Benken
25.04.2019

SPANNENDER FRAUE-MORGE IN BENKEN

Esther Rothen aus Dietlikon ging mit den Teilnehmerinnen des Fraue Morge Benkens am 24. April auf eine spannende «Zeitreise».

Wer kenne es nicht. Man hastet von einem Termin zum anderen und die Zeit rinnt einem durch die Finger. «Der heutige Mensch umgibt sich mit Technik, die Zeit sparen soll», so Rothen und zählt unsere Helfer des Alltags auf: Waschmaschine, Computer, Mixer usw. Doch die eingesparte Zeit, so die Referentin, werde sofort wieder mit Aktivitäten gefüllt. Dabei wäre es gescheiter, mit den Ressourcen sparsam umzugehen. Rothen zog dabei einen Vergleich heran: «In unserem Lebenshaus sind permanent Türen und Fenster offen – das gibt Durchzug!» Sie lud ein, sich wieder vermehrt zurückzuziehen und plädierte für mehr Ruhe im «Haus». Wer bestimmt über meine Zeit? Habe ich Angst etwas zu verpassen? Will ich mit meinem Aktivismus etwas überdecken? Fragen, die man sich immer wieder einmal stellen sollte, um im Alltag Inne zu halten und über seinen Zeitkonsum nachzudenken.

Die «zerstückelte» Zeit

Schon Kinder sind heute dem Termindruck ausgeliefert. Von der Schule geht’s ins Fussballtraining, ins Ballett oder ins Frühenglisch. Dabei gehe ein Stück Kindheit verloren. Die Chance auf die Entwicklung eigener Kreativität, ja die Chance auf Langeweile wird unterdrückt. Aber auch die ältere Generation hat heute keine Zeit mehr. Das Leben per Knopfdruck, die ständige Erreichbarkeit dank Handy und E-Mail «zerstückelt» unsere Zeit. Man ist es sich nicht mehr gewohnt, länger an einer Sache dran zu bleiben. War früher ein ganzer Tag reserviert, um aufwändig die Wäsche zu erledigen, muss man heute nur noch die Waschmaschine starten und kann sofort zur nächsten Aufgabe weitergehen. Sinnstiftende Arbeit ist sehr wichtig für den Menschen, Hektik und Stress können aber krank machen, betonte Esther Rothen. «Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber bewusst den Augenblick geniessen», lud sie die Teilnehmerinnen ein, auch einmal in den Tag hineinzuleben. «Es braucht dafür keinen Wellnessurlaub. Ein wohltuendes Fussbad reicht manchmal schon,» meinte sie schmunzelnd. Oder man widmet sich ganz neuen Herausforderungen, einem ganz neuen Feld, das man bearbeiten möchte. Bestes Beispiel an diesem Tag war die Referentin selbst. Zusammen mit anderen Frauen hat sie eine Grossmütter-Rockband gegründet, die sich nun mit «Wind of change» oder «Jailhouse Rock» auf der Bühne austobt. Die Frontfrau von «crème brulée» hatte denn auch für die Fraue Morge Benken-Damen einen kleinen Einspieler mitgebracht, den sie in voller Action und mit viel Herzblut agierend zeigte.

Nächster Fraue Morge Benken: Mittwoch, 21. August, 08.45 – 11.00 Uhr Blind, blond, blöd? Rest. Chronä, Benken. Referentin: Gabi Rechsteiner, Zürich

Bericht: Gabi Corvi