Kanton
17.05.2020
17.05.2020 05:01 Uhr

Die Post plant den nächsten Umbau

Die beiden Bereiche Post- und Paketpost zusammengeführt. Wie dies am Ende genau aussieht, ist noch offen.
Die Schweizerische Post lagert ihre defizitären Filialen in eine eigene Aktiengesellschaft aus. Die neue Postnetz AG wird sich dabei für Dritte öffnen. Pakete und Briefe werden zusammengelegt.

Die Postauto-Affäre hat der Reputation der Post schwer geschadet. Gleichzeitig veränderte sich das angestammte Geschäft in den letzten Jahren rasant. Der neue Post-Chef sieht Korrekturbedarf: Roberto Cirillo baut den Konzern grossflächig um. Der Umbau soll schon im nächsten Jahr beginnen.

Die Post setzt in ihrer Strategie 2021 bis 2024 auf gezieltes Wachstum in den Bereichen Logistik und digitaler Information. Das Wachstum diene der Sicherung der Grundversorgung, wie Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller gestern in einer Videokonferenz für die Medien erklärte.

Es bleiben 800 Poststellen

Die neue Strategie reagiert auf den Wandel im Postmarkt in den letzten 20 Jahren und auf neue Kundenbedürfnisse. Die Briefmengen und das Schaltergeschäft brachen ein. Der Paketmarkt hingegen boomt dank des Onlinehandels. In der Corona-Krise hat die Post im April so viele Pakete befördert wie nie zuvor. 

Von der letzten Abbauwelle stehen noch Verhandlungen bei rund 180 Filialen aus, diese werden noch zu Ende geführt. Danach werde das Netz auf rund 800 eigenbetriebene Poststellen stabilisiert, teilte die Post mit.

Postfilialen werden in AG ausgelagert

In den Filialen sollen nicht mehr nur Postdienstleistungen angeboten werden: Dienstleister und Behörden sollen diese künftig mitnutzen können. So werden künftig etwa Versicherer ihre Angebote in einem «Shop-in-Shop»-Prinzip in den Poststellen anbieten können. Der Bereich PostNetz wird neu als rechtlich eigenständige AG geführt.

Zudem werden die beiden Bereiche Post- und Paketpost zusammengeführt. Wie dies am Ende genau aussieht ist noch offen. Weiter sollen die Pöstlerinnen und Pöstler nicht mehr nur zum Verteilen von Post eingesetzt werden, sondern auch verstärkt direkt mit Kunden in Kontakt treten. Der zusammengeführte Bereich wird Logistik-Services heissen. Wer diesen führt, ist ebenfalls noch offen.

Investitionen von drei Milliarden 

Eine Milliarde soll in das Wachstum bei der Logistik fliessen, 400 Millionen in die «Kommunikations-Services». Die Investitionen stemmt die Post aus eigenen Mitteln. Sie nutze dabei Reserven, laufende Erträge und je nachdem Verkäufe von nicht betriebswichtigen Immobilien, wie Finanzchef Alex Glanzmann sagte.

Linth24/sda
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