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Uznach
11.07.2022

30 Jahre Storchenverein Uznach

Sind nicht mehr wegzudenken: Die Störche in Uznach.
Sind nicht mehr wegzudenken: Die Störche in Uznach. Bild: Linth24
Dieses Jahr kann der Storchenverein Uznach sein 30 jähriges Bestehen feiern. Die Festbesucherinnen und -besucher erfuhren sehr viel über die Ansiedlung im Linthgebiet. Linth24 schaut auf die lange Geschichte zurück.

Der Weissstorch braucht im Linthgebiet, speziell in Uznach, kaum vorgestellt werden. Um einen völligen Zusammenbruch des Storchenbestand in der Schweiz entgegenzuwirken, begann der Ornithologe Max Bloesch 1948 mit einem Zucht-programm mit den noch vorhandenem Bestand an Störche.

In Altreu wurde alles unternommen, dass in der Schweiz der Storch wieder heimisch wurde. Er siedelte erneut Störche aus  Algerien an und plante ab 1965 Aussenstationen in der Schweiz. Der Kontakt zwischen Max Bloesch und Ernst Friederich in Uznach war so intensiv, dass in Uznach 1965 die erste Aussenansiedlung entstand.

Die Störche fühlten sich bald heimisch im Linthgebiet. Nahrung war genügend vorhanden. Friedrich kümmerte  sich vorsorglich um Jungstörche und Verletzte. Immer mehr Störche erkannten dass das Linthgebiet und der Zürich-Obersee ideale Brutplätze und gute Nahrung bieten.Die Betreuung der Storchenpaare und Jungvögel beanspruchten Ernst Friedrich immer mehr. So wünschte er sich Hilfe. Die bekam er 1983 mit einem grosszügigen

Storchengehege hinter der Kreuzkirche. 1991 wurde ein Storchenverein gegründet, der für die nötige Finanzierung der Betreuung sorgte. Jeden Tag kontrollierte Friedrich die Storchenschar über den Gesundheitszustand. Wenn nötig half er mit Fischmalzeiten aus. Freiwillige Storchenfreunde übernahmen die Kontrolle der Brutnester und Säuberung der Dächer im Herbst. Es entstand eine Patenschaft, die mitlerweile auf rund 330 Mitglieder angewachsen ist.

Heute sind es Storchenfreunde, die die Betreuung, ohne Bezahlung, übernehmen. Im Linthgebiet werden meist über 100 Störche gesichtet. Seit rund 10 Jahren leben die Störche in Freiheit und ernähren sich selber. Auch im härtesten Winter werden keine Störche gefüttert. Im Gehege sind oft Störche am Boden zu sehen. Der Storchenverein kümmert sich dann um Verletzte. Die freiwilligen Storchenbetreuer übernehmen im Auftrag von Storch Schweiz die Beringung der Jungtiere. Ein Storch von der Station Uznach ist mit einem Sender ausgerüstet. So kann das Verhalten und die Winterflüge genau ermittelt werden. Die Homepage „Storchenverein Uznach“ gibt laufend den Standort bekannt.

Lauter fröhliche Gesichter an den Festivitäten zum 30-jährigen Jubiläum des Storchenvereins Bild: Werner Hofstetter, Linth24

Dieses Jahr kann der Storchenverein Uznach sein 30 jähriges Bestehen feiern. Nach einem Informationsundgang in der Storchenkolonie wurde die Storchentaufe sehnlichst erwartet. Rund 40 Jungstörche erhielten ganz unterschiedliche Paten. Diese gaben ihrem Storch einen Namen und erklärten den Grund der Patenschaft. Den Jungstörchen dürfte es egal sein, welcher Name die Paten ausgewählt haben. Geburtstag, Hochzeitstag, Familiennachwuchs, Ferienerinnerungen waren Stichworte. Pfarrer Michael Pfiffner wurde zum Wegzug einen Storch taufen, der natürlich im Horst auf der Stadtkirche aufgewachsen ist. Dann folgten Namen wir Pepe, Kamil, Lenj, Stefan, Himbo, Urmel, Calimero Miri oder Nino. Ein Taufessen rundete den informativen Besuchstag ab.

Werner Hofstetter, freier Mitarbeiter Linth24