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19.09.2022

Trotz Herbst: Es blüht noch immer im Natur-Garten

Nicht nur schön, sondern auch hilfreich. Von links nach rechts: Löwenmäulchen, Purpur-Leinkraut, Echtes Eisenkraut.
Nicht nur schön, sondern auch hilfreich. Von links nach rechts: Löwenmäulchen, Purpur-Leinkraut, Echtes Eisenkraut. Bild: Bernadette Gerber
Trotz September und schon ein wenig Herbst, blühen immer noch zahlreiche Blumen im Naturgarten.

Sie sind nicht so auffällig wie die exotischen Pflanzen. Manchmal muss man schon näher gehen, um sie zu bewundern, denn meistens sind sie kleiner, aber nicht weniger attraktiv.

Wilde Löwenmäulchen

Die wilden Löwenmäulchen (Leuemüli) blühen gerade um die Wette, sie sind alle gelb aber teilweise verschiedene Gelb an einer Blume, schon eher Blümchen, denn sie sind ja viel kleiner als seine gezüchteten Verwandten, die in allen Farben blühen. Aber die Bienen lieben sie so wie sie sind. Sogar essbar sind diese schönen Blüten, schön als Deko auf Salaten.

Wilde Rosen

Die wilden Rosen haben zwar keine Blüten mehr um diese Jahreszeit, aber dafür Hagebutten, aus welchen man Tee machen kann, dem Hagebuttentee sagt man sogar nach, er sei pflanzliche Antibiotika, denn gegen Halsweh oder sonstige grippale Infekte mit Honig oder Agavendicksaft, tut dieser Tee richtig gut. Oder man geniesst einfach die schönen Früchte und lässt sie als Dekoration im Garten stehen. Ich habe 3 Wildrosen im Garten, die von selber gewachsen sind, weil ich ja alles zuerst wachsen lasse, um zu schauen, was es für eine Pflanze ist. Dann kann ich immer noch jäten, was nicht passt. So ist es immer wieder eine Überraschung was alles so von selber wächst im naturbelassenen Garten.

Maiglöckchen

Die Maiglöckchen (Maieriesli) im Frühling weisse wohlriechende Blüten, tragen jetzt orange Früchte, die die Samen enthalten. Das Maiglöckchen ist giftig!

Purpur-Leinkraut

Das Purpur-Leinkraut leuchtet schon den ganzen Sommer über. Ich liebe diese leuchtende Farbe, so erfrischend. Alle Mitteleuropäischen Leinkraut-Arten sind essbar.

Eberesche (Vogelbeerbaum)

Die Eberesche (Vogelbeerbaum) zeigt sich im schönen Beerengewand, die Vogelbeeren. Diese kann man trocknen lassen wie die Weinbeeren, aber sie sind nicht so lecker wie die Traubenbeeren, dafür haben sie umso mehr Vitamin C. Der Name sagt es, die Vögel lieben die Beeren natürlich auch. Die Eberesche ist sehr vielseitig in der Küche. Die Früchte am besten nach dem ersten Frost, roh oder für Tee, Essig, zu Gelée, Fruchsaft, Fruchtkonfi, zu Kräuter-/Gemüsesuppen, zu Trockenobst, zu Kompott zu Kräutersauce, zu Obsttorten oder zu Wein. Zum entbittern, 10 Stunden in eine Essiglösung geben.

Ewiges Gänseblümchen

Das ewige Gänseblümchen blüht auch jetzt noch, obschon es bereits im Frühjahr begonnen hat. Abends ziehen jetzt die Schnecken durch den Garten, die man verständlicherweise nicht so mag, denn sie sind sehr gefrässig. Das Gänseblümchen ist vielseitig, es gilt als Genuss-, Nahrungsmittel und Heilkraut. Die frischen Blätter und Blüten können zu einem Kräuterquark verwendet werden, zu Spinat geht auch, die Blütenknospen von März bis Juni als falsche Kapern zu Salaten. Auch als Heilkraut ist das Gänseblümchen unverzichtbar, als Tee ist es Blutreinigend, und es ist ein Magen-, Galle- und Lebermittel. Es wirkt nicht nur bei Leberbeschwerden, sondern vor allem auch bei Hauterkrankungen. Der Tee ist sehr angenehm im Geschmack, kein bisschen bitter.

Von links nach rechts: Wilde Malve, Ringelblume, Sonnenblume. Bild: Bernadette Gerber

Echtes Eisenkraut

Das echte Eisenkraut wächst auch wild im Naturgarten, es hat sehr unscheinbare Blüten. Daraus kann man Tee machen. Er hemmt Entzündungen und löst Schleim. Sogar bei Angstzuständen, Nervosität und depressiven Verstimmungen soll er helfen. Die blanchierten Blätter kann man Salaten zugeben, die Blüten als Dekoration. Schon im Mittelalter brauchte man Eisenkraut zum Behandeln von Schnittwunden.

Orangerotes Habichtskrau

Das orangerote Habichtskraut blüht nun zum zweiten Mal. Zuerst im späten Frühling und jetzt gegen Herbst hin nochmals. Man kann die Blätter und die Knospen im Frühjahr zu Salaten oder Spinat geben sowie die Blüten nach dem Erblühen zu Salaten, Spinat und Gemüsesuppen.

Wilde Malven

Im Naturgarten meiner Tochter blühen die wilden Malven zum zweiten Mal. Sie haben auch so eine satte knallige Farbe, sie sind wunderschön. Die Blätter und Triebe können im Frühling als Beigaben zu Gemüsegerichten verwendet werden. Die Blüten unmittelbar nach dem Erblühen. Malventee hilft bei Husten Heiserkeit und Halsweh, wird aber auch bei Magenbeschwerden eingesetzt. Ebenso lindert er Husten und wirkt schleimlösend.

Ringelblumen (Calendula)

Die Ringelblumen (Calendula) blühen zurzeit ganz kräftig, sie sind so schön anzuschauen, wie sie auch nützlich sind. Daraus werden Salben gemacht, die für die Haut vorzüglich ist, wenn man kleine Wunden hat, oder einfach gegen Rötungen und Sonnenbrand wirkt sie Wunder. Der Tee wirkt gegen Zahnfleischentzündungen.  Die Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden.

Sonnenblume

Die Sonnenblumen sind jetzt auch in voller Blüte. Oft sieht man ganze Felder davon. Entweder macht man davon das Sonnenblumenöl, wohl das häufigste in der Schweiz bekannte Öl, das man für Salate, sowie zum Braten und Backen verwenden kann. Sonnenblumenkerne sind auch gut zum Essen, allerdings sollte man sie dann ohne Schalen kaufen. Man gibt sie in Müesli, Salate und Backwaren. Das Vogelfutter besteht auch zum grössten Teil aus Sonnenblumenkernen.

Schafgarbe

Die Schafgarbe ist sehr vielfältig. Man kann die getrockneten Blätter zu Likör oder Kräuterwein machen. Die jungen frischen Blätter zu Gemüsegerichten geben, oder als Brotbelag, als Aroma zu Essig oder Kräutersalz. Schafgarbentee ist gegen Verdauungsbeschwerden, krampfartigen Leiden im Magen- und Darmbereich. Gegen Durchfall und Blähungen, bei Menstruationsbeschwerden, Hämorrhoiden, leichten Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen.

Nicht nur, dass noch eine riesige Vielfalt an Wildblumen blühen und wir uns daran erfreuen können, nein, sie sind sogar unglaublich vielfältig, ob zum Essen, oder als Heilmittel aller Art. Die Natur bringt soviel Heilmittel hervor und das ohne Nebenwirkungen. Vieles kann man in Büchern finden und natürlich auch im Internet.

Bernadette Gerber, Hobby-Naturgärtnerin