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Uznach
28.04.2022

Erst Asylzentrum – danach Nutzung durch Gemeinde?

(v.l.) Gemeindepräsident Diego Forrer, Félix Brunschwiler vom Zweckverband, Regierungsrat Fredy Fässler, Migrationsamtsleiter Jürg Eberle und Bruno Künzler von der Kantonspolizei informierten.
(v.l.) Gemeindepräsident Diego Forrer, Félix Brunschwiler vom Zweckverband, Regierungsrat Fredy Fässler, Migrationsamtsleiter Jürg Eberle und Bruno Künzler von der Kantonspolizei informierten. Bild: Werner Hofstetter, Linth24
Kanton, Gemeinde und Vertreter aus der Region gaben am Dienstagabend in Uznach detailliert Auskunft zum geplanten befristeten Asylzentrum im Pflegezentrum Linthgebiet. Doch was danach kommt, ist weiterhin offen.

Der Bürgerauflauf am Dienstag, 26. April 2022, in Uznach weckte den Eindruck, dass bereits genügend über das Asylzentrum im Pflegezentrum Linthgebiet (PZL) orientiert wurde. Jetzt müssen Entscheide getroffen werden. An der Informationsveranstaltung erwartete man konkrete Angaben und Auskünfte über die Neunutzung. Diese gaben Regierungsrat Fredy Fässler, Diego Forrer, Félix Brunschwiler, Jürg Eberle, Bruno Künzler und Vertreter aus Amden.

Uzner Zentrum mit 100 Plätzen und «Integrationscharakter»

Regierungsrat Fässler und Jürg Eberle, Leiter Migrationsamt, prognostizierten, dass unabhängig von der Ukraine-Situation ein Anstieg an Asylgesuche einhergehe. Daher werden die Kantone miteingebunden, um Zentren einzurichten.

Im Kanton St.Gallen bestehen Zentren mit Integrationscharakter in Oberbüren (120 Plätze), Amden (120 Plätze), Kirchberg (100 Plätze), Walzenhausen (100 Plätze) und nun neu in Uznach mit 100 Plätzen. Eberle zeigte die Vorteile auf, die sich im stillgelegten Pflegezentrum bieten:

  • ideale Grösse für die Betreuung
  • ideale Infrastruktur an zentraler Lage
  • Räume für Familien mit Mehrbett
  • spezielle Unterbringung von Frauen
  • Räume für Mitarbeitende und Zentrumsleitung
  • Räume für Kinderbetreuung und Sprachschule

Die Mietdauer beginnt ab 1. Juli 2022 und wird für zwei Jahre ausgestellt. Durchschnittlich werden 100 Personen aufgenommen. Sollten Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen werden, kann bis auf 160 Personen aufgestockt werden.

Erwachsenen werden pro Woche 10 bis 20 Lektionen Deutsch vermittelt. Für die Beschulung der Kinder ist das Amt für Volksschule zuständig. Es wird ein Beschäftigungsplan erstellt für u.a. Umgebungsarbeiten, Näharbeiten, Reparaturen und Hausarbeiten. Für Gesundheitsversorgung und Sozialdienste sind Fachpersonen vor Ort. Der Gemeinde Uznach entstehen keine Kosten.

  • Gemeindepräsident Forrer (m.) rekapitulierte die Entwicklungen beim Pflegezentrum bis zu dessen Schliessung. Bild: Werner Hofstetter, Linth24
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  • Hinsichtlich der längerfristigen Zukunft der PZL-Liegenschaft dürften Forrer und der Zweckverband mit Präsident Brunschwiler (r.) wieder zusammensitzen. Bild: Werner Hofstetter, Linth24
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  • Als weitere Vertreterin des Kantons war auch Tilla Jacomet (1.v.r.), Leiterin der Asylabteilung, anwesend. Bild: Werner Hofstetter, Linth24
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Vergangenheit und Zukunft des Pflegezentrums Linthgebiet

Gemeindepräsident Diego Forrer gab nochmals einen Überblick über das PZL, das 1972 durch einen Zweckverband übernommen wurde. Ab 2018 entstanden wegen Fluktuationen leere Betten, was zu Defiziten führte. 2020 musste Personal abgebaut werden und 2021 kam die endgültige Schliessung. Die Suche nach einer Nachfolgelösung endete ergebnislos, und so ging im Februar 2022 endgültig das Licht aus.

Nun zeigt die Gemeinde Uznach Interesse an einem Kaufvertrag mit der Trägerschaft. Über die Umnutzung wird noch spekuliert, ebenso über den Kaufvertrag. Die Bürger von Uznach drängen nun den Gemeinderat, den Kauf speditiv voranzutreiben. Über den Kaufbetrag kann nur spekuliert werden. Die Befürchtung, dass ein neuer Investor ins Rennen einsteigt, ist gross. Uznach meldet Bedarf an der gesamten Liegenschaft, denn es fehlt an Alterswohnungen, betreutem Wohnen und einer Alterspflegestation. Aber es könnten auch Verwaltungsbüro für die Gemeinde und Institutionen geschaffen werden.

Noch keine Unterschriften

Bis heute sind nebst Verhandlungsgesprächen keine Kaufverträge unterzeichnet worden.

Die Uzner Bürger möchten aber, dass der Gemeinderat ganz schnell handelt, so dass in drei Jahren, nachdem die Flüchtlinge ausgezogen sind, mit einem allfälligen Umbau begonnen werden kann.

Werner Hofstetter, freier Mitarbeiter Linth24