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Gesundheit
15.06.2022
15.06.2022 16:44 Uhr

Affenpocken sollen umbenannt werden

Eine Krankenschwester führt einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus durch. Die WHO will den Affenpocken einen neuen Namen geben.
Eine Krankenschwester führt einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus durch. Die WHO will den Affenpocken einen neuen Namen geben. Bild: Keystone/EUROPA PRESS/Carlos Luján
Um möglichen Stigmatisierungen von Affen und Afrika entgegenzuwirken, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Affenpocken einen neuen Namen geben. Ein Präzedenzfall war im Februar 2020 das «Wuhan-Virus».

Es gebe seit langem Bestrebungen, Krankheiten nicht mehr nach Tieren oder Regionen zu benennen, um jeglicher Möglichkeit von Diskriminierung oder Stigmatisierung vorzubeugen, sagte ein WHO-Sprecher am Dienstagabend.

Zuvor hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf angekündigt, dass es in Kürze eine Entscheidung geben soll.

Bezeichnung «Affenpocken» irreführend

Der Begriff Affenpocken etwa könne auf eine Herkunft aus Afrika hindeuten, so der Sprecher.

Bis Mai waren das Virus und die Krankheit, beide sollen umbenannt werden, zwar fast ausschliesslich aus Afrika bekannt, aber der Name war ohnehin schon irreführend: Das Virus wurde 1958 in Dänemark zwar erstmals bei Affen in einer Versuchsanstalt nachgewiesen. Allerdings dürfte es nach heutigen Erkenntnissen eher unter kleinen Nagetieren verbreitet sein. Die Affen gelten nur als sogenannter Fehlwirt.

WHO machte bereits «Wuhan-Virus» zu Sars-CoV-2

Beim Auftauchen des Coronavirus Ende 2019 hat die WHO auch schnell gehandelt, um eine Verbreitung von Namen wie «Wuhan-Virus», benannt nach der chinesischen Stadt, in der es erstmals nachgewiesen wurde, zu verhindern.

Am 11. Februar 2020 verkündete die WHO, dass das neuartige Virus Sars-CoV-2 heisst und die Krankheit, die es auslöst, Covid-19.

Keystone-SDA / Linth24