Kanton
08.05.2019

AUCH SP UND SVP MELDEN SICH ZUR ST.GALLER SPITALKRISE

Verantwortlich für die Spitalpolitik im Kanton St.Gallen ist die SP Regierungsrätin Heidi Hanselmann. Ihre Partei hat sich heute zu den bekannt gewordenen Notmassnahmen geäussert. Auch die SVP veröffentlichte eine Medienmitteilung.

SP: "Leistungsabbau kommt zum total falschen Zeitpunkt"

Für die SP-Grüne-Fraktion kommt die Nachricht vom Leistungsabbau im Spital Wattwil in keiner Weise überraschend. Die Finanzkommission und die eingesetzte Spitalkommission sind stets auf dem Laufenden. Bettina Surber, Co-Fraktionspräsidentin sagt: «Dass die Situation des Spitals Wattwil für sich genommen aktuell prekär ist, ist uns daher bekannt. Die «Alarm-Medienmitteilung» der FDP ist daher absolut unverständlich. Alle Fraktionen sind in den Prozess um die Neuorganisation der Spitalangebote eingebunden. Es ist an uns KantonsrätInnen, nun hier vorwärts zu machen und eine gute Lösung zu finden, anstatt die Regierung und den Lenkungsausschuss zusätzlich zur sowieso schon schwierigen Aufgabe unnötig zu beschäftigen.»

Flächendeckende, qualitativ hochstehende Grundversorgung gewährleisten

Eine Lösung muss aus Sicht der SP-Grüne-Fraktion die Grundversorgung in allen Regionen gewährleisten. Gleichzeitig braucht es aber auch die Bereitschaft für gewisse Veränderungen. Für die SP-Grünen ist klar, dass es vermehrt Schwerpunktbildungen an den einzelnen Spitälern braucht - und damit eine Weiterentwicklung der bereits heute bestehenden Netzwerkstrategie. Für Bettina Surber ist aber klar: «Jetzt aber an einem Spital die Leistungen absolut herunterzufahren, erachten wir als nicht richtig, da dies zu einer Abwärtsspirale für das betroffene Spital führt.»

SVP: "Ergebnisse der Strategie zur Weiterentwicklung der Spitäler sind nun dringend gefordert"

Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen hat heute morgen informiert, dass die finanzielle Situation in der Spitalregion Fürstenland Toggenburg alarmierend sei und Sofortmassnahmen ergriffen werden. So werden ab Herbst 2019 in Wattwil keine Operationen mehr durchgeführt. Die SVP-Fraktion hat bereits in der Aprilsession in einer dringlichen Interpellation «Gravierende finanzielle Situation in der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg» der Regierung dazu verschiedene Fragen gestellt. Immer mehr zeigt sich, dass die SVP vor über fünf Jahren recht hatte, als sie immer wieder darauf hingewiesen hat, dass die Spitalinfrastruktur nicht zementiert, sondern zukunftsgerichtet weiterentwickelt werden muss. Die SVP fordert von der Regierung, dass das Projekt «Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde: Leistungs- und Strukturentwicklung» mit Hochdruck weiterbearbeitet wird und rasch Lösungen präsentiert werden. Ein Aushungern auf Raten ist für die SVP nicht akzeptabel. Hier müssen so rasch wie möglich neue Lösungen für die Gewährleistung einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und der Klärung der finanziellen Situation der Spitäler an die Hand genommen werden.

(OriginalMeldungen der SP und der SVP St.Gallen)