Uznach
25.01.2019

UZNER DUELL: SPANNENDE AUSGANGSLAGE BLEIBT

Zwei Wochen vor der Wahl des neuen Gemeindepräsidenten, ist die Uzner Politik gespalten: FDP, SVP und Grüne unterstützen Markus Spörri. CVP und  Gewerbeverband setzen auf Diego Forrer. Das Bürgerforum tendiert eher zu Forrer. Die SP verzichtet auf eine Wahlempfehlung.

Stellungnahme «Bürgerforum attraktives Uznach» (25.1.2019) Das Bürgerforum Uznach hat sich mit der Wahl des neuen Gemeindepräsidenten intensiv auseinandergesetzt und beide Kandidaten anlässlich einer persönlichen Anhörung und Befragung geprüft. Nach interner Beratung zeigte sich jedoch schnell, dass die Meinungen gespalten sind und kein eindeutiger Entscheid zu Gunsten eines Kandidaten gefällt werden konnte.

Für Markus Spoerri als politisch unerfahrener Quereinsteiger spricht seine dynamische, unternehmerische Persönlichkeit, welche aber auch gewisse Risiken in der Zusammenarbeit und Führung einer Gemeindeverwaltung mit sich bringt.

Diego Forrer wirkt mit seiner langjährigen Erfahrung in der Gemeinde- u. Kantonsverwaltung zuverlässig, konstant und berechenbar. Aber kann er Uznach mit dem nötigen Elan und neuen Impulsen wirklich vorwärts bringen?

Die Wahl des Gemeindepräsidenten wird somit für jeden einzelnen Stimmbürger primär ein Bauchentscheid bleiben, bei dem persönliche Sympathien ausschlaggebend sind. Für das Bürgerforum Uznach steht deshalb unabhängig von der Kandidatenwahl die konsequente Weiterverfolgung ihrer politischen Ziele im Vordergrund. Im Fokus bleiben die regionale Steuerattraktivität, die Kostenkontrolle im Schulwesen u. in der Gemeindeorganisation sowie die Förderung der Standortqualität und des örtlichen Gewerbes. Beide Kandidaten haben sich anlässlich der Befragung diesen Zielsetzungen verpflichtet gezeigt und das Bürgerforum wird den zukünftigen Gemeindepräsidenten an diesen Zusagen messen.

Im Hinblick auf die Zusammenarbeit des Bürgerforums mit dem neuen Gemeindepräsidenten dürfte die Wahl von Diego Forrer für unsere Interessen eher zielführend sein!

Stellungnahme der Grünen (24.1.2019) Die Grünen Uznach empfehlen Markus Spörri als neuen Gemeindepräsidenten

Die Mitglieder der Grünen Uznach halten grundsätzlich beide Kandidaten für wählbar. Diego Forrer überzeugte sie vor allem durch seine glaubwürdige Art und seinen Erfahrungsschatz in der Verwaltung. Er würde einen zuverlässigen Gemeindepräsidenten abgeben. Markus Spörri bringe hingegen eine Vision für Uznach mit und wirke insgesamt innovativer. Er habe das Potential, Uznach zu bewegen. Die Wahlempfehlung fiel auf Spörri, weil die Grünen diese Eigenschaften schliesslich stärker gewichteten.

Spörri scheint mit seiner Person die grünen Anliegen eher zu vertreten als Forrer. Dazu gehört aber nicht bloss die Verkehrspolitik in Uznach, sondern allgemein die Bereitschaft in zukunftsfähigen Alternativen zu denken sowie auch die Interessen zukünftiger Generationen zu berücksichtigen. Wenn sich Uznach auf nachhaltige Weise entwickeln will, braucht es einen Präsidenten, der die Probleme und Lösungsmöglichkeiten von morgen kennt. Die Grünen hoffen, dass Spörri seine Pläne für Uznach dann auch in die Tat umzusetzen weiss.

Stellungnahme des Gewerbeverbands (23.1.2019)

Am Dienstag versammelte sich der Gewerbeverein Uznach zum Kandidaten-Hearing zur Wahl des Gemeindepräsidiums. Die Kandidaten Diego Forrer und Markus Spörri hatten während je einer Stunde Zeit, sich vorzustellen und auf Fragen und Diskussionen der Unternehmerinnen und Unternehmer einzugehen. Die anschliessende Diskussion ergab, dass der Gewerbeverein auf eine Person mit Erfahrung in der Führung einer Verwaltung, Mitarbeit in öffentlichen Ämtern mit guter Vernetzung setzt. Im Gespräch zeigte sich, dass Diego Forrer diese Voraussetzungen klar erfüllt und eine positive und unterstützende Haltung gegenüber dem lokalen Gewerbe zum Ausdruck bringt. Vertreten durch die anwesenden Vereinsmitglieder empfiehlt der Gewerbeverein Diego Forrer den Uznerinnen und Uznern zur Wahl.

Stellungnahme der SVP (19.1.2019)

SVP Uznach entscheidet sich für Kandidatur Spörri Im Anschluss an das gestrige Podiumsgespräch der beiden Uzner Gemeindepräsidiums Kandidaten führte die SVP  zwecks Parolenfassung eine ausserordentliche Mitgliederversammlung durch.

Dabei wurden die beiden Kandidierenden nochmals angehört und beantworteten die zahlreichen Fragen zu verschiedenen Sachgeschäften wie Schule, Verkehr, Steuerpolitik, Kinder- und Altersbetreuung etc.

Bezüglich der künftigen Führung des Einrosenstädtchens waren sich beide Kandidaten einig, dass ihre Kernaufgabe in der  strategischen und politischen Führung liegen wird, während sich der Verwaltungsapparat um die täglichen, operativen Geschäfte kümmert. Beide Kandidaten bestätigten auf Anfrage, dass sie sich vor diesem Hintergrund mittelfristig eine Gemeindepräsidium mit 80% vorstellen könnten.

Obwohl für die SVP beide Kandidaten mit ihrem beruflichen Werdegang und politischer Gesinnung wählbar sind, entschied sich die Versammlung, dem Kandidaten Spörri den Vorzug zu geben.

Die Ortspartei erhofft sich, mit ihm neue, zielgerichtete Impulse aus der Wirtschaft nach Uznach zu holen. Ebenso sehr erhofft man sich, mit Spörri eine Führungspersönlichkeit zu portieren, welche die Gemeinde leitet und die verschiedenen Aemter koordiniert.

Stellungnahme der CVP (19.1.2019)

CVP Uznach empfiehlt Diego Forrer zur Wahl als neuen Gemeindepräsidenten Am Donnerstagabend hielt auch die CVP-Ortspartei Rückschau auf das vorausgegangene Podium mit den von der Wahlkommission vorgeschlagenen Kandidaten für das Gemeindepräsidium, Diego Forrer und Markus Spörri. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Veranstaltung von alt Regierungsrätin Kathrin Hilber hervorragend und fair moderiert wurde. Dabei vermochten sich die beiden Wahlkandidaten in der Vorstellung und anschliessenden Diskussion gleichermassen zu profilieren. Dass die Voten von Markus Spörri etwas geschliffener daherkamen, hängt wohl mit seiner Ausbildung als Akademiker zusammen; ein grosses Gefälle zur Ausdrucksfähigkeit von Diego Forrer vermochte dies allerdings nicht zu schaffen.

In der Diskussion, wer den Stimmberechtigten zur Wahl als Gemeindepräsident vorgeschlagen werden sollte, zählten für die CVP-Mitglieder demzufolge andere Fakten, nämlich die Erfahrung der beiden Kandidaten in Politik und öffentlicher beruflicher Tätigkeit. In diesen Bereichen überragt Diego Forrer seinen Konkurrenten Markus Spörri bei weitem. Als ehemaliger Schulratspräsident und Kantonsrat und aktueller Erziehungsrat ist Diego Forrer mit den politischen Verhältnissen in Gemeinde und Kanton und ihren Netzwerken bestens vertraut. Damit vermag er Realität und Wunschdenken wohl eher bedürfnisgerecht einzuordnen. Auch dank seiner beruflichen Tätigkeit als ehemaliger Schulratspräsident im Halbamt und bisheriger und aktueller Geschäftsführer von Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens wird sich die künftige kollegiale Mitarbeit von Diego Forrer im Gemeinderat und als kompetenter Chef der öffentlichen Verwaltung kaum als Experimentierfeld entpuppen.

In der politischen Gemeinde harren zahlreiche grosse Infrastrukturprojekte, wie Verkehrsbewältigung, Zentrumsentwicklung, Schulraumplanung usw., der Weiterbearbeitung. Andere, auch visionäre Projekte, sind neu in Angriff zu nehmen. Diese Aufgaben erfordern eine rasche kompetente Mitbeteiligung des neuen Gemeindepräsidenten an den Entscheidfindungen und Beschlussfassungen des Gemeinderates. Wenn er sich nicht erst mit elementaren Fragen und Gepflogenheiten der öffentlichen Hand und den Verhältnissen in Kanton und Gemeinde vertraut machen muss, wird ihm der Einstieg in die künftigen Aufgaben leichter fallen.

Die Wahl des jetzigen Gemeindepräsidenten, der sein Amt nach kürzester Zeit niederlegt, muss rückwirkend betrachtet als Experiment bezeichnet werden. Er war bei Amtsantritt mit den Verhältnissen in Kanton und Gemeinde sowie den Anforderungen, die die Führung einer öffentlichen Verwaltung mit sich bringt, nicht vertraut. Nach einhelliger Meinung aller CVP-Mitglieder, die an der Nominationsversammlung vom Donnerstagabend teilnahmen, gilt es, der Gefahr eines möglicherweise ähnlichen Szenarios vorzubeugen. Die CVP Uznach empfiehlt den Stimmberechtigten von Uznach deshalb mit Überzeugung, ihre Stimme am 10. Februar 2019 zugunsten von Diego Forrer einzulegen. Ausschlaggebend für diese Empfehlung sind die beschriebenen sachlichen Überlegungen und keineswegs die an der Nominationsversammlung kaum erwähnte Mitgliedschaft von Diego Forrer in der CVP. Diese ist in der politischen Arbeit der Gemeinde ohnehin von untergeordneter Bedeutung.

Stellungnahme der FDP (19.1.2019)

Eine offizielle Medienmitteilung wurde durch die FDP nicht verfasst. Nach eingehender Diskussion, im Anschluss an das Podium und ein paar vertiefte Fragen an die beiden Kandidaten, hat sich die FDP Uznach mit einer knappen Mehrheit für Herrn Spörri ausgesprochen. Bei beiden Kandidaten wurden Vor- als auch Nachteile gefunden. Das Gesamtpaket von Herrn Spörri hat dann schlussendliche mehr Stimmen erhalten.

Stellungnahme der SP (19.1.2019)

Die SP Uznach hat gestern im Anschluss an das Podium über die und mit den Kandidaten diskutiert. Nach unserer Einschätzung bringen beide Kandidaten die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen für eine erfolgreiche Amtsführung mit. Da sich aus unserer Sicht keiner der beiden Kandidaten klar vom anderen abhebt, verzichtet die SP Uznach auf eine Wahlempfehlung.

Dazu passende Linth24 Berichte

https://linth24.ch/uzner-duell-der-schluessel-ist-mario-fedi/

https://linth24.ch/unentschieden-im-uznacher-duell/

(OriginalMitteilungen der Parteipräsidenten)