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Kanton
01.07.2020

Lohnunterschiede: Firmen müssen Analyse machen

Noch immer gibt es Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau, die sich nicht erklären lassen (Bild: Hyejin Kang).
Noch immer gibt es Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau, die sich nicht erklären lassen (Bild: Hyejin Kang). Bild: zVg
Seit bald 40 Jahren ist die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann in der Verfassung verankert, aber noch immer gibt es unerklärbare Lohnunterschiede. Der Kanton bietet Beratungen an.

Eine Änderung des Gleichstellungsgesetzes, die heute in Kraft tritt, soll Abhilfe bei der Lohnungleichheit schaffen und verpflichtet grössere Firmen zu entsprechenden Analysen. Ein neu strukturiertes kantonales Beratungsangebot steht Firmen und Privatpersonen für Fragen zur Verfügung.

Der Bundesrat hat am 5. Juli 2017 eine Änderung des Gleichstellungsgesetzes verabschiedet, mit der die Durchsetzung der Lohngleichheit, die seit 1981 in der Bundesverfassung verankert ist, verbessert werden soll. Die Revision ist per heute, 1. Juli 2020, in Kraft.

Unternehmen müssen Lohnanalyse machen

Sie verpflichtet Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden, eine betriebsinterne Lohngleichheitsanalyse anhand einer wissenschaftlichen und rechtskonformen Methode durchzuführen – zum Beispiel mit dem vom Bund kostenlosen zur Verfügung gestellten Standard-Analyse-Tool «Logib» – und diese von einer unabhängigen Stelle überprüfen zu lassen.

Als unabhängige Stellen gelten sowohl Revisionsunternehmen mit einer Zulassung nach dem Revisionsaufsichtsgesetz als auch Organisationen, die nach ihren Statuten die Gleichstellung von Frau und Mann fördern oder die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wahren, und Arbeitnehmervertretungen gemäss dem Mitwirkungsgesetz vom 17. Dezember 1993.

Die erste Analyse muss bis spätestens 30. Juni 2021 durchgeführt werden, bis zum 30. Juni 2022 soll die Überprüfung der Lohngleichheitsanalyse durch eine externe Stelle erfolgen. Öffentlich-rechtliche Arbeitgebende sind zusätzlich verpflichtet, die einzelnen Ergebnisse der Lohngleichheitsanalyse und der Überprüfung zu veröffentlichen.

Kantonales Beratungsangebot rund um das Gleichstellungsgesetz

Das kantonale Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung (KIG) steht sowohl Unternehmen wie auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für Auskünfte und Beratungen zur Verfügung. Das KIG bietet seit 1. Januar 2020 Erstberatungen zu Fragen im Zusammenhang mit dem Gleichstellungsgesetz an.

Zuvor wurden diese Beratungen von einer externen Stelle angeboten. Mit der Integration dieser Dienstleistung ins KIG will das Departement des Innern künftig vermehrt einen direkten Austausch mit Betroffenen pflegen und so auf Problembereiche, unter anderem Lohnungleichheit, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und Diskriminierung bei Beförderungen, aufmerksam werden.

Weitere Informationen finden sich unter sg.ch/gesundheit-soziales/soziales/gleichstellung/beratung.html.

PD, Kanton St.Gallen