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Eishockey
03.05.2020
03.05.2020 13:51 Uhr

Simon Schenk war Chef, Freund, Vorbild

Linth24-Mitarbeiter Hans Peter Rathgeb trauert um Simon Schenk. Er hat mit ihm als Medienchef der GCK Lions 14 Jahre zusammengearbeitet und erinnert sich im folgenden Beitrag.

«Als ich 2002 zu den GCK Lions als Medienbetreuer kam, holte Simon Schenk gleichzeitig den SCRJ-Kanadier Mike Richard nach Zürich. Zuvor hatte er schon ein gutes Händchen mit zahlreichen Verpflichtungen gehabt und die ZSC Lions nach der Fusion mit dem Grasshopper Club schon in seinem zweiten Jahr 2000 zum Meister gemacht und den Titel ein Jahr später noch einmal wiederholen können. Baustein des Erfolgs war unter anderen der finnische Torhüter Ari Sulander. 

Als Sportchef der Lions und später auch Geschäftsführer der gesamten Lions-Organisation war er natürlich auch für die GCKL Lions, das Farmteam in der Nationalliga B zuständig. Doch ich spürte noch nicht so viel von ihm. Nur wenn er Richard von den GCK Lions zu den ZSC Lions beorderte gab er den klaren Befehl, dies sei noch nicht zu kommunizieren. Er trug massgebend zum Aufbau der sogenannten Pyramide mit einem Aufbau von unten nach oben und der systematischen Förderung von jungen Talenten.

Als die ZSC Lions weiter professionalisiert wurden, kümmerte er sich nur noch um die GCK Lions. Er sagte: «Ich mache noch die gleiche Arbeit wie zuvor, doch jetzt kann ich abseits der Öffentlichkeit und in Ruhe arbeiten.» Er hatte auch beim Farmteam ein gutes Händchen für die Mischung von einigen Routiniers und jungen Talenten. Er prägte aber auch den Begriff «Talent allein genügt nicht, es braucht harte Arbeit von jedem Einzelnen».

Simon war bei jedem Spiel der GCK Lions präsent, auch auswärts. Vor dem Spiel genoss er das Matchblatt, auf dem alle Spieler mit Jahrgängen aufgeführt waren, kreiste alle Jahrgänge von Junioren ein und stellte mit Stolz fest «Bei uns sind 10 Junioren im Einsatz, beim Gegner nur einer oder gar keiner». Dies sollte auch so sein.

Während insgesamt 17 Jahren war er auch für die SVP des Kantons Bern im Nationalrat und vertrat dort viele Anliegen für Sport und Jugend. Er war ein gemütlicher Emmentaler, der auch die SCL Tigers sanieren half, bevor er dem Ruf nach Zürich folgte. Sieben Jahre war er auch Nationaltrainer. Als Mensch war er gemütlich, gutmütig, aber hatte eine bestimmte Meinung und setzte sich zielstrebig für die gesteckten Ziele ein. Nach seinem Rücktritt half er wieder in Langnau etwas im Nachwuchsbereich aus und war Experte beim Teleclub und später MySports.

Nun starb er durch einen Hirnschlag bei einer Herzoperation. Ich werde ihn in bester Erinnerung behalten und wünsche seiner Ehefrau und seinen erwachsenen Kindern von Herzen viel Kraft und versichere allen mein Beileid. Ruhe in Frieden, Simon!»

Hans Peter Rathgeb, freier Mitarbeiter Linth24