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Amden
28.06.2022

Konsumgenossenschaft Amden feierte 100 Jahre

VR-Präsidentin Sandra Bachmann (l.) mit ihrer neuen Geschäftsführerin Irene Gmür.
VR-Präsidentin Sandra Bachmann (l.) mit ihrer neuen Geschäftsführerin Irene Gmür. Bild: Andrea Gmür
Konsumgenossenschaft Amden – so lautet der Name der Genossenschaft, die vor hundert Jahren in Amden gegründet wurde und heute den Volg führt. Am Samstag feierten dies die GenossenschafterInnen gebührend.

Am 7. August 1921 war es endlich so weit: Eine Anzahl Interessierte gründeten in Amden die Konsumgenossenschaft mit dem Ziel, in Amden ein Ladengeschäft zu betreiben. Das 100-Jahre-Jubiläum hätte eigentlich bereits vor einem Jahr gefeiert werden sollen, doch Corona verhinderte es.

Doch nun war es so weit – Florian Frei, der als Moderator durch den festlichen Abend führte, durfte die stattliche Anzahl von 140 Genossenschaftsmitgliedern im Gemeindesaal begrüssen. Den Auftakt machen die Bergspatzen Amden, eine aus Buben und Mädchen bestehende Gesangsgruppe unter der Leitung von Mary Zahner. Aus voller Kehle begeistern sie die Gäste mit vier volkstümlichen Liedern plus Zugabe.

«Frisch und fründlich», sagte dazu der Moderator und konnte so mit dem Slogan von Volg zum eigentlichen Programm überleiten. Als «Gast Nummer eins» begrüsste er Beni Gmür, der die letzten 35 Jahre bis Ende April zusammen mit seiner Ehefrau das Ladengeschäft geführt hatte und in Pension gegangen war.

Nun war es an der Zeit, Hunger und Durst zu stillen. Für die Zubereitung des Nachtessens war die Holzstübli-Crew engagiert worden. Für die Unterhaltungsmusik – und später zum Tanz – war die Ernetschwiler Band «Speerfäger» da. Den Service von Essen und Getränken hatte die Guggenmusik Amden übernommen. Unter diesen Voraussetzungen keine Überraschung, dass von A bis Z im Saal eine gute Stimmung herrschte.

Die Präsidentin blickt zurück

Die Konsumgenossenschaft Amden führte in den ersten 50 Jahren den Konsum Konkordia, dann während 25 Jahren einen Usego-Laden und seit 2005 führt sie den Volg. Sandra Bachmann ist seit fünf Jahren Präsidentin des Verwaltungsrates, notabene als erste Frau. In ihrer Begrüssungsrede blickte sie zurück auf die bewegte Geschichte.

An der Gründungsversammlung vor 101 Jahren seien zwei Vertreter des Konsumvereins Konkordia Zürich vor Ort gewesen und hätten ihr System vorgestellt. Um einen Verkaufsladen erfolgreich zu betreiben, müsse man sich einem grösseren Konsum-Verband anschliessen, um die Produkte vorteilhaft einkaufen zu können, habe es geheissen. Ein geeignetes Ladenlokal war bereit und beherbergte fortan 40 Jahre lang das Geschäft. Anfang der 1960er Jahre baute man den Laden am heutigen Standort. «Das Vorhaben war nicht ganz ohne Risiko», so die VR-Präsidentin. Der Kredit von 650'000 Franken («zu jener Zeit eine recht hohe Summe») habe schliesslich eine knappe Zustimmung erhalten. Zu jener Zeit, von 1949 bis 1988, habe der Konsum auch noch seine Filiale im Vorderdorf geführt.

Im Lauf der Zeit sei es zu verschiedenen Umbauten und Erneuerungen gekommen, ein letztes Update vor fünf Jahren mit der Übernahme der Post-Agentur. Und gerade kürzlich, dieses Frühjahr, habe nun die Führung gewechselt: Neue Geschäftsführerin ist Irene Gmür. Aufgewachsen in Amden, hat die 47-Jährige bereits von 1991 bis 1994, wovon drei Jahre als Lehre, im damaligen Konsum gearbeitet. Zuletzt war sie, angestellt seit 2002, im Coop Uznach als Kadermitarbeiterin tätig.

Gratulation des Gemeindepräsidenten

Im Namen des Gemeinderates gratulierte Gemeindepräsident Peter Remek der Jubilarin zum 100-jährigen Bestehen und blickte zurück auf die Zeit vor der Gründung.

Den wenigen vorhanden Quellen sei zu entnehmen, dass sich die Leute in Amden vor der Gründung der Konsumgenossenschaft weitgehend selbst versorgt hätten. Brot habe man sich vom Fli oder von Weesen besorgen müssen, einen Metzger habe es in Amden erst seit den 1920er Jahren gegeben. Erste Bestrebungen für eine Genossenschaft habe es zwar schon lang vor 1921 gegeben, doch erst die allgemeine Teuerung im Ersten Weltkrieg habe wohl endgültig den Ausschlag gegeben, «sich selbst zu helfen».

Hilfe zur Selbsthilfe, das sei ohnehin das, was die Gemeinde für einen Dorfladen tun könne, so Remek. Ein Dorfladen, wie ihn die Konsumgenossenschaft betreibe, sei zumindest in ländlichen Gegenden unbedingt zu erhalten, das zeige schon die Übernahme einer Postagentur oder der Heimlieferservice.

Beni Gmür stellt die knifflige Frage

Bevor es dann endgültig zum Tanz überging, wurden die Gäste noch mit einer Schätzfrage konfrontiert. Sie zu stellen, wurde durch den Moderator dem abgetretenen Geschäftsführer Beni Gmür übertragen. Dieser war überrascht, so spontan diese Aufgabe zu erhalten. Er überlegte kurz und stellte die Frage: Wie viele Besuche hatte der Volg insgesamt im Geschäftsjahr 2020/21 zu verzeichnen?

Die Gäste werweissten, rechneten, verglichen. Die Lösung mag schliesslich einige erstaunt haben: 64'413.

Pius Thoma (r.), Gewinner des Schätzpreises, erhält den Preis von VR-Präsidentin Sandra Bachmann. Bild: Andrea Gmür
Urs Roth, Amden