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21.10.2022
21.10.2022 15:05 Uhr

Kältere Züge bei SOB und SBB

Ein SOB-Fernverkehrstriebzug des Typs «Traverso» unterwegs als Voralpen Express auf dem Seedamm. (Archivbild)
Ein SOB-Fernverkehrstriebzug des Typs «Traverso» unterwegs als Voralpen Express auf dem Seedamm. (Archivbild) Bild: hrr
Auch der öffentliche Verkehr soll Energie sparen. Die SBB wollen die Temperaturen in den Fahrgasträumen der Züge von 22 auf 20 Grad senken, die SOB von 21 auf 19 Grad. Es ist nur eine von mehreren Massnahmen.

SBB senkt Temperatur in Zügen und fährt im Gotthard langsamer

Die tiefere Temperatur werde kaum bemerkbar sein, schrieben die SBB am Donnerstag in einer Mitteilung. Zudem variiere sie mit der Anzahl Reisenden, wie eine Mediensprecherin der SBB auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schrieb. Grundsätzlich werde sie allen Zügen gesenkt, in denen Kundenbegleiterinnen und -Begleiter die Anpassungen vornehmen können.

Mit der tieferen Temperatur in Zügen könnten von November bis Februar 5'000 bis 8'000 Megawattstunden Strom eingespart werden. Es ist eine von mehreren Energiesparmassnahmen, welche die SBB am Donnerstag beschlossen haben.

Weiter werden pünktliche Züge im Gotthard-Basistunnel ab Ende Oktober langsamer fahren. Da im Fahrplan Reserven eingeplant sind, würden keine Verspätungen entstehen. Damit sparen die SBB nach eigenen Angaben den Strombedarf von gut 500 Haushalten ein.

Verband forderte Temporeduktion

Im September hatte der Verband der Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF) Bahnunternehmen dazu aufgefordert, in langen Tunneln das Tempo zu drosseln. Damit würden rund 30 Prozent des Stroms gespart werden, schrieb der VSLF. Damals hatten die SBB diese Sparmassnahme noch nicht vorgesehen. Zunächst wollten sie ihren Gasverbrauch ausserhalb des Bahnbetriebs reduzieren – durch tiefere Temperaturen in ihren Gebäuden und weniger Beleuchtungen.

Ebenfalls sparen die SBB laut aktueller Mitteilung in den 30 grössten Bahnhöfen bei dekorativem Licht wie Fassaden- oder Weihnachtsbeleuchtungen. Die Grundbeleuchtung indes diene der Sicherheit und werde nicht reduziert.

Das Bundesamt für Verkehr hatte die SBB und Postauto laut Mitteilung im September als Systemführerinnen für den öffentlichen Verkehr eingesetzt. So empfahlen die SBB auch der gesamten Branche, Massnahmen umzusetzen, um Energie zu sparen.

Keystone-SDA

Voraussichtlich ab Dezember wird es in den Fahrgastbereichen der SOB-Züge flächendeckend kühler. Bild: zvg

SOB senkt Temperatur im Zug auf 19 Grad und streicht Lichtkunst

Die sichere Energieversorgung ist für die Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Um den Herausforderungen in der Energieversorgung diesen Winter gerecht zu werden, leistet die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) gemeinsam mit anderen Unternehmen einen Beitrag und spart Strom.

Im Fahrgastraum der SOB-Züge wird die Temperatur in diesem Winter um zwei Grad tiefer sein – gesenkt von 21 auf 19 Grad. Pro eingespartem Grad Heizwärme sinkt der Energiebedarf pro Fahrgastabteil – ähnlich wie bei einer Wohnung – um 6 Prozent. Gemäss Schätzungen dürfte die Energieeinsparung über die gesamte SOB-Flotte während eines Winters durch diese Massnahme dem Jahresverbrauch von mehr als 100 durchschnittlichen Haushalten entsprechen.

Fahrzeug-Software wird angepasst

Um über die SOB-Flotte eine jederzeit gleichmässige Temperatursenkung zu erreichen, wird die Temperatur über die softwarebasierte Klimasteuerung neu geregelt. Um auch bei tieferen Temperaturen ein angenehmes Raumklima zu schaffen, müssen die Temperaturkurven dabei vom Hersteller der Klimaanlagen neu programmiert und getestet werden. Die SOB geht derzeit davon aus, dass die angepasste Software in einigen Wochen auf einzelnen Fahrzeugen erprobt werden kann. Laufen diese Tests erfolgreich ab, kann die angepasste Klimasteuerung voraussichtlich ab Dezember 2022 in allen SOB-Fahrzeugen in Betrieb genommen werden.

Die in Fahrzeugen gemessene tatsächliche Raumtemperatur ist nebst der Heiz- oder Kühlungsleistung der Klimaanlage von verschiedenen Faktoren abhängig: Dazu gehört nebst den Aussentemperaturen etwa auch die Auslastung eines Zuges – mehr Menschen tragen mehr Wärme hinein – oder die Frequenz der Türöffnung. Keinen Einfluss hat die angepasste Temperatur auf die Frischluftmenge im Fahrzeug: Der Luftaustausch im Zug – rund alle 7.5 Minuten – ist nach wie vor vom Belegungsgrad abhängig.

Weitere Massnahmen umgesetzt

Nebst der Anpassung der Heizung in den SOB-Zügen trifft die Südostbahn weitere Massnahmen, um Energie einzusparen. Die orientiert sich dabei an den Empfehlungen des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) und der Systemführerin Schiene SBB. Das Bahnunternehmen ist der Energiespar-Alliance des Bundes beigetreten und sensibilisiert die Mitarbeitenden auf das Stromsparpotenzial – sei es im Büro, den Werkstätten oder unterwegs.

Wie andere Unternehmen hat die SOB entschieden, die Temperatur in ihren Räumlichkeiten zu begrenzen. Um Energie zu sparen, senkt die Südostbahn zudem die Temperatur in Wartehäuschen und verzichtet an den Bahnhöfen Wittenbach und St.Gallen Haggen auf den Einsatz der Lichtkunst-Installationen in den Unterführungen.

Der Erfolg der Stromsparmassnahmen wird, wo technisch möglich, gemessen und überprüft.

PD, Schweizerische Südostbahn AG (SOB)

Keystone-SDA / Schweizerische Südostbahn AG / Linth24