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Leserbrief
Rapperswil-Jona
21.07.2020

«Ist dies eine anständige und soziale Politik?»

Das heutige Industriegrundstück der PetroplastVinora AG (Nr. 3243J) weist eine Fläche von knapp 2,5 ha auf.
«Wollen Sie an dieser miesen, lärmigen Lage vorne 'im Loch' wohnen?», fragt ein Linth24-Leser bezüglich des neuen Quartiers am Joner Siedlungsrand.

Nach der rechtskräftig gewordenen Umnutzung des 24000 m2 grossen Industrieareals begrüsst Bauchef Thomas Furrer euphorisch das vorgelegte, gigantische Projekt, welches nur mit einem Sondernutzungsplan realisiert werden kann (Jonacenter lässt grüssen). Bezeichnenderweise heisst diese Senke «im Loch», was bei einem Spaziergang sofort ersichtlich wird. Damit eine befriedigende Wohnqualität erreicht werden kann, muss man hoch hinaus, je höher desto besser.

Eigentlich müsste man zwei elegante Wohntürme mit grosser, naturbelassener Umgebung und mit Räumen im Parterre bauen, welche sich für eine gemeinsame Nutzung eignen, anstelle von Gewerbe – ein menschenfreundliches, grosszügiges grünes Loch. Die grossen Wohnungen in den unteren Geschossen sollen ja über leicht erhöhte Terrassen mit Pergoladächern verfügen, nach Süden gewandt sein und über grosszügige Glasflächen zur Belichtung verfügen. So weit, so gut.

Besser nur gewerbliche Nutzungen unterbringen

Die Stadt hat nun offenbar ihre soziale Ader entdeckt und lässt auf den 2000 Quadratmetern direkt an der lärmigen Holzwiesstrasse besonders preiswerte Wohnungen erstellen. Sprich, sie delegiert sie an eine Genossenschaft.
Nehmen Sie einen Augenschein und überlegen Sie, liebe Leserinnen und Leser, ob Sie an dieser miesen, lärmigen Lage vorne im Loch wohnen möchten. Dort würde man besser nur gewerbliche Nutzungen unterbringen.

Neoliberal und rechtsbürgerlich

Mit der Mehrwertabschöpfung kassiert die Stadt 2,2 Millionen. Gleichzeitig mutet sie Menschen, welche auf eine Unterstützung angewiesen sind, solche Wohnverhältnisse zu. Ist dies eine anständige, soziale Politik? Man hat den Eindruck, eher eine lästige Pflichtübung! Sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit einer solchen neoliberalen und rechtsbürgerlichen Politik, bei welcher an erster Stelle der Profit steht, einverstanden? Ist dies das Selbstverständnis der stolzen, traditionsbewussten und angeblich christlichen Stadt Rapperswil-Jona und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner? Wäre nicht dringend eine Korrektur fällig?

Sie haben es in der Hand! Im Herbst sind Wahlen!

Beat Schuler aus Jona