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04.07.2022
04.07.2022 11:01 Uhr

Grüne Linth sehen A15-Gaster weiterhin kritisch

Ruedi Blumer, Präsident VCS Schweiz und grüner Kantonsrat, zeigte auf, dass jede neu gebaute Strasse Mehrverkehr generiere.
Ruedi Blumer, Präsident VCS Schweiz und grüner Kantonsrat, zeigte auf, dass jede neu gebaute Strasse Mehrverkehr generiere. Bild: Grüne Linth
An der Hauptversammlung der Grünen Linth in Uznach standen die Umfahrungsstrasse A15-Gaster und Alternativen dazu im Fokus. Gäste waren Daniel Ritler von der IGMRU und VCS-Präsident Ruedi Blumer.

«Teer bis zum Speer»

Die diesjährige Hauptversammlung der Grünen Linth fand kürzlich in Uznach statt. Neben den statutarischen Geschäften stand das Thema Umfahrungsstrasse Uznach im Fokus. Eingeladen zu diesem Anlass wurden Daniel Ritler, Steuergruppenmitglied der IG Mobilität Region Uznach aus Uznach und Ruedi Blumer, Präsident des VCS Schweiz und Kantonsrat aus Gossau.

Nach der offiziellen Begrüssung durch Urs Bernhardsgrütter stimmte Raimond Gatter mit seinem Lied «Teer bis zum Speer» die Anwesenden auf das aktuelle und brennende Verkehrsthema ein. Aussagen wie «Die Rennstrecke Uznach Süd und Osten… lässt uns 400 Millionen kosten…mit Tunnel und mit Brücken, die Natur muss halt zusammenrücken…» liessen die Zuhörer aufhorchen.

Daniel Ritler informierte die Mitglieder der Grünen Linth über das Umfahrungsprojekt, seine immensen Folgen für Uznach und über Alternativen, die das Problem lösen und gleichzeitig nachhaltig sind.

«Nicht zweckmässig»

Er erklärte, dass sich die IG Mobilität Region Uznach (IGMRU) mit der Umfahrung kritisch auseinandersetze, sich Alternativen sowie eine echte Mitsprache und eine offene Diskussion wünschen. Der Kanton St.Gallen halte selbst fest, dass eine Umfahrung in dieser Art volkswirtschaftlich nicht sinnvoll sei. Diese Aussage habe der Kanton im September 2021 bezüglich Zweckmässigkeit veröffentlicht. Dies scheinen deutliche Worte von Seiten des Kantons an die Projektverantwortlichen.

Der Landverlust durch diese grossräumige Umfahrung sei mit 60'000 m² zu gross. Zudem würde sich der Bau negativ auf das Kaltbrunner Riet auswirken. Die Kosten für das Projekt seien mit 400 Mio. Franken immens. In der Tendenz weiter steigend. Die Folgekosten für Uznach würden ebenfalls sehr hoch werden, da einerseits die Kosten für die flankierenden Massnahmen und andererseits die Folgekosten für den Unterhalt und Pflege der neuen Gemeindestrassen anfallen würden. Dies würde zu einer Erhöhung der Steuern in Uznach führen. Die Entlastungswirkung im Städtli durch dieses Strassenprojekt würde auf keinen Fall genügen, denn nach wie vor würden gemäss den Projektverantwortlichen mehr als 8'000 Fahrzeuge täglich durchs Städtli fahren.

Das Projekt entspreche nicht dem heutigen Denken einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Verkehrsplanung, sondern decke sich mit dem Zeitgeist, der herrschte, als das Projekt vor 40 Jahren entstanden sei.

Daniel Ritler zeigte Alternativen auf, die zielführend sind: so z.B. ein Grosskreisel im Zentrum von Uznach, eine Bahnunterführung und eine Verbindungsstrasse im Osten von Uznach, die den Verkehr direkt auf die Autobahn führen würde.

Die IGMRU wird aus obengenannten Gründen das Referendum ergreifen, damit die Uznacher Bevölkerung über dieses wichtige Projekt abstimmen kann.

VCS-Präsident Blumer: «Wer Strassen säht, erntet Verkehr!»

Ruedi Blumer, Präsident des VCS Schweiz, zeigte auf, dass jede neu gebaute Strasse Mehrverkehr generiere. «Wer Strassen säht, erntet Verkehr!» Dies gilt umso mehr, wenn Verkehrsberuhigungen und Verkehrsbewirtschaftung nicht konsequent gemacht werden. Blumer verglich dann Uznach mit Gossau, wo schon zweimal eine für die Umwelt und die Staatskasse teure Umfahrungsstrasse abgelehnt wurde.

Im statutarischen Teil wurden die Rechnung und das Budget genehmigt, der Vorstand der Grünen Linth und der Präsident Urs Bernhardsgrütter bestätigt. Bei interessanten Gesprächen und einem Apéro wurde die Versammlung abgerundet.

Grüne Linth