Leserbrief
Leserbriefe
16.02.2019

NEUE LESERBRIEFEZUM RAPPERSWILER «SCHIFF-UNGEHEUER»

Linth24 zeigte auf, was Oliver Bühler im Hafen von Rapperswil vorhat: Ein während vieler Tage parkiertes Event- und Partyschiff. Dazu erreichen uns Leserbriefe, von denen wir hier diejenigen veröffentlichen, deren Publikation gewünscht wird.

Leserbrief von Peter Röllin, Rapperswil (15. Februar 2019)

Zum Interview mit Martin Stöckling, „Interessen und Angst vor Neuem vermengen sich“ Die Argumentation unseres Stadtpräsidenten, die sich gegen Engagements richtet, welche die Sorge um den Erhalt der hohen Qualität von Aufenthalt und gebautem Raum am Rapperswiler Hafen zum Ausdruck bringen, ist sonderbar und altmodisch: „Interessen und Angst vor Neuem vermengen sich“, meint Martin Stöckling.

Angst vor Neuem dem Vorstand des Fachverbandes Architekturforum AFO anzureden oder auch mir als Städtebauexperten (pardon, ist mein eigentlicher Beruf), entbehrt jeder Seetüchtigkeit in dieser Debatte. Es fehlt nur noch ein Statement seitens des Leiters des Visitor Centers, welches den Touristen erklärt, warum man künftig vor dessen Tür die Sicht auf See und Hügelketten wie in einem Jachthafen an der Côte d’Azur zumauern will.

Wollen Martin Stöckling und Thomas Furrer echt diese „Bereicherung“ und „lokale Wertschöpfung“? Oliver Bühler hätte gut daran gerudert, seinen Parkplatz an einer bestehenden Werft zu suchen. So hätten auch die internen Prozesse der Stadtverwaltung sein erstes, zugegeben noch frischeres und transparenteres Schiff-Design nicht völlig kaputt gemacht. Dem Stadtrat ist zu wünschen, dass er auf Festland bleibt und sich – statt um ertraglose Kapriolen im Hafenbecken – um rasche Umsetzung der längst versprochenen Sofortmassnahmen in Sachen rollenden Verkehr einsetzt.

Das Lehrstück „Grey Diamond“ macht einmal mehr deutlich, wie nötig dem Stadtrat ein diskussionsfreudiges und in Teilfragen um „Neues“ auch kompetenter abgestütztes Parlament anstünde.

Leserbrief von Roland Gubser, Rapperswil

Eventschiff als Leuchtturm? Ich wohne in der Altstadt, bin aber nicht Einspruchsberechtigt so wie der grösste Teil der Bewohner und Hauseigentümer in der Altstadt. Daher bin ich sehr froh, dass sich die Anstösser am Fischmarktplatz zur Wehr setzen. Auch wenn Herr Oliver Bühler auf seiner Webseite «rj.eventschiff.ch» Eigeninteresse der Einsprecher vermutet, sind sie berechtigt das Projekt zu hinterfragen. Als Altstadtbewohner begrüsse ich die Einsprachen, denn ich bin ganz klar gegen eine zusätzliche Steganlage und gegen ein zusätzliches Eventboot, welches im Hafen platziert wird. Die neue Steganlage wird sicher kein Aushängeschild für das Altstadtbild.

Ein Eventschiff als Leuchtturm zu bezeichnen finde ich schon überspitzt.

Eventschiffe gibt es schon lange und in einer Vielzahl auf dem Zürich- und Obersee, also nichts Neues. Höchstens ein Neues, in einer überdimensionalen Form für den Hafenbereich. Im Interview der Linth-Zeitung mit dem Stadtpräsident Herr Martin Stöckling steht: «Wir haben jetzt schon drei Schiffe im Hafen, welche permanent dort sind». Anscheinend kommt es nicht mehr darauf an, ob noch ein viertes Schiff platziert wird.

Mein Kommentar dazu, wieso nicht noch ein Fünftes und ein Sechstes? Wieso muss das Eventboot im Hafen von Rapperswil stationiert sein?

Nach Aussage von Herr Oliver Bühler, dass 60% der Gäste in Zürich abgeholt werden, wäre es dann nicht sinnvoller das Boot gleich in der Nähe von Zürich zu platzieren? Der Mehrwert für das Altstadtgewerbe beträgt somit 40%, wenn es überhaupt einen Mehrwert gibt!

Ich finde es begrüssenswert, dass Linth24 eine klar formulierte Umfrage auf seiner Webseite für die Bevölkerung lancierte, denn es betrifft auch die Bevölkerung, da das Bauprojekt auf öffentlichem Grund geplant ist.

Unsere Altstadt ist ein Anziehungspunkt für viele Besucher und sollte in Zukunft auch bleiben. Also sollten wir behutsam damit umgehen.

Leserbrief von Andrin Urech,Jona

Zwängerei am Hafen Rapperswil

Offensichtlich haben unsere Stadträte immer noch Verdauungsbeschwerden mit der Ablehnung des Visitor-Center. Nun bemüht sich unser Stadtpräsident Martin Stöckling persönlich für das Projekt von Oliver Bühler, ich glaube kaum, dass dies von den Bürgern goutiert wird. Meines Erachtens sollte unsere Regierung mit etwas Fingerspitzengefühl vorgehen und sich mit der Wählerschaft und deren Anliegen etwas mehr auseinandersetzen, ansonsten sich  bei den nächsten Wahlen und Projekten eine abschlägige Haltung ausbreiten könnte. Persönlich hatte ich die Hoffnung, dass mit der Bereinigung des Stadtrates (Abwahl und neu Wahl des Stadtpräsidenten) ein anderer Wind blasen würde. Leider habe ich mich sehr getäuscht und viele andere Bürger auch.

(9. Februar 2019)