Rapperswil-Jona
05.06.2019

FCRJ: «MIT DEM ABSTIEG HAT DIESER ENTSCHEID GAR NICHTS ZU TUN.»

Der langjährige Captain des FCRJ und jetzige Sportchef Arben Gojani hört auf. Ein Blick zurück auf eine lange Karriere. 

Arben Gojani kann als Spieler auf eine langjährige Karriere beim FC Rapperswil-Jona zurückblicken. In seiner 1. Liga Laufbahn von 2005 bis 2014 kam er auf 261 Spiele für die Rosenstädter und erzielte dabei 20 Tore. «Als ich vom FC Lachen zum FCRJ kam, war die Mannschaft gerade in die 1. Liga aufgestiegen» (Bemerkung: damals die dritthöchste Liga), daran erinnert sich der gelernte Verteidiger, wie wenn es heute wäre. Es war just auch der Moment, als Rocco Delli Colli das Präsidium des FCRJ übernahm. Es folgten neun wunderschöne Jahre als Spieler, die so manchen Erfolg und so manch tolles Spiel brachten. «Zu diesen», kommt es wie aus der Pistole geschossen, «gehörten vor allem die drei Aufstiegsspiele zur Promotion League in den Jahren 2008 bis 2010.» Obwohl: «Schön war nur das Erlebnis», meinte Gojani schmunzelnd. Denn der Aufstieg selber wurde dreimal verpasst. Dennoch blieb die Promotion League das klar deklarierte Ziel.

Vom Spieler zum Sportchef

Um es gleich vorweg zu nehmen, der wurde auch geschafft. Das «Null-zu-Null» vom 14. Juni 2014 gegen Düdingen, das den Aufstieg in die Promotion League bedeutete, war zugleich das letzte Spiel von Gojani als Spieler. Die geschäftliche Karriere und der damit verbundene Zeitaufwand konnten mit den gesteigerten Anforderungen der Promotion League einfach nicht mehr unter einen Hut gebracht werden. «Der Moment war perfekt für mich, es hat total gepasst.» Gepasst hat ihm aber auch, dass Rocco Delli Colli ihn weiter an den Verein binden wollte. So wurde nach der Gründung der Sportkommission Arben Gojani vom langjährigen Captain zum Sportchef des FC Rapperswil-Jona befördert.

Ins kalte Wasser geworfen

«Hier ist das Budget, mach was draus», so etwa musste es Arben Gojani vorgekommen sein, als er damals startete. In der Retroperspektive betrachtet war es aber genau das, was ihn so faszinierte. Er konnte in diesem Job im Nebenamt dank den Freiheiten, die er erhielt, seine Ideen umzusetzen. «Klar planen, sich selber treu bleiben und mit dem Budget haushalten», aber auch «von A bis Z alles richtig durchziehen», so fasst er die Charakteristiken seiner Tätigkeit zusammen. Vielleicht könnte man es auch anders ausdrücken. Zum Beispiel, aus dem Wenigen das Optimum herausholen. «Wir haben dann sogar den Aufstieg im 2017 in die Challenge League mit bescheidenen Mitteln geschafft», bestätigt Gojani diese Annahme.

Die enorme Belastung der Challenge League

«Nach dem Aufstieg in die zweithöchste Liga der Schweiz haben wir zwei Wochen lang fast Tag und Nacht gearbeitet, um die Verträge an die Vorgaben anzupassen.» Stefan Flühmann, der Aufstiegstrainer, folgte als Sportdirektor und übernahm viel Frontarbeit, was Gojani sehr entlastete, «denn in der zweithöchsten Liga ist der Sportdirektor eine 100 % Aufgabe, die man nicht so einfach im Nebenamt machen kann.»

Zwei Jahre hat er diese Tätigkeit auch in der Challenge League ausgeführt, nun kommt also der Abschied. Dass dieser just auf den Zeitpunkt des Abstieges fällt, ist reiner Zufall. «Ich habe bereits im Winter signalisiert, dass ich Ende Saison aufhören werde. Mit dem Abstieg hat dieser Entscheid gar nichts zu tun.» Der Fokus soll nun ganz und gar auf die junge Familie und den Beruf gerichtet werden. «Ich bin dem ganzen FCRJ und speziell auch Rocco Delli Colli sehr dankbar für all die Möglichkeiten, die ich erhalten habe. Es war eine ganz tolle Zeit, die ich nie mehr vergessen werde.»

Ganz ohne FCRJ wird er aber auch in Zukunft nicht auskommen können - von nun an einfach aus einer anderen Perspektive.

Rolf Lutz