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Leserbrief
Rapperswil-Jona
25.11.2021
26.11.2021 10:07 Uhr

«Wir dürfen die Chancen zur Vorzeige-Sportstadt nicht vergeben»

Joe Kunz aus Rapperswil-Jona schreibt, dass das Badi-Provisorium die Stadtentwicklung erneut um 15 Jahre stoppen würde.
Joe Kunz aus Rapperswil-Jona schreibt, dass das Badi-Provisorium die Stadtentwicklung erneut um 15 Jahre stoppen würde. Bild: Linth24
Der bekannte Rapperswil-Joner Joe Kunz, Ex-Lehrer, Trainer und Gastronom, möchte einen Fehlstart zur Sportstättenstrategie vermeiden. Er ruft vor der Bürgerversammlung vom nächsten Donnerstag dazu auf, unter anderem den Projektierungskredit zur Badi Lido abzulehnen.
  • Leserbrief von Joe Kunz

«Vergangenen Samstag fand der zweite Workshop zur Sportstättenstrategie der Stadt Rapperswil-Jona statt. 
Die Absicht der politischen Führung, sich einen Richtplan bezüglich Sportentwicklung zu geben, ist richtig, wichtig und absolut notwendig. Zu oft wurden in der Vergangenheit Fehlentscheide getroffen und mittelmässige, nicht zu Ende gedachte Projekte aufgegleist, realisiert oder zum Teil, glücklicherweise wieder verworfen.
Dadurch hat sich unsere Sportstadt in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt, was schade und bedauerlich ist, denn Rapperswil-Jona hat das Potential, eine vorzeige Sportstadt zu sein, die schweizweit seines Gleichen sucht.

Jetzt, gegen Ende 2021, werden mit zwei wegweisenden Entscheidungen die Weichen gestellt, ob sich Rapperswil-Jona in naher Zukunft an der Spitze oder im Mittelfeld unter den Sportstädten positionieren wird.

Lido-Schwimmbad: Bewilligung Projektierungskredit

An der Bürgerversammlung vom 2.12.21 stimmen die Bürger darüber ab, ob das Freibad Lido für die nächsten 10-15 Jahre als Provisorium betrieben werden soll.
Bei einem Ja sind die Chancen gross, dass auch der spätere Baukredit angenommen wird. 
Für 7.5 Mio. Franken leisten wir uns dann nicht mal den jetzigen Status Quo. Es wird kein Mehrwert geschaffen und es gibt keinen Spielraum für bspw. ein Hallenbadprojekt vor 2035 am gleichen Ort zeitnah zu lancieren und/oder ein tolles neues Freibad zu erstellen. Das Provisorium stoppt die Stadtentwicklung erneut um 15 Jahre und erschwert zudem ein möglicher Ausbau der Eisinfrastruktur oder eine mögliche Renovierung der Bootshallen.
Mit einem weiteren Provisorium verbauen wir das Lidoareal partiell, was sich negativ auf ein dringend nötiges Lido-Gesamtkonzept auswirkt.

Baueingabe Lakers Trainingshalle am Standort Grünfeld

Nachdem die Beschwerde der Gruppe „Besorgte Bürger“ abgewiesen wurde, ist der Weg frei für die Realisierung der Trainingshalle im Grünfeld. 
Der Standort Grünfeld für die Lakers Trainingshalle ist sportstätteplanerisch jedoch falsch und daher zwingend zu hinterfragen. Die Option Lido ist unbedingt nochmals anzugehen. 
Die Trainingshalle im Lido zu realisieren muss möglich sein, zumal es schon mehrere Projekte dazu gab. Das Lido scheint mittelfristig der einzig richtige Ort zu sein. Die Notvariante im Grünfeld ist definitiv (falls überhaupt) zweite Wahl und daher der Sportstadt Rapperswil-Jona nicht würdig. Der Platz im Grünfeld könnte genutzt werden zum Bau einer multifunktionalen Sporthalle, einem House of Sports mit Sportlerunterkünften, Platz für die Sportschule, einem Sportkompetenzzentrum, ...was auch immer... – auf jeden Fall für ein mutiges Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Ich hoffe die SCRJ Lakers teilen diesbezüglich meine Meinung, zeigen Weitsicht und warten mit der Baueingabe ab.

Es gibt bestimmt – sofern der Wille vorhanden ist – eine Herangehensweise den Beschluss der Bürgerversammlung vom 5.12.2019 erneut zur Debatte zu stellen, zumal der rechtskräftige Bürgerversammlungsbeschluss vom 5.April 2016 über CHF 2.1 Mio für ein temporäres Ausseneisfeld (überdacht mit einer Traglufthalle) auf dem heutigen Fussballplatz Lido scheinbar auch aufgehoben werden konnte.
(Anderseits, müssten bald zwei Hallen gebaut werden: Die im Lido und jene im Grünfeld)

Rapperswil-Jona hat es verdient in der ersten Liga zu sein

Ich bin der festen Überzeugung, dass jetzt der letztmögliche Zeitpunkt ist die Weichen dafür zu stellen. Begangene Fehler können noch korrigiert werden (Trainingshalle Lakers muss ins Lido) und die Gelegenheit vom Leerdenken des Lidoareals (Badi soll nicht provisorisch instand gestellt werden) muss wahrgenommen werden.
Das Verpassen dieser Chance wäre fatal und ein exemplarischer Fehlstart in der Sportstättenstrategie. 

Es wäre ein Zeichen von Grösse und Weitsicht und bestimmt im Interesse der Bevölkerung und des Sportes von Rapperswil-Jona, wenn sich die zuständigen Personen für die Korrektur des eingeschlagenen Weges stark machen und so zu einer erfolgreichen Zukunft der Sportstadt Rapperswil-Jona beitragen.

Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.»

Joe Kunz aus Rapperswil-Jona