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Uznach
12.09.2021
12.09.2021 13:42 Uhr

Schuld an den «Wanderhuren» ist der Präsident

Stets für neue Mitglieder offen: Die Uzner Wanderhuren, welche jeden Berg besteigen.
Stets für neue Mitglieder offen: Die Uzner Wanderhuren, welche jeden Berg besteigen. Bild: Dominik Glaus, Wanderhuren
Hinter dem Namen «Wanderhuren» steckt nicht etwa eine obszöne Angelegenheit, sondern eine gutgelaunte Wandertruppe, welche verschiedene Bergspitzen entdeckt und darauf mit einem Gipfelwein anstösst.

«Wanderhuren» – kein 0815-Vereinsname, welcher rasch für ein Schmunzeln sorgen kann. Doch hinter dem Namen stehen nicht etwa freizügige Mädchen, sondern ganz einfach ein Wanderverein aus Uznach: «Ob Alt oder Jung, die Reaktionen auf den Namen Wanderhuren sind meist sehr positiv», sagt der Vorstand gegenüber Linth24. «Es gibt zu Beginn hier und da mal eine leichte Skepsis, welche aber sofort verfliegt, wenn man unsere Gruppe kennengelernt hat. Mit unserem allgemeinen Auftreten, sei dies in den Bergen, in Festivitäten oder auf unseren Marketing-Kanälen, möchten wir unseren lockeren und offenen Umgang im Verein ein stückweit preisgeben.»

Der Präsident ist «schuld»...

«An unserem Namen ist unser Präsident Patrick schuld», reflektiert Tony Hochstrasser, Mitglied des Vorstandes der aufgestellten Wandertruppe. «Als wir damit begannen, ab und zu als kleine Gruppe wandern zu gehen, kam der Witz auf, dass wir überall ein wenig «rumwandern und rumfesten» – eigentlich ein wenig am «umehuere» sind. Auch wenn wir eine neue Wanderung vor der Vereinsgründung ankündeten schrieben wir jeweils «D’Huere gönd wieder gho laufe» – und so hat sich der Ausdruck nach und nach irgendwie gefestigt.»

Eigentlich ein Running Gag

Als man sich dann Richtung Vereinsgründung bewegte, mussten sich die Mitglieder überlegen, ob man den Verein auch wirklich Wanderhuren nennen kann. «Wir mussten einerseits abklären ob der etwas anzügliche Name als Vereinsnamen überhaupt erlaubt ist und ob wir wegen der gleichnamigen Romanreihe rechtlich verfolgt werden können. Für beides bekamen wir von einem Rechtsbeistand grünes Licht.», erklärt Tony Hochstrasser.

«Andererseits mussten wir uns überlegen, was der Name im Umfeld für Auswirkungen haben könnte; Wir sind alle berufstätig und haben im Verwandten und Bekanntenkreis vielleicht auch konservativ oder eher prüde eingestellte Personen, die vielleicht etwas erröten wenn sie den den Namen hören. Schlussendlich mussten wir aber sagen, dass wir nicht wir selbst wären, wenn wir unseren Verein nicht «Wanderhuren» nennen würden.» So sei aus einem ursprünglichen Running Gag der offizielle Vereinsname geworden.

Ein Erlebnis auf ganzer Linie

Ihren lockeren und offenen Umgang zeigen die Wanderhuren auch damit, wie sie einen typischen Wandertag verbringen, denn für sie ist ein Wandertag nicht nur Sport, sondern ein Erlebnis auf ganzer Linie. «Wandern steht klar im Vordergrund. Unsere Routen werden akribisch genau und mit mehreren Schwierigkeitsstufen geplant. Das Wohlergehen aller Vereinsmitglieder liegt dabei stets im Vordergrund und wird bei den Punkten Flüssigkeitszufuhr, Aussicht und körperliche Forderung gleichermassen berücksichtigt»,  erklärt der Vorstand.

Nicht nur den Ernst des Lebens sehen 

Bereits am Vereinsnamen sei ersichtlich, dass man einen eher lockeren Umgang pflege und nicht nur den Ernst des Lebens sehe. Während den Wanderungen tauscht man sich mit vielen neuen Persönlichkeiten aus, knüpft Kontakte oder verliebt sich sogar. Es ist also nicht nur das Wandern, sondern auch die gemeinsame Zeit, der soziale Austausch, die legendären Grill'n'Chill und die stetig wachsende Community, welche diesen Verein ausmache.

Rund 130 Wanderhuren

Dass der Verein ein voller Erfolg ist, zeigen auch die Mitgliederzahlen: Aktuell summieren sich 53 aktive Mitglieder und rund 80 passive Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt 50 Franken.

Wollen auch Sie eine Wanderhure werden?

Wen nun auch die Wanderlust gepackt hat, kann sich unter www.wanderhuren.ch anmelden oder sich auf Instagram über die Wanderhuren informieren.

Linda Barberi, Linth24