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Schmerikon
22.09.2021
22.09.2021 06:41 Uhr

Signalisationstafel spaltet die Meinungen

Der Blick aus der Vogelperspektive soll die Schönheit der Region zeigen.
Der Blick aus der Vogelperspektive soll die Schönheit der Region zeigen. Bild: zVg
Neu werden Autofahrer auf der A15 von einer Zürichsee-Linth-Signalisationstafel begrüsst. Kosten: 20'000 Franken. Wobei man über deren Gestaltung – vom Bund vorgegeben – geteilter Meinung sein kann.

Es ist eine verlockend-schöne Fotografie aus der Vogelperspektive: Man erkennt den Linthkanal, den Obersee bei Schmerikon mitsamt umliegendem Naturschutzgebiet. So präsentieren sich zwei neue Signalisationstafeln, welche kürzlich an Autobahnausfahrten in der Region aufgestellt wurden. Jüngstes Beispiel ist die Tafel bei der Autobahnausfahrt Reichenburg. Initiiert wurde die Kampagne unter anderem durch Rapperswil Zürichsee Tourismus und Region Zürichsee-Linth. 

So gelungen das Foto auch sein mag, der braune Farbe des Balkens mit der weissen Aufschrift «Willkommen in der Region Zürichsee-Linth» verführt auch zu weniger romantischen Assoziationen. Wobei hier nicht von Schokolade die Rede ist. 

  • Auch in Knies Kinderzoo wird via Autobahntafel gelockt. Bild: Linth24
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Schuld am Braun ist das Bundesamt

Überzeugt von der Magnetwirkung der neuen Tafeln ist Simon Elsener, Chef von Rapperswil Zürichsee Tourismus. «Wir wollen damit die Autobahnfahrer, die von Chur nach Zürich unterwegs sind, begrüssen und sie auf die Vorzüge unserer Region aufmerksam machen», sagt er. Er hoffe, dass man dadurch den einen oder anderen Gast in das Gebiet zwischen Walensee und Rapperswil-Jona locken könne. Zumal die Region ja mit sehr vielfältigen Attraktionen aufwarten könne. 

Doch weshalb wählt man für den Balken der Tafel seit Jahren ausgerechnet dieses Braun? Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) gebe die groben Parameter wie Grösse und Farbe vor, sagt Elsener. Spielraum bestehe lediglich in der Auswahl des Sujets. Tatsächlich bestätigt eine Autobahnfahrt auf der A3 zwischen Päffikon und Zürich Elseners Aussage: Sowohl die Hinweistafeln von Ausserschwyz wie auch diejenige von Zürich präsentieren sich entlang der Strecke mit demselben Braun und derselben Grösse. Was einmal mehr klar macht: Über Geschmack lässt sich nicht streiten. 

Eine Tafel kostet CHF 20'000

Über was sich dagegen trefflich diskutieren liesse sind die Kosten der Tafeln: Deren Herstellung mitsamt Montage beläuft sich pro Tafel auf rund 20'000 Franken. Und wer übernimmt die Rechnung? Den grössten Teil bezahlt laut Elsener der Verein Region Zürichsee-Linth, während Rapperswil Zürichsee Tourismus den Restbetrag deckt. 

Jérôme Stern, Linth24