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Uznach
13.11.2021

Die erfolgreichste Märchentante aus Uznach

Für Beatrice Nater sind Sagen aus der Region ein wichtiges Kulturgut.
Für Beatrice Nater sind Sagen aus der Region ein wichtiges Kulturgut. Bild: Jérôme Stern/Linth24
Beatrice Nater war mit ihren Kräften am Ende: Ein Burnout zwang sie zur Neuorientierung. Sie fand Kraft in alten Sagen und Märchen. Diesen Samstag präsentiert sie ihr erstes Buch «Sagenhaft».

Märchen und Sagen faszinierten Beatrice Nater schon ein ganzes Leben lang. Und als sie 2015 nach einem Burnout ihre Stelle als Archivarin bei der Rapperswiler Fachhochschule verlor, fand sie Halt in der Fantasiewelt dieser alten Geschichten. Als Märchenerzählerin war sie schon zuvor tätig gewesen, doch nun spürte sie vermehrt auch eine Faszination für Sagen – insbesondere für solche aus der Region. 

Mit ihrer neuentdeckten Leidenschaft blühte die Uznerin wieder auf. Wobei der ausgebildeten Erzählerin die mündliche Weitergabe ebenso wichtig war. Bald hatte sie Erfolg – so sehr, dass auch Radio SRF 1 auf sie aufmerksam wurde. Wer sich diese Beiträge anhört, bemerkt ihre einfühlsame Sprache, – und dass sie mit Vorliebe typisch regionale Mundartausdrücke einfliessen lässt. «Solche Überlieferungen stärken den Bezug zur Region», sagt sie. 

Mit ihrer einfühlsamen Stimme erweckt Beatrice Nater alte Sagen zu neuem Leben. Bild: zVg

Unerlöste Seelen suchen nach Frieden

Nun präsentiert die Uznerin also ihr erstes Buch «Sagenhaft», mit Sagen und Legenden aus der Region. Und weil ihr das Vorlesen sehr am Herzen liegt, gibt es auch eine entsprechende Hörfassung  auf CD. Worin liegt für sie der Reiz der Sagen? «Jede Sage enthält einen wahren Kern, eine Begebenheit, die sich tatsächlich zugetragen hat.» 

Als Beispiel erwähnt sie die Sage vom Federimannli auf dem Federispitz. Als Strafe für seinen nachlässigen Umgang mit dem Vieh müsse er ein Leben lang umherwandern und finde keine Ruhe bis zu seinem Tod. Oft geht es laut Nater darum, dass die Seelen von Menschen nach Erlösung suchen, damit sie endlich zur Ruhe kommen dürfen. «Deshalb stellen sie eine Herausforderung an eine Person. Wenn diese die Aufgabe bewältigen kann, wird die ruhelose Seele erlöst. In der Regel funktioniert dies jedoch nicht.»

 

Mit ihrem ersten Buch möchte Beatrice Nater zur Stärkung der regionalen Verbundenheit beitragen. Bild: zVg

Unterschied zwischen Märchen und Sagen

Mittlerweile sei ihr das Erzählen zur Berufung geworden, sagt Beatrice Nater. «Für mich macht es einen grossen Unterschied, ob ich eine Sage oder ein Märchen erzähle. Bei einem Märchen taucht man in eine Fantasiewelt mit Königen und Prinzessinnen ab.» Bei einer Sage stehe sie dagegen auf einem festen Boden. Eintauchen in die faszinierende Welt von Beatrice Nater können die Zuhörer diesen Samstagabend bei der Vernissage ihres ersten Buches. Begleitet von Hackbrett-Klängen dürfte es ein sagenhafter Abend werden. 

Vernissage Sagenbuch «Sagenhaft» heute Samstagabend in der Aula Haslen, Uznach. Beginn 18 Uhr. 

Franz Walter, Schriftsteller aus Uznach hält die Laudatio. Anschliessend sind die Gäste zu einem Apéro mit regionalen Spezialitäten eingeladen. 

Jérôme Stern, Linth24