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13.05.2022

Ärztliches Pilotprojekt im Linthgebiet

Am LinthSymposium referierten verschiede Ärzte in Vorträgen aus ihren jeweiligen Fachgebieten über aktuelle Therapien und neue Entwicklungen in der Wissenschaft.
Am LinthSymposium referierten verschiede Ärzte in Vorträgen aus ihren jeweiligen Fachgebieten über aktuelle Therapien und neue Entwicklungen in der Wissenschaft. Bild: zVg
Über 120 Hausärzte und Spezialisten besuchten am Donnerstag das erste «LinthSymposium» in Rapperswil, welches vom Hausarztverein Linthgebiet als Pilotprojekt auf die Beine gestellt wurde.

Die regelmässige fachliche Fortbildung gehört nicht nur zum ärztlichen Selbstverständnis, sondern ist eine dauerhafte Verpflichtung und Bedingung für den Erhalt der Berufszulassung. Jeder Arzt und Ärztin muss jährlich 50 sogenannte Credits nachweisen. Hierzu können frei zu wählende Veranstaltungen besucht werden, sofern diese zuvor von den Fachgesellschaften als sogenannte Kern-Fortbildung anerkannt wurden und für die Teilnahme Fortbildungspunkte angerechnet werden können. 

Eine wohnortnahe Fortbildungsmöglichkeit

Ärztliche Fortbildungsangebote gibt es reichlich im In- und Ausland und für einen guten Kongress nimmt man durchaus einmal weite Wege in Kauf. Viele Ärzte wünschen sich jedoch zusätzliche eine wohnortnahe Fortbildungsmöglichkeit, ohne lange Reisen und Übernachtungen auf sich nehmen, oder jedes Mal die Praxis tageweise schliessen zu müssen. Etliche Online-Angebote haben sich in den letzten Jahren daher fest etabliert und gerade während der Corona-Pandemie natürlich sehr bewährt.

Das Linthsymposium ist ein Pilotprojekt vom Hausarztverein Linthgebiet. Bild: zVg

Von Ärzten für Ärzte

Und trotz dieses Booms besteht der daneben zahlreich geäusserte Wunsch, auch mal wieder «live» an Symposien und Kongressen teilnehmen zu wollen. Daraus entstand die Idee, ein solches Angebot nicht profitorientiert, also „von Ärzten, für Ärzte“, in der Region zu erschaffen. Der erste Corona Lockdown legte den Plan wenige Tage vor der Premiere auf Eis. Aber die Begeisterung für das Projekt konnte beim Organisationsteam genauso aufrechterhalten werden, wie auch die Referenten und Sponsoren bei der Stange blieben.

Nun wurden am Donnerstag dem 12. Mai 2022 sechs hochkarätige, national und international bekannte Experten ins ENTRA eingeladen, welche die anwesenden Ärzte in Vorträgen aus ihren jeweiligen Fachgebieten über aktuelle Therapien und neue Entwicklungen in der Wissenschaft informierten.

Pandemie, Tumorbehandlung, Wirbelsäulenchirurgie

Den Auftakt machte Prof. Pietro Vernazza als Infektiologe vom Kantonsspital St. Gallen mit einem Rückblick und ersten Lehren aus Corona Pandemie. Anschliessend berichtete Prof. Bruno Schmied, was heutzutage in der chirurgischen Tumorbehandlung von Leber und Bauchspeichendrüse alles möglich ist. Ein wahres Feuerwerk präsentierte Prof. Mazda Farshad über die innovativen Entwicklungen in der Wirbelsäulenchirurgie am Balgrist in Zürich.

Der Reigen an Themen, wie sie in der Hausarztpraxis täglich mit den Patienten besprochen werden müssen, wurde von Prof. Schmid-Grendelmeier mit einem Update zur Behandlung von Allergien fortgesetzt. Bis in den Abend berichteten dann noch Prof. Rickli und Privatdozent Dr. Bilz vom KSSG über die neuesten Leitlinien in der Kardiologie und der Diabetesbehandlung.

Beim anschliessenden Apero kam es zu spannenden Gesprächen. Bild: zVg

Endlich wieder persönlich sehen

Noch gebannt und voller neuer Eindrücke hatten die Teilnehmer beim abschliessenden Apero in den schönen Räumen des ENTRA die Gelegenheit, sich auszutauschen und auch einfach mal wieder persönlich zu sehen. Denn, all die Feinheiten zwischen den Zeilen, oder Fragen zur Umsetzung im Alltag, Unterschiede zwischen Klinik und den Erfahrungen in der Praxis, lassen sich nur im direkten Kontakt viel besser klären. Wie im übrigen Leben ist es von grosser Bedeutung, wenn man zu einem Namen auch ein Gesicht kennt und weiss, wie der andere tickt.

Die Teilnehmer vergaben dem LinthSymposium Bestnoten und äusserten den Wunsch auf eine Fortsetzung. Das ehrenamtliche Organisationsteam freute sich über das Lob und nahm die Herausforderung für 2023 gerne an.

Hausarztverein Linthgebiet