Rapperswil-Jona
26.10.2018

SPEKULATIONEN UM KOMMENDE WAHL IN RAPPERSWIL-JONA

Der Rapperswiler Teilzeit-Stadtrat Roland Manhart (CVP) würde gerne Nachfolger des zurücktretenden Stadtrats und Schulpräsidenten Thomas Rüegg (FDP) werden. Nun melden sich gemäss «Linth-Zeitung» weitere Kandidaten. Der Bericht hinterlässt einige Fragezeichen.

Seit dem 5. September 2018 ist bekannt, dass der heute 64-jährige Thomas Rüegg per Mitte Oktober 2019 zurücktritt, also im nächsten Herbst in Pension geht. Ein offizieller Wahltermin für einen ersten und allfälligen zweiten Wahlgang steht noch nicht fest. Der erste Termin dürfte vermutlich im nächsten Mai oder Juni sein. Doch bereits heute spekuliert die Linthzeitung über allfällige Kandidaten. (Artikel: https://www.linthzeitung.ch/politik/2018-10-26/kandidat-fuer-schulpraesidium-geraet-in-den-sog-der-kesb-wirren) Die Zeitung stellt dabei einen Zusammenhang herr, zwischen dem Rauswurf von KESB-Chef Dr. Walter Grob, der Rolle von Stadtrat Roland Manhart bei dieser Entlassung und der für nächstes Jahr anstehenden Ersatzwahl für das Schulpräsidium.

Was die SP im Falle einer Niederlage tut

Die SP werde definitiv ins Rennen steigen: ««Wir haben valable Bewerberinnen und Bewerber für dieses Amt und werden in vier Wochen einen Kandidaten präsentieren», lautet gemäss Zeitung die Auskunft von SP-Präsident Robert Hegi. Sollte Manhart die Wahl gewinnen, dann werde für die SP Eduard Hirschi als Kandidat für das dann freiwerdende Nebenamt antreten. Derselbe Eduard Hirschi also, der vor zwei Jahren bei den damaligen Stadtratswahlen voller Elan eingestiegen war, aber nach einem chancenlosen ersten Wahlgang nicht mehr zum zweiten Wahlgang antrat. Hier erlaubt sich Linth24 ein erstes Fragezeichen: Kann es sein, dass die SP schon einen Ersatzkandidaten hat für eine allfällig verlorene Wahl, einen Kandidaten über den die Partei noch nicht demokratisch befunden hat?

Grüne, Grünliberale und Liberale möchten auch - irgendwie

DIe Linthzeitung präsentiert als Kandidatin der Grünen die nebenamtliche Stadträtin Tanja Zschokke (UGS). Zschokke war vor zwei Jahren, obwohl politisch unerfahren, mit einem guten Resultat gewählt worden. Sie hat in ihrer bisherigen Amtszeit keine grossen Wellen geworfen, weder im negativen noch im positiven Sinn. Zschokke sei «bereit für die Nominierung» und auch gemäss Co-Präsidentin der Grünen wolle ihre Partei eine Kandidatin für das Schulamt präsentieren. Offenbar wurden aber bei den Grünen noch keine Entscheide gefällt.

Dasselbe gilt für die Grünliberalen. Sie seien «bereit sich allenfalls bei der Ersatzwahl um einen Sitz bei den nebenamtlichen Stadträten zu beteiligen», schreibt die Zeitung. Im Klartext heisst das: Die Grünliberalen stellen keinen Kandidaten für das Schulpräsidium auf, sondern höchstens einen Ersatzkandidaten, sollte Roland Manhart zum Schulpräsidenten gewählt  werden.

Die grosse Politik im Taschenformat ist auch bei den Freisinnigen noch kein Thema. Es sei «noch offen», ob die FDP einen Kandidaten aufstellen werde. Warum die FDP einen Sitz kampflos hergeben soll, bei wem das offen ist und wie das allenfalls geschlossen werden könnte, erfährt der Leser nicht.

Nur eine Partei, sagt klar was sie nicht will: Die SVP. Sie verzichtet auf eine Kandidatur.

CVP findet das Ganze unfair

Bleibt noch die Partei von Roland Manhart, die CVP. Sie wolle an der Kandidatur festhalten, sagt laut Zeitung der Parteipräsident Thomas Hofstetter. Dass die Partei noch gar keinen Beschluss gefasst hat, fällt dabei unter den Tisch. Hofstetter beklagt sich aber schon heute darüber, dass die SP Manhart kritisiert haben soll wegen dessen Rolle bei der Entlassung von KESB Direktor Grob. Was allerdings genau die Kritik ist, bleibt unbekannt. Tatsächlich hat sich bis heute keine Partei von Rapperswil-Jona zum Rauswurf des KESB Direktors geäussert.

Spekulationen und Lärm

Was bleibt übrig von diesem Zeitungsartikel in Sachen Schulpräsidenten-Wahl? Einer (Roland Manhart) will offenbar, hat sich aber noch nicht festgelegt. Eine (Tanja Zschokke) würde es wollen, wenn die Partei will, was diese aber noch nicht entschieden hat. Andere Kandidaten sind zurzeit nicht bekannt. Einen Zusammenhang der Kandidaturen mit dem Verhalten von Roland Manhart als für das KESB-Desaster zuständiger Stadtrat ist nicht ersichtlich.

Es ist also viel Spekulation, statt einer einfacher Wahrheit: Es geht darum, dass für Herbst 2019 ein Amt zu besetzen ist und sich dafür mögliche Kandidaten ins Spiel bringen. Es ist also ein ganz normaler demokratischer Prozess der in einer Wahl enden wird. Oder wie es der Franzose sagen würde: «Tant de bruit pour une omelette» - frei übersetzt: Viel Lärm um nichts.

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https://linth24.ch/stadtrat-rueegg-tritt-vorzeitig-zurueck/

Linth24, Mario Aldrovandi