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14.09.2021
14.09.2021 07:10 Uhr

St.Galler Freiheitskämpferin und Instagram-Star

Elisabeth Vetsch, Kämpferin und begeisterte Demobesucherin für die persönliche Freiheit und gegen Coronavorschriften
Elisabeth Vetsch, Kämpferin und begeisterte Demobesucherin für die persönliche Freiheit und gegen Coronavorschriften Bild: Ulrike Huber
Seit dem ersten Tag der Pandemie kämpft Elisabeth Vetsch gegen die vom Staat verordneten Massnahmen wie etwa die Maskenpflicht. Geradezu berühmt wurde die St.Gallerin als Leserbriefschreiberin.

Elisabeth Vetsch (75) mit ihren fünf Kindern, neun Enkeln und fünf Urenkeln ist eine alerte, praktische Frau. Stets gut gelaunt und fröhlich im Umgang. Die ehemalige Anwaltssekretärin ist gleichzeitig inzwischen eine der bekanntesten Anti-Corona-Kämpferinnen der Schweiz. Und zieht wie weiland Don Quijote gegen die Windmühlen seit vielen Monaten von Demo zu Demo. Zusammen mit ihrem Sancho Pansa, ihrem treuen Gehilfen und Ehemann Guido Vetsch.

Leserbrief zigtausende Male geklickt

Allerdings mit mehr Erfolg als Don Quijote. Ihr im März veröffentlichter Leserbrief wurde inzwischen schon viele zigtausende Male angeklickt, gelesen und weitergepostet. Dieser an die aus ihrer Sicht überheblich agierenden Bundesräte gerichtete Brief kommt vor allem bei der Jugend gut an und wird über Facebook und Instagram massenhaft verbreitet.

Elisabeth Vetsch: «Ich wollte doch nie so in den Fokus der Öffentlichkeit kommen. Inzwischen habe ich ja schon 25 Briefe geschrieben und allein mein letzter Brief wurde auf Instagram über 23´000 mal geteilt.»

Frau Vetsch ist inzwischen in den informierten Kreisen ja bekannt dafür, nie eine Maske zu tragen. Seit Beginn der Pandemie sind sie und ihr Mann ohne Masken unterwegs. Und wehren sich, wenn sie darauf angesprochen werden.

«Ja, das stimmt. Ich habe von Anfang an keine Maske getragen, auch nicht im Supermarkt. Und ich werde nie diese Masken anlegen, auch wenn ich immer wieder von Leuten, wie etwa von Verkäufern, angezündelt werde. Denn wenn ich Widerstand leiste, dann leiste ich wirklich Widerstand. Und mein Mann und ich tragen ja absichtlich keine Masken. Da hat mir das Verkaufspersonal nichts zu sagen. Und wenn ich denen dann sage, es geht genauso gut ohne diesen Gesichtslappen, dann werden manche schon hässig. Aber ich mache eben zivilen Widerstand. Und wenn ich auf der Demo gegen die Masken protestiere, kann ich dann nicht mit angezogener Maske in das nächste Geschäft.»

Bild: Ulrike Huber

Die resolute, aber stets gut gelaunte Anti-Corona-Massnahmen-Bekämpferin, ist sich sicher, dass Corona weit weniger gefährlich ist, als dies in den Medien und von den Ämtern und Politikern präsentiert wird. Mit der Tatsache konfrontiert, dass sich derzeit die Intensivstationen des Landes wieder füllen, wiegelt sie ab.

«Wenn so viele angebliche Coronaneuerkrankungen zu erwarten waren, wieso hat man dann die Intensivbetten um die Hälfte abgebaut, warum wurde das Personal um die Hälfte abgebaut? Es hätte doch genug Zeit bestanden, die Spitalsituation zu verbessern. Aber in der Zeit einer angeblich tödlichen Pandemie hat man Kapazität abgebaut.»

Elisabeth Vetsch leugnet nicht, dass Corona bereits Todesopfer gefordert hat, aber sie relativiert die Zahlen.

«Ich habe mir das prozentual angeschaut. Eine völlig normale Krankheit. Auch an der Grippe sterben die alten Leute.  Es ist einfach Blödsinn, was wegen eines verschwindend geringen Teils an Toten von uns als Bürgern für sinnlose Massnahmen gefordert und Einschränkungen unserer Freiheit eingeführt wurden.»

Die aussergewöhnlich jugendlich wirkende 75-Jährige ist eine grosse Befürworterin einer möglichst umfassenden persönlichen Freiheit. Jeder soll über seine Gesundheit doch selbst entscheiden dürfen. Deshalb befinde sie sich im «zivilen Ungehorsam».

«Zertifikatspflicht? Interessiert mich überhaupt nicht. Wo ich nicht hineinwill, wo ich nicht willkommen bin, so wie ich bin, dort gehe ich sicher nicht hinein. Ob Impfung oder nicht, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich selbst halte zwar nichts davon, aber das liegt in meiner Eigenverantwortung. Wer sich impfen lassen will, soll sich impfen lassen. Da werde ich niemals versuchen, jemand von der Nichtimpfung überzeugen zu wollen. Aber diese ganzen Covid-19-Massnahmen wie Maskenpflicht oder Impfung oder 3G-Zertifikatspflicht schiessen doch alle viel zu weit über das Ziel hinaus. Eine Zahl als Beispiel. Zum Höhepunkt einer Pandemiewelle gab es an einem Tag in der Schweiz 2´353 laborbestätigte neue Fälle bei nur 18 Toten. Das ist doch keine «Notlage». Kein Grund, vor etwas Angst zu haben. Aber die Parlamentarier sind alle gerannt wie die Hasen.»

Elisabeth Vetsch: «Von Impfungen halte ich nichts» Bild: Ulrike Huber

Wobei Elisabeth Vetsch allgemein nichts von Impfungen hält. Zumindest bei sich selbst. Denn sie ist noch nie in ihrem Leben ernsthaft erkrankt. Obwohl sie noch nie geimpft worden sei.

«Von Impfung halte ich nichts. Ich bin noch nicht geimpft worden, auch nicht als Kind und in der Jugend. Nur einmal hat man mir ein Zuckerstück mit Kinderlähmungs-Impfstoff gegeben, weil wir in der Schule einen Ausbruch hatten. Ich halte sowieso nicht viel von der Schulmedizin. Nach meiner Pensionierung als Anwaltssekretärin habe ich noch einige Zeit bei einer Naturärztin gearbeitet und dort einiges gelernt. Vor allem, dass die Schulmedizien viel mehr mit Naturmedizin zusammenarbeiten sollte. Aber nochmals, ich halte niemanden von der Impfung ab, sogar zwei meiner Kinder sind schon gegen Corona geimpft. Es ist von jedem die eigene Entscheidung. Und jeder ist doch derselbe Mensch wie vor der Impfung.»

Die Coronarebellin und ihr Gatte nehmen seit Ausbruch der Pandemie an jeder erreichbaren Anti-Corona-Demo teil. Wie auch am vergangenen Mittwoch vor dem Bundehaus in Bern, als die 3G-Zertifikatspflicht beschlossen wurde.

«In Bern waren nach meiner Ansicht etwa 20´000 Demonstranten. Wobei es nicht direkt gegen die Impfung gegangen ist, sondern dagegen, dass mit der 3G-Zertifkatspflicht ein perfider Impfdruck, ein indirekter Impfzwang kommt. Den Gottseidank haben wir in der Schweiz keinen gesetzlichen Impfzwang.»

Schmunzelnd weist Vetsch darauf hin, dass sie diesen Sommer nur der Empfehlung von Bundesrat Ueli Maurer gefolgt sei, der ja aufgefordert habe, Ferien in der Schweiz zu machen.

«Da haben wir dem Herrn Maurer gehorcht, und sind heuer in der Schweiz schon 10´000 Kilometer gefahren und haben jedes Wochenende eine Stadt besucht. Wo eben gerade eine Demo war. Im Moment geht es bei den Demos um das Zertifikat. Stellen Sie sich vor, was erst passieren wird, wenn sie wirklich den Zertifikatszwang für den ÖV beschliessen. Man ist dann wirklich gezwungen, sich impfen zu lassen oder zu testen. Und ab Oktober muss man die Testkosten ja dann auch noch selbst bezahlen! Testen und impfen. Das war sinnlos und ist sinnlos. Ich habe mich auch noch nie testen lassen. Mit dem Stäblein fast ins Hirn, das muss ja furchtbar unangenehm sein.»

Elisabeth Vetsch: «Mir geht es nur um die Freiheit» Bild: Ulrike Huber

Was sie davon hält, dass die Coronakritiker oft mit der deutschen Querdenkerbewegung und ihrem rechtsnationalen Background in einen Topf geworfen werden?

«Mir geht es nur um die Freiheit und um meine fünf Kinder und neun Enkel und fünf Urenkel. Wie sollen die künftig leben? Alle halben Jahre eine Spritze, damit sie mit Zertifikat ausgehen können? Der Druck, der jetzt da ist, soll nicht sein. Den Querdenkern trau ich nicht. Zum einen kenne ich mich in Deutschland zu wenig aus, zum anderen machen die zu viel Politik. Ich bin mir nicht sicher, was das überhaupt soll.

In der Schweiz ist bei den Demos ab und zu ein Rechtsaussen dabei, aber der grösste Teil  sind Leute wie Du und ich. Ganze Familien mit Kindern, oder auch einmal eine 85-jährige mit Rollator. Wir sind keine Spinner, sondern senkrechte Schweizer. Das hat ja sogar Bundesrat Ueli Maurer gesagt. Keine Spinner oder Verschwörungstheoretiker.  Es sind bei den Demos alle Nationen mit dabei. Ich sehe das auch nicht politisch, denn ich habe mit politischen Parteien nichts am Hut. Wenn jemand etwas bringt, was Hand und Fuss hat, dann stimmt man zu und sonst nicht.»

Linth24/rheintal24/gmh/uh