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Freizeit
16.07.2022

Achtung Wanderer! Vorsicht bei Mutterkühen

Die Begegnungen zwischen Wanderern und Alpvieh sind meist friedlich und harmonisch – aber nicht immer
Die Begegnungen zwischen Wanderern und Alpvieh sind meist friedlich und harmonisch – aber nicht immer Bild: Ulrike Huber
Immer wieder kommt es auf den Alpen zu Zwischenfällen zwischen Wanderern und Kühen. Das Linth24-Partnerportal rheintal24 erläutert einige Vorsichtsmassnahmen.

Immer wieder kommt es bei Wanderungen, die über bewirtschaftete Alpen führen, zu Zwischenfällen im Umgang zwischen Mensch und Rindvieh. Wenn etwa Wanderer mit Hunden die Weiden von Mutterkühen queren. Oder den Kühen ganz einfach zu nahekommen, oder diese mit falschen Gesten oder Gefuchtel reizen.

Sommerfrische mit den Menschen teilen

Auf beiden Seiten des Rheins, im St.Galler Rheintal und in Vorarlberg, gibt es gesamt wohl gut 500 Alpen. Darunter etwa 150 Alpen, auf denen im Sommer gesamt ungefähr 2'300 Mutterkühe gesömmert werden. Sie teilen sich ihre «Sommerfrische» mit den Menschen, die dieselben Alpen als Wander- und Naherholungsgebiete nutzen.

Wobei zumindest auf den bergigen Weidegebieten jenseits des Rheins seit 2014, als in Tirol eine deutsche Touristin, die mit ihrem Hund unterwegs war, von einer Mutterkuh zu Tode getrampelt wurde, eine Verhaltensänderung und Bewusstseinsbildung zu beobachten ist. Das zu diesem Unglück ergangene erstinstanzliche Urteil hatte den Alpbesitzer und -betreiber haftbar gemacht. Dieses Urteil wurde in der Berufung zwar korrigiert, die Problematik bleibt.

Besonders Mutterkühe sind leicht reizbar, wenn sie ihr Junges in Gefahr sehen Bild: ruminants.ceva.pro

Klar festgelegte Verhaltensregelen

Seitdem gibt es bei unseren liebsten Nachbarn für Wanderer und Älpler klar festgelegte und rechtlich verbindliche Verhaltensregeln.

Und viele der Alpen mit Mutterkühen sind nun entsprechend ausgeschildert, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Was aber für die Alpbesitzer nicht verpflichtend ist. Dazu wurden zehn klar verständliche Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh ausgearbeitet. Solange man sich an diese Tipps hält, dürfte es keine Probleme geben. Regel Nummer eins gilt für Hundehalter, die ihren vierbeinigen Lieblling mit auf ihre Wanderungen nehmen: Sollte eine Mutterkuh angreifen, sofort den Hund von der Leine lassen.

Wieder mehr Touristen

Vorfälle mit aggressiven Mutterkühen, die Wanderer angegriffen haben, hat es heuer bisher noch nicht gegeben. Aber die Saison ist noch lange. Und nach den Coronajahren werden auch wieder mehr ausländische Touristen darunter sein. Auch sie sollten nachstehende Verhaltensregeln kennen und beachten.

Verhaltensregeln auf Mutterkuhalpen

  • Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern.
  • Ruhig verhalten.
  • Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden.
  • Beim Angriff einer Kuh den Hund sofort von der Leine lassen.
  • Wanderwege nicht verlassen.
  • Versperrt Weidevieh den Weg, mit grossem Abstand umgehen.
  • Bei Herannahen von Weidevieh ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren.
  • Bei ersten Anzeichen von Unruhe Weidefläche zügig verlassen.
  • Umzäunungen respektieren.
  • Grundsätzlich auf Alpen Respekt vor Mensch und Tier zeigen.
gmh/uh, rheintal24 / Linth24