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15.10.2022
16.10.2022 07:06 Uhr

Tourismusraum Amden-Weesen weiterentwickeln

Der Tourismusraum Amden-Weesen bietet den Seezugang (Riviera) in Verbindung mit dem Bergangebot (Panorama). (Archivbild)
Der Tourismusraum Amden-Weesen bietet den Seezugang (Riviera) in Verbindung mit dem Bergangebot (Panorama). (Archivbild) Bild: böhringer friedrich (CC BY-SA 2.5), Wikimedia
Im Frühjahr 2021 beschlossen die Gemeinderäte Amdens und Weesens, unter Leitung des St.Galler Amts für Wirtschaft und Arbeit ein räumliches Tourismusentwicklungskonzept zu erarbeiten. Es gibt erste Ergebnisse.

Ziel des räumlichen Tourismusentwicklungskonzepts

Mit dem räumlichen Tourismusentwicklungskonzept (RTEK) Amden-Weesen soll für den Tourismusraum Amden-Weesen eine Positionierung mit starkem Alleinstellungsmerkmal ausgearbeitet werden. Darauf aufbauend sollen verschiedene Erlebnisangebote angedacht werden, mit denen die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste erhöht und die touristische Bedeutung der Gemeinden gestärkt werden.

Das hauptsächliche Ziel stellt dabei die Steigerung der touristischen Wertschöpfung dar, in Form von mehr Logiernächten, höheren Gastronomieumsätzen, Erlebniseintritte, usw.

Erkenntnisse aus Analyse

Fachlich begleitet wird das Projekt unter anderem durch die Firma Quant aus Flims. Diese hat in einem ersten Schritt eine umfassende Analyse des Ist-Zustandes, des Marktumfeldes sowie zukünftiger Trends durchgeführt und dazu unter anderem bei verschiedenen touristischen Leistungsträgern und in der Bevölkerung eine Umfrage durchgeführt.

In ihrer Analyse kommt Quant zum Schluss, dass die Stärke des Tourismusraums Amden-Weesen vor allem in der imposanten, attraktiven und vielfältigen Landschaft (See, Berg, Panorama) sowie in der guten Erreichbarkeit liegt. Als Schwächen wurden die Verkehrsbelastung, der Mangel an öffentlichen Parkplätzen sowie Kapazitätsengpässe im öffentlichen Verkehr an den touristischen Spitzentagen identifiziert.

Im Bericht ist zudem festgehalten, dass in Amden und Weesen eine im Vergleich mit anderen Tourismusgebieten relativ schwache Hotelinfrastruktur und kaum eine Besucherlenkung besteht. Das touristische Angebot im Sinne von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen wird als grundsätzlich gut beurteilt, die Analyse zeigt aber auch auf, dass nur sehr wenig organisierte Angebote bestehen und aus den Angeboten und Attraktionen kaum Wertschöpfung generiert wird.

Verbindung von Riviera und Panorama

Die Analyse zeigt auf, dass im Umkreis von Amden und Weesen eine grosse Anzahl touristischer Destinationen existieren und Amden-Weesen im Vergleich mit anderen Destinationen eine klare Positionierung fehlt. Als Einzigartigkeit und mögliches zukünftiges Alleinstellungsmerkmal von Amden-Weesen wurde der Seezugang (Riviera) in Verbindung mit dem Bergangebot (Panorama) ermittelt.

Die Chancen dieser Einzigartigkeit werden heute aber kaum genutzt, weshalb die Zielgruppen der Panorama- und der Riviera-Ebene heute de facto überschneidungsfrei sind. Mit Hilfe einer bewusst gestalteten Verbindungsebene mit attraktiven Erlebnisbausteinen soll es daher gelingen, die heute komplementären Ebenen zu vereinigen. Die Hebel für die Umsetzung liegen sowohl im Bereich Infrastrukturen, Mobilitätslösungen sowie Produkt- und Angebotsentwicklung.

Im Weesner Hafenbecken soll durch entsprechende Infrastrukturanlagen der Seezugang verbessert werden. (Archivbild) Bild: Stefan Knobel, Linth24

Schwerpunkte und Massnahmen

Aus den Erkenntnissen der Analyse wurden zunächst verschiedene Handlungsfelder abgeleitet und für diese eine Vielzahl möglicher Massnahmen erarbeitet. Diese Massnahmen können in drei geografische und zwei thematische Schwerpunktthemen unterteilt werden. Die örtlichen Schwerpunktthemen geben dabei an, in welchen Gebieten im Rahmen des RTEK neue Erlebnisangebote angedacht sind oder bestehende Erlebnisangebote weiterentwickelt werden sollen. So ist im Gebiet Arvenbüel konkret ein neues, einfaches, aber spezielles Übernachtungsangebot angedacht. Durch ein weiteres Projekt sollen aber auch Tagesgäste aktiviert und dadurch aus dem Tagestourismus eine höhere Wertschöpfung generiert werden. Im Hafenbecken von Weesen soll durch entsprechende Infrastrukturanlagen der Seezugang verbessert werden.

Auch hier liegt neben verschiedenen anderen möglichen Massnahmen die Idee für ein konkretes Erlebnisangebot vor, das nicht nur die Attraktivität des Seebeckens für Einheimische und Gäste erhöhen, sondern unter Umständen sogar Teil einer Lösung der bestehenden Verkehrsproblematik darstellen könnte (z.B. Schiffskurs an Wochenenden während des Sommerhalbjahrs zwischen Linth – Hafen Weesen – Lago Mio – Betlis – Gäsi – Linth). Im Bewusstsein, dass für die bestehende Verkehrsproblematik durch Weesen und auf der Betliserstrasse eine Lösung gefunden werden muss, wurde aber auch das Gebiet beim Lago Mio als räumlicher Entwicklungsschwerpunkt definiert. Konkret soll durch die Schaffung entsprechender Angebote der ursprünglich angedachte Zweck des Lago Mio als Wassersportzentrum gestärkt werden. Im Schwerpunktthema «Einzelmassnahmen» sind Einzelmassnahmen zusammengefasst, die nach Ansicht der Arbeitsgruppe für das zukünftige touristische Angebot in Amden und Weesen wichtig sind, sich aber ausserhalb der drei geografischen Hauptentwicklungsgebiete befinden. Für Weesen ist dies beispielsweise ein geplanter Themenweg mit Aussichtsplattform beim Chapfenberg.

Für Amden werden unter diesem Punkt z.B. Standorte aufgelistet, die sich für eine Erweiterung bestehender oder die Erstellung neuer Hotelbetriebe ausserhalb des zusammenhängenden Siedlungsgebietes eignen würden.

Einfach ist die Parkplatzsuche in Weesen an schönen Wochenenden nicht. (Archivbild) Bild: zVg

Mobilität als zentrales Thema

Die durch die Quant AG durchgeführte Umfrage in der Bevölkerung hat gezeigt, dass ein Grossteil der Einwohnerschaft von Amden und Weesen dem Tourismus durchaus positiv gegenüberstehen und im Tourismus eine Chance für die zukünftige Entwicklung der Gemeinden sehen. Klar zum Ausdruck gekommen ist bei der Befragung aber auch, dass heute insbesondere der durch den Tagestourismus verursachte Verkehr und die bestehende Parkplatzsituation als Problem angesehen wird.

Aus diesem Grund wurde im RTEK ein eigenes Schwerpunktthema «Mobilität» definiert, in dem mögliche Massnahmen aufgeführt werden, mit denen das Verkehrsaufkommen durch den Tagestourismus, insbesondere jenes durch den Ortskern von Weesen, im Vergleich zu heute reduziert werden könnte.

Weiteres Vorgehen

Mit der Eintragung des RTEK Amden-Weesen im kantonalen Richtplan soll die Voraussetzung für den Erlass und die Genehmigung zukünftiger, touristisch begründeter Änderungen der Rahmennutzungsplanung oder touristisch begründeter Sondernutzungspläne geschaffen werden. Von ursprünglich 35 angedachten Massnahmen wurden nach einer ersten Evaluation für 19 Massnahmen raumplanerische Abklärungen getroffen und mit dem kantonalen Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) vorbesprochen.

Aufgrund der Rückmeldungen des AREG, aber auch vor dem Hintergrund einer möglichen finanziellen Unterstützung dieser Projekte durch den Kanton, soll vor der definitiven Einreichung des RTEK beim Kanton für zwei sogenannte Projekte auf dem Gebiet von Amden und ein Projekt auf dem Gebiet von Weesen ein detaillierteres Konzept erarbeitet werden.

Informationsveranstaltungen zum Thema

Möchten Sie mehr zum RTEK Amden-Weesen, den angedachten Massnahmen oder den Projekten erfahren, für die nun ein detaillierteres Konzept erarbeitet werden soll?

Dann besuchen Sie doch die öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema am 17. Oktober 2022 um 19:30 Uhr in der Aula des Primarschulhauses Amden oder am Donnerstag, 3. November 2022, 19:30 Uhr, in der Speerhalle in Weesen.

«Weesen aktuell»