Linthgebiet
26.11.2018

CHANDIRAMANI: BITCOIN IST NICHT ANALYSIERBAR

Neu und schon bald öfter präsentiert Linth24 Gedanken und Provokationen von Einwohnern des Linthgebiets. Die erste Kolumne hat Christopher Chandiramani geschrieben.

Die Welt der Krypto-Währungen ist in Schieflage, die Schwäche hat sich in den letzten Tagen verstärkt. Die Gründe für den Zerfall dieses Computergeldes sind vielschichtig und die Erklärungen gehen in diverse Richtungen. Nach dem Höhenflug im letzten Jahr mit Höchstkursen des Bitcoin gegen 20‘000 US-Dollar folgte der aktuelle Absturz unter 4‘000.

Sicher sind Art und Funktion der Block-Chain-Technologie intransparent. Vermutlich stecken auch kriminelle Handlungen dahinter, wie Betrügereien, Schneeballsysteme oder spekulatives Kurstreiben im Vorfeld.

Auf jedem Fall versuchen nun die Anleger insbesondere die Späteinsteiger, sich durch Flucht und Tausch in Hartwährungen ihre Verluste zu minimieren. Das verstärkt den Abwärtstrend der Bitcoin zusätzlich.

Auch Turbulenzen in Bezug auf die Einführung alternativer neuer Digital-Währung haben den «Bitcoin-Crash» unterstützt und die Märkte weiter verunsichert bzw. die Preise auf Talfahrt geschickt. Die Situation erinnert an die sogenannte «Dotcomblase», welche kurz nach dem Jahr 2000 geplatzt ist. Jungunternehmungen im Digitalbereich mit geringer Betriebsgrösse – aber mit riesigen Zukunftshoffnungen – hatten damals für kurze Zeit astronomisch hohe Bewertungen, stürzten aber anschliessend ins Bodenlose.

Ich arbeite bereits seit über vierzig Jahren im Finanzbereich. Schon früher wurde ich im Bekanntenkreis nach meiner Meinung gefragt. Meine Antwort bezüglich Bitcoin usw. war immer gleich: «Nicht analysierbar».

Firmenbilanzen und Erfolgsrechnungen kenne ich. Die  Qualität des Managements und der Produkte einer Firma kann ich einschätzen und Empfehlungen daraus ableiten. Aber schon die Analyse der Geldpolitik der Nationalbank finde ich komplex. Ich gehe davon aus, dass hier nur ganz wenige Personen alle Zahlen verstehen.

Am meisten schätze ich das Bargeld («nur Bares ist Wahres»). Eine der besten Investitionen im Leben ist wohl auch eine Immobilie, wenn man sie solide finanzieren und langfristig halten kann. Mir gefallen auch Aktien mit hohen Dividendenrenditen, dazu höchstens wenig Edelmetalle wie Gold.

Fazit: Bitcoins bleiben Spekulation und sind keine brauchbaren Vermögensanlagen.

Christopher Chandiramani, Finanzanalyst bei Umblin AG Zürich und Kantonsrat SG