende von Studenten hätten sich die Präsenzprüfungen klar gewünscht, um das Semester rechtzeitig abschliessen zu können.

Weil die Infektionskette sofort unterbrochen werden konnte, verzichtete die HSG nach Absprache mit dem Kantonsarztamt auch auf eine öffentliche Mitteilung. Auch die Staatskanzlei bestätigt das: «Aus medizinischer Sicht gab es keinen Kommunikationsbedarf.»

Linth24/stgallen24/stz.