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Kanton
07.04.2022

Neues Staatsarchiv für 44,3 Millionen Franken

Das heute über drei Standorte verteilte Staatsarchiv des Kantons St.Gallen braucht mehr Raum.
Das heute über drei Standorte verteilte Staatsarchiv des Kantons St.Gallen braucht mehr Raum. Bild: zVg
Das St.Galler Staatsarchiv soll für 44,3 Millionen Franken am noch umzubauenden OST-Studienzentrum Waldau konzentriert werden und mehr Platz erhalten. Über die Vorlage wird im Mai 2022 kantonal abgestimmt.

Das Staatsarchiv ist das historische Gedächtnis und der zentrale Wissensspeicher des Kantons St.Gallen. Das Staatsarchiv garantiert der Bevölkerung, der Forschung und den Behörden Zugang zu den wichtigsten schriftlichen Quellen des Staates und nimmt damit eine unverzichtbare Funktion im demokratischen Rechtsstaat wahr.

Räume sind ungeeignet und zu klein

Das Staatsarchiv befindet sich heute an drei Standorten in der Stadt St.Gallen: im Regierungsgebäude im Klosterbezirk, an der Spisergasse und an der Schuppisstrasse, wo sich das Aussenmagazin befindet. Die Verteilung auf drei Standorte verursacht zusätzlichen Betriebsaufwand.

Zudem sind die Räume am Hauptstandort im Regierungsgebäude zu klein und sanierungsbedürftig. Ausserdem fehlen zeitgemässe Werkstatträume. Für ein Archiv sind die Räume heute ungeeignet. Wegen der veralteten Haustechnik besteht für das Archivgut ein hohes Risiko für Beschädigungen.

Die Magazinreserven am Hauptstandort Klosterhof sind seit 2019 erschöpft. Im Aussenmagazin reichen die Raumreserven voraussichtlich bis 2027.

Neuer Standort im Gebiet Waldau

Eine Erweiterung des Staatsarchivs am heutigen Hauptstandort im Regierungsgebäude wäre nicht im erforderlichen Ausmass möglich. Die Aussenstandorte kommen für eine Erweiterung nicht infrage. Deshalb soll auf rund 8'000 Quadratmetern Geschossfläche auf dem kantonseigenen Grundstück am Schönauweg 4 das neue Staatsarchiv entstehen.

Der neue Standort erfüllt die Anforderungen des Bundes an den Kulturgüterschutz, es besteht keine Gefahr durch Naturereignisse. Die bestehende Liegenschaft kann für das Staatsarchiv umgenutzt und mit unterirdischen Magazinräumen erweitert werden, die Platz für das vorhandene Archivgut und Lagerkapazitäten für weitere 30 bis 40 Jahre bieten.

Studienzentrum der Fachhochschule zieht um

Die aktuelle Nutzerin des Gebäudes am Schönauweg 4 ist die «OST – Ostschweizer Fachhochschule». Das Gebäude wird als Studienzentrum Waldau insbesondere für die Ingenieurausbildung genutzt.

Allerdings kann das Gebäude die heutigen Bedürfnisse einer Hochschulausbildung nicht mehr erfüllen. Die Liegenschaft müsste zudem in rund fünf Jahren gesamthaft erneuert werden, was eine Auslagerung des Studienbetriebs notwendig machen würde. Deshalb zügelt die «OST» mit dem Studienzentrum an die Fürstenlandstrasse 122 auf dem Areal des Innovationsparks Ost.

Bund beteiligt sich mit 3 Millionen an Kosten

Gesamthaft beläuft sich der Kreditbedarf auf 44,3 Millionen Franken. Davon werden 39 Millionen Franken für die Erweiterung und Umnutzung des bestehenden Gebäudes benötigt. 8,3 Millionen Franken setzt der Kanton für eine Ersatzlösung für das Studienzentrum der OST ein. Für den Bau der Kulturgüterschutzräume ist ein Bundesbeitrag von 3 Millionen Franken zu erwarten. Mit der Konzentration in einem kantonseigenen Gebäude könnten künftig Mietkosten von rund 165'000 Franken pro Jahr eingespart werden.

Stimmt das Volk der Vorlage zu, wird das Bauprojekt ausgearbeitet. Mit dem Umbau der Liegenschaft zum neuen Staatsarchiv könnte frühestens 2025 begonnen werden, der Bezug ist im Jahr 2028 vorgesehen.

Die Botschaft findet sich unter der Nummer 35.21.01 im Ratsinformationssystem.

Staatskanzlei Kanton St.Gallen